Hallo liebe Freunde des guten Geschmacks, ihr Herr Traum und Tagelohn,
euren Lieblingspodcast.
Ich bin euer Host Elena und ich freue mich heute auf eine super frische neue
Folge direkt aus unserem Aufnahmestudio.
Gloria war heute bei mir und ich sende es euch direkt in eure Ohren.
Gloria aus Freudenstadt malt und wie sie davon leben kann, ob man davon leben
kann und wie sie ihre Leidenschaft bewahrt und beschützt.
Darüber habe ich mit ihr in der heutigen Folge gesprochen. Viel Spaà und gute
Unterhaltung. Like and subscribe.
Also ich habe hier einen groÃen Pinsel, der ist wirklich riesig.
Okay, wollen wir mit dem... Und voll mit Farbe. Mit voll mit Farbe,
ja. Hast du den jetzt direkt aus deinem Atelier? Direkt aus dem Atelier.
War gestern noch in Gebrauch. Wow.
So ein Borsten, groÃer Borstenpinsel. Machst du damit so eine Gradierung oder
was genau passiert? Ja, auch.
Also ich mache Hintergründe damit, aber ich male auch sehr gerne mit groÃen, dicken Pinseln.
Erstmal zumindest. Vielleicht nachher noch etwas feinere, aber ich bin so eher fürs Grobe. Okay.
Cool. Und weiÃt du schon, wie alt er ist? Also wie lange ist er schon in deinem Besitz?
Ach, kann ich jetzt nicht genau sagen, aber vielleicht zwei Jahre.
Zwei Jahre. Ja. Okay, also jetzt nichts Historisches, was sich seit 20 Jahren
begleitet. Nee, historisch ist eher das da. Was ist das? Kennst du das?
Das sieht aus wie so eine Art Schablone für... Nee, ich kenne es nicht.
Das ist eigentlich ein Pflasterstein. Ja. Und zwar findest du den in Barcelona,
wenn du da rumläufst, auf dem Gehwegen in der Innenstadt ist dieses Muster.
Und das ist ein Muster, das hat mich halt mein Leben lang gekleidet.
Ich bin ja da groà geworden oder zumindest ein Teil meiner Kindheit habe ich da verbracht.
Und auf dem Muster bin ich immer gelaufen.
Deswegen ist das irgendwie so tief in mir drin.
Und als ich mal in Barcelona war, haben sie da den Gehweg renoviert und alte
Steine raus und neue rein und dann lagen die da rum und dann habe ich gefragt,
ob ich einen mitnehmen darf.
Ah, cool. Der steht ja bei mir. Voll schön, Schade.
Das heiÃt, du bist da geboren und erst mal hast du da die ersten Lebensjahre
und auch dein Studium, wenn ich das richtig weiÃ, in Barcelona verbracht.
Da sprichst du gut Spanisch.
Und wie bist du dann im Schwarzwald gelandet oder beziehungsweise oft läuft es ja andersrum.
Also gestern habe ich mit einem Gast gesprochen, der ist aus dem Schwarzwald
nach Fuerteventura und bei dir ist es andersrum.
Ja, also da war ich aber erst zehn.
Meine Eltern sind, als ich zehn
war, von Spanien nach Deutschland erst mal Richtung Pforzheim gezogen.
Und dann war ich hier, meine Schulzeit bis zum Abitur.
Und nach dem Abitur bin ich dann nochmal nach Barcelona und habe da studiert.
Okay, also hat es dich dann doch zurückgezogen? Ja, und dann war ich drei Jahre
da, bin dann aber mit meinem Mann wieder zurück nach Deutschland. Okay.
Hast du dich da kennengelernt? Nein, nein, wir haben uns in Pforzheim in der
Schule kennengelernt. Oh, wow. 15 schon.
Wow, voll schön.
Okay, das heiÃt, du hast ja einen Pinsel mitgebracht, vielleicht müssen wir
jetzt kurz die Zuhörerschaft ein bisschen abholen. Du malst.
Und malst du schon dein Leben lang, also seit der Kindheit?
Ganz oft sind ja diese Wege so, dass man oft etwas Anständiges studiert,
bevor man dann den richtigen Weg findet.
Wie war das denn bei dir? Also hast du in Barcelona denn auch gleich was mit
Kunst studiert? Hast du als Kind schon gern gemalt?
Ich habe immer gern gemalt. Ich kann mich nicht erinnern an eine Zeit,
wo ich nicht gemalt habe.
Aber es war jetzt nicht ein Berufswunsch.
Irgendwie, es war etwas, was mich begleitet hat, ich habe immer gemalt und dann,
als es darum ging nach dem Abitur, was will ich machen,
hatte ich zwei Richtungen, die mich interessiert haben, das eine waren Sprachen,
haben mich immer interessiert und das andere war Kunst, aber Kunst war irgendwie
damals gar nicht so eine reale Möglichkeit also Kunststudieren wie du sagst, ist eigentlich nichts,
Ernsthaftes und dann bin ich nach Barcelona und habe da Architektur studiert.
Was ja auch ein bisschen künstlerisch ist und habe da auch viel gezeichnet und
so. Ich habe auch Zeichenkurse belegt dort.
Aber das mit Kunststudieren war irgendwie nie wirklich so ein Thema.
Also man muss es ja auch nicht studiert haben, um es dann auszuleben oder auch
sozusagen auch Bilder zu verkaufen und auszustellen.
Ich habe ja Architektur nicht zu Ende studiert.
Ich habe drei Jahre Architektur studiert in Spanien. Gegen das Studium,
glaube ich, damals fünf Jahre.
Und nach drei Jahren bin ich dann nach Deutschland.
Und in dieser Zeit wurde dieses Studium im Ausland nicht anerkannt.
Also null. Wenn ich hier hätte wieder Architektur studieren wollen,
hätte ich wieder von vorne anfangen müssen.
Und damals hatte mein Mann gerade angefangen, Grafikdesign zu studieren in Pforzheim.
Und dann habe ich gedacht, naja, wenn ich sowieso von vorne anfangen muss,
Grafikdesign ist auch schön, ist auch künstlerisch, dann studiere ich halt Grafikdesign.
Und das habe ich dann gemacht. Cool.
Und nimm uns doch mal mit so ein bisschen in deine Kindheit. Also als du gemalt hast,
bist du der Instinkt gefolgt oder hattest du auch die Möglichkeit,
so eine Art Malschule zu besuchen?
Wie würdest du sagen, was hat dir geholfen, so dieses Talent zu fördern?
Malschule gab es gar nicht. Also die Möglichkeit gab es nicht.
Ich muss auch sagen, meine Eltern sind alle zwei Jahre umgezogen.
Ich war eigentlich nie irgendwo sesshaft.
Und wer mich da schon gefördert hat, war mein Papa.
Der hat auch sehr gern gemalt. Und ich habe da auch, weià noch,
als ich Teenager war, hatte ich Leinwände und Ãlfarben und habe eigentlich so
Bilder von berühmten Malern abgemalt.
Von Franz, Marc, die Pferde oder solche Sachen habe ich dann gemalt.
Aber ich habe nie eine Malschule besucht.
Also es ist auf jeden Fall schön, da einfach weiter dran zu bleiben.
Man muss ja gar nicht in eine Malenschule, nur dass das irgendwie genug Raum
und Förderung da ist, weil ganz oft,
also alle Kinder malen irgendwie gern, aber dann trennt sich dann irgendwie
das Interesse von der Leidenschaft.
Und was würdest du sagen, woran erkennt man das?
Also klar, wenn man so ganz obsessiv sich rein vertieft, dann ist es wahrscheinlich
so ein Zeichen, dass jemand da künstlerisch noch mehr rausholen will.
Aber hattest du da auch, also deine Bilder sind ja auch sehr bunt zum Beispiel,
also hattest du da vielleicht so ein besonderes Interesse nicht nur am Malen,
sondern auch an der Struktur, an der Stofflichkeit, an den Farben.
Also wie hast du gemerkt, dass es mehr ist als ein Hobby?
Also, dass es mehr ist als ein Hobby, habe ich eigentlich erst relativ spät gemerkt.
Ich muss dazu sagen, ich habe nach dem Studium Kinder gekriegt, vier Stück,
relativ bald, und habe dann fast 20 Jahre eigentlich nichts in der Richtung
gemacht, sondern habe mich meinen Kindern gewidmet.
Damals gab es nicht die Möglichkeit, wie heute mit Kita und Betreuung und,
Könnte ich jetzt als Ausrede nehmen, aber die Wahrheit ist, ich habe es sehr
gerne. Ich wollte immer Kinder haben, immer.
Also schon als Teenager habe ich gesagt, ich will jetzt mal zwölf Kinder haben.
Zu viel sind es dann doch nicht geworden.
Und es war einfach so ein Wunschraum von mir, Familie zu haben und Kinder zu
haben. Und ich habe das sehr gerne gemacht.
Und ich habe gern die Zeit mit den Kindern verbracht.
Und in der Zeit aber nicht gearbeitet.
Und erst als die Kinder dann so langsam erwachsen wurden und ausgezogen sind
und Platz wurde in unserem Haus.
Da habe ich das wieder angefangen und habe aber nie gedacht, ich werde Künstlerin.
Sondern ich hatte Lust zu malen. Ich habe mir ein Atelier eingerichtet,
habe angefangen zu malen.
Und so hat sich das dann irgendwie entwickelt. Irgendwann hieà es, stell doch mal aus.
Und irgendwann habe ich gedacht, jetzt muss ich mich mal entscheiden,
ob das jetzt ein Hobby ist oder ein Beruf.
Weil das dann solche Dimensionen angenommen hat, dass es schon über ein Hobby
hinausging eigentlich und habe gedacht, okay, ich versuche es.
Habe mich dann bei der GEDOC beworben, das ist so ein Künstlerinnenverband,
bin aufgenommen worden und seither betreibe ich das jetzt halt professionell.
Wow, also das ist irgendwie voll die schöne Geschichte für einfach für, naja,
dieses Gefühl, dass sich die Kunst und die Leidenschaft immer so einen Weg bahnt,
also dass es nie zu spät ist, auch dass es altersunabhängig ist,
wenn da was da ist, dann kommt es auch zurück oder kommt immer wieder.
Und vielleicht, wenn einfach Raum ist. Also vorher war kein Raum da,
weder im Haus noch im Kopf noch.
Ich war mit anderen Dingen beschäftigt, aber dann war plötzlich Raum. Und dann kam das,
Ich war ja auch in deinem Atelier, das hat mich sogar sehr inspiriert,
weil man richtig merkt, da entstehen total interessante Dinge,
also nicht nur Bilder, sondern auch Installationen und die Installationen sind ja sehr lebendig,
also die hängen nicht nur an der Wand, sondern die stehen überall und sind so
plastisch und das mit sehr vielen Alltagsgegenständen oder auch mit sehr viel
Humor, würde ich sagen. und das hat mir sehr gefallen.
Also du hast mir verraten, dass du da so eine ganz kleine Arbeitsroutine hast,
vormittags und nachmittags.
Vielleicht kannst du uns mal da teilhaben lassen, wie sich dann so ein stinknormaler
Tag einfach irgendein Mittwoch, wie sieht der bei dir aus?
Also wenn ich keine andere Termine habe, also irgendwie Kurse oder irgendwo
eine Ausstellung vorbereiten.
Dann mache ich vormittags daheim, entweder was ich zu Hause zu tun habe oder
am Computer arbeiten oder alles Mögliche, was da anfällt.
Dann gibt es Mittagessen und dann gehe ich ins Atelier.
Das ist so eigentlich die Routine.
Die Routine habe ich angefangen, mir anzugewöhnen in der Corona-Zeit.
Weil kurz davor habe ich das Atelier in Grünthal eröffnet,
Herbst 2019 und 2020 war ja dann der erste Lockdown wo ich nichts mehr hatte
auÃer dem Atelier und wo ich gemerkt habe,
ich muss mir selber so eine Struktur geben so eine Tagessstruktur damit,
irgendwie, damit ich den Tag gut rumkriege und dann habe ich gedacht,
okay, ich gehe jeden Nachmittag ins Atelier,
Und das habe ich auch durchgezogen, die ganze Corona-Zeit. Und so ist es auch geblieben. Wow.
Also für jemanden, der nicht vom Fach ist, würde man ja erst mal denken,
das ist sehr kontraintuitiv, dass man eine kreative Tätigkeit dann doch wie
einen ganz normalen Arbeitsrhythmus betrachtet.
Aber eigentlich ist es total logisch, weil du dir ja jeden Nachmittag dann so
die Räume dafür schaffst.
Und was dann daran entsteht, das ist ja immer noch ganz dir überlassen oder ganz kreativ.
Das können ja auch mal innehalten sein oder erst mal sortieren von Ideen oder
so. alles mögliche. Oder auch mal was lesen oder auch mal aufräumen.
Ich kriege auch oft Besuche im Atelier, wenn ich im Sommer die Türen aufmache,
kommen oft Leute vorbei, darf ich mal reinschauen.
Ich will nicht die ganze Zeit am Malen und Arbeiten, aber es hilft mir schon,
wirklich so feste Zeiten zu haben und nicht, ach, gehe ich jetzt hin,
gehe ich nicht hin, nach Lust und Laune.
Es ist einfach, wie wenn man einen Beruf hat, es ist ein Beruf.
Dann hast du auch deine Arbeitszeiten. Du hast ja auch schon erwähnt,
also da kam dieser Schritt der Professionalisierung.
Wie genau kann man sich das jetzt vorstellen? Also gerade wenn jetzt auch Jüngere
zuhören, die vielleicht überlegen, das irgendwann auch zu ihrem Beruf zu machen.
Also das besteht, so wie ich das verstanden habe, aus mehreren Säulen.
Also du hast Ausstellungen, du gibst aber auch Kurse, vielleicht kannst du da,
also darum geht es ja in unserem Podcast auch so ein bisschen die Schnittflächen
von dem groÃen Traum und dem Geldverdienen, aber auch gleichzeitig auch die
Gräben, die da vielleicht dazwischen sind. entstehen.
Wie schaffst du das, das zusammenzubringen, dass du deine Rechnung zahlen kannst
und gleichzeitig aber auch nicht deine Seele verkaufst mit irgendwas,
was komplett nichts mit deiner Kunst zu tun hat?
Ja, das ist eine gute Frage. Die habe ich mir auch gestellt.
Also, nur mit der Kunst Geld zu verdienen, ist schwierig. Das weià jeder.
Und es ist in letzter Zeit sogar noch schwieriger geworden.
Und du kannst dich halt nicht darauf verlassen. Du verkaufst mal ein Bild und
dann verkaufst du mal lange nichts.
Und du musst eigentlich dir überlegen, womit will ich mein Geld verdienen.
Und ich stand da auch mal vor zwei Möglichkeiten.
Die eine ist, ich mache so mehr kommerzielle Kunst, sagen wir mal, die sich gut verkauft.
Oder ich mache die Kurse, die ich machen will und suche mir einen anderen Weg, Geld zu verdienen.
Und ich habe mich eben für das Zweite entschieden. Ich will nicht in irgendeine
Zwangsjacke gesteckt werden mit der Kunst.
Lieber mache ich Kurse, mache Projekte, Kunstprojekte mit Kindern mache ich sehr gerne.
Und mache auch grafische Arbeiten, also mache Gestaltekarten oder Poster oder
Broschüren, solche Sachen, mit denen ich auch Geld verdienen kann. Schön.
Ja, das ist, glaube ich, total wichtig, auch um den langen Atem zu behalten,
weil es kann ja auch passieren, dass einem so die Lust an der Kunst aufflögt,
wenn man eben gezwungen ist, Dinge vielleicht zu gestalten, die man gar nicht schön findet.
Und ich glaube, so auf längere Sicht ist das wahrscheinlich der bessere Deal,
auf das zu setzen, was man wirklich, wo man genug Antriebskraft hat,
immer wieder auch dran zu bleiben.
Das ist echt ein schöner Ratschlag. Also da gibt es ja immer verschiedene Modelle,
also bei den Frauen, mit denen ich spreche,
wie man sich da aufstellt, ob man es eben von den Finanzen trennt oder verbindet
und da gibt es ja auch kein richtig oder falsch, da muss jeder so ein bisschen seinen Weg finden.
Aber ich finde es immer total interessant, weil am Ende des Tages,
wenn jemand etwas Künstlerisches macht, sind das oft immer die gleichen oder
ähnlichen Probleme oder Fragen oder Konflikte, die man spürt.
Und wenn du Kunst machst, ist es ja eigentlich ein Ausdruck.
Ich drücke damit irgendwas aus, was mich beschäftigt, was mir begegnet.
Und es muss ja nichts sein, was dir nachher gefällt. Und du wirst ja das über das Sofa hängen.
Vielleicht passt es, vielleicht auch nicht.
Das ist einfach was anderes, wie einfach nur schöne Bilder malen, würde ich sagen.
Auf jeden Fall. Ich mag vor allem auch gern die Installation,
weil ich da irgendwie so, das ist nochmal so eine andere Ebene.
Und vielleicht kannst du darüber auch noch ein bisschen was erzählen.
Also wie ist dieser Prozess?
Ist es einfach so, dass dich im Alltag eine Idee trifft und dann denkst du,
ich mache da irgendwie dran weiter?
Oder ist es immer von dem Gegenstand ausgehend? Oder ist es eher so ein Gefühl,
Gedanke, wozu du dann einen Gegenstand findest?
Vielleicht kannst du da anhand der Schuhe, die ich anschauen durfte,
vielleicht erzählen, was da los war.
Ja, das ist ganz unterschiedlich, würde ich sagen.
Es kann sein, irgendein Gegenstand interessiert mich und ich mache was oder
ich ganz oft habe ich ein Thema und suche mir dann zu dem Thema die passenden
Gegenstände oder Bilder oder Ideen,
mit den Schulen war es eben so, die Idee war mit Schulen etwas zu machen das
war so der Anfang und dann entsteht daraus alles mögliche, Schuhe haben ja ganz
viele Assoziationen und.
Die Ideen kommen dann schon von alleine irgendwie in jeder Situation.
Also es kann sein, im Alltag begegnet dir was und dann sagt,
das könnte doch jetzt eine Idee sein für die Schule.
Oder ich sehe was oder ich lese was. Unverschiedlich.
Aber dann auch zu merken, das ist jetzt ein Impuls, den man nachspüren muss.
Und manchmal ist das ja auch so ein flüchtiger Gedanke, aber manchmal lässt
einen da was nicht los. Also das auch so ein bisschen, sich da wirklich den
Raum dafür zu nehmen und was daraus zu entwickeln.
Und bei den Schuhen, das war ja auch eine Ausstellung zusammen mit anderen Frauen.
Und das verlinken wir dann noch alles in den Shownotes, da kann man da noch reinschauen.
So, jetzt muss ich kurz einen Schluck Wasser trinken. Sowas will ich rausschneiden. Mach ich auch.
So, was mir bei dir auf jeden Fall auch aufgefallen ist, eben diese Mitgliedschaft
in verschiedenen Verbänden.
Also du malst nicht nur in deinem Atelier, sondern du sagst selber,
du machst die Türen auf, Gäste kommen und dass du auch sichtbar bist,
also in Vereinen oder in Kollektiven.
Wie wichtig ist das für deine Arbeit, also nicht nur für die Sichtbarkeit deiner
Bilder, sondern auch tatsächlich, was gibt dir so der Austausch zu anderen Frauen,
aber auch zu anderen Künstlern? Das ist ganz wichtig.
Es ist mir ganz wichtig, wirklich so im Austausch zu sein und vernetzt zu sein
und nicht alleine in meinem Atelier vor mich hin zu arbeiten.
Deswegen bin ich damals erstmal in die G-Doc rein und das hat einfach viele
Kontakte gebracht. Diese Schuhausstellung zum Beispiel machen wir zu viert.
Die anderen drei Frauen sind auch Mitglieder der G-Doc.
Und wir haben uns gefunden und haben da jetzt schon drei oder vier Projekte zusammengemacht.
Und dieses Zusammenarbeiten musst du dir so vorstellen, also wir sitzen nicht
zusammen und arbeiten zusammen, sondern jede arbeitet für sich in ihrem Atelier, man tauscht sich aus.
Und jede hat trotzdem ihren eigenen Stil, ihre eigenen Ideen.
Aber dieses Zusammenarbeiten bringt einfach so einen Synergieeffekt.
Also man inspiriert sich gegenseitig. Es entstehen Sachen im Gespräch,
es entstehen Ideen, die vielleicht nicht entstanden wären, wenn ich ganz alleine
für mich gearbeitet hätte.
Und das finde ich toll, das gefällt mir gut.
Was glaubst du, woran liegt das, dass man manchmal Menschen beneidet oder irgendwie
sie als Konkurrenz wahrnimmt und manchmal kooperativ miteinander eben sich gegenseitig
befruchtet, inspiriert und wie in so einer Band eigentlich sozusagen,
als würde man zusammen jammen, irgendwas GroÃartiges, Gemeinsames schafft,
wobei, wie du gesagt hast, jeder sein eigenes Instrument im Grunde spielt.
Also woran liegt das?
Das habe ich mich schon oft gefragt und vielleicht kannst du mir das beantworten,
dass man manchmal so mit Menschen einfach total gut in eine Synergie treten
kann und andere eher als vielleicht oder selber auch als Bedrohung,
als Konkurrenz wahrgenommen wird. Schwere Frage.
Das weià ich auch nicht so genau warum. Es ist tatsächlich so, es geht nicht mit allen.
Manchmal funktioniert es, manchmal nicht. Gerade in der Kunst ist es ganz wichtig,
dass man zum Beispiel die anderen auch stehen lassen kann, die vielleicht ganz andere Ideen haben.
Manchmal vielleicht Ideen, wo ich denke, finde ich jetzt nicht so toll,
aber das ist jetzt einfach sein Ausdruck oder ihr Ausdruck und ich kann es stehen lassen.
Und die andere Sache ist, dass man, wenn man Ideen austauscht,
nicht sich so blockiert und sagt, nee, also die Idee finde ich jetzt ganz furchtbar.
Sondern, dass man alles erstmal zulässt, so Brainstorming, und dann kann man
immer noch sortieren und sagen, was finde ich gut, was finde ich so gut.
Aber wenn von Anfang an so eine Blockade ist und man so abgefertigt wird,
dann kann nichts entstehen.
Also es braucht eben diesen Raum, den anderen stehen zu lassen und seine Ideen
auch mal zuzulassen und zuzuhören und dann gucken, was wird daraus.
Und manchmal redet man einfach Blödsinn, hat ganz verrückte Ideen,
die eigentlich nicht realisierbar sind, aber durch diesen Blödsinn entsteht dann wieder was. Ja,
sehr schön. Ein interessantes Projekt war ja auch das mit dem Stricken.
Wie ist das eigentlich entstanden? Also wie war das auch so ein,
ja, erstmal ein verrückter Gedanke?
Vielleicht kannst du uns erzählen, was ihr da gemacht habt, was du da gemacht hast.
Und es war in der Zeit, als Donald Trump das erste Mal gewählt wurde. Wann war das? 2016.
Und er angefangen hat mit seinen diskriminierenden Aussprüchen und Mauern bauen wollte.
Und dann gab es ganz viele Proteste von Frauen, die hatten alle pinke,
selber strikte Mützen an. Ich habe ein Foto gesehen, das war wie ein Meer mit
pinken Mützen. Das fand ich so genial, wie das aussah.
Und das hat mich auf die Idee gebracht, diese Mauer zu bauen.
Also ich habe dann Mauersteine mir geholt, so richtige Mauersteine und habe
die umstrickt mit pinker Wolle, so wie die pinken Mützen der Frauen.
Habe das aber nicht für mich gemacht, sondern habe dann in den sozialen Medien einen Aufruf gemacht.
Habe gesagt, ihr könnt mir so eine Hülle stricken, häkeln für einen Stein.
Habe ein Schnittmuster dazu gemacht und habe gesagt, die einzige Bedingung ist, es muss pink sein.
Und dann kamen tatsächlich aus aller Welt solche Hüllen für die Steine.
Pink in allen Nuancen, mal gestrickt, mal gehäkelt, alles Mögliche.
Und die habe ich dann einfach um
diese Steine dann genäht und habe jetzt inzwischen über 300 solche Steine.
Und wenn ich die aufbaue als Installation, baue ich die im Kreis.
Also eine Mauer, die aber geschlossen ist. Das heiÃt, Mauern sind Symbole für
Trennung und der Kreis ist eigentlich Symbol für Verbindung.
Und ich lade dann auch dazu ein sich hinzusetzen in den kreis miteinander zu
reden also soll einfach das gegenteil bewirken von einer mauer aber es ist wie
ich schon verstanden habe recht schwer damit zu reisen,
ich glaube eine tonne oder so war das letzte mal war das in einem anhänger drin und das ist schon.
Aber die Idee hat mich ein bisschen erinnert an so Efeu, der sich auch um Mauern
schlingelt und einfach seinen Weg bahnt und das ist ein bisschen auch so,
ja, also Trump kann sagen, was er will, aber was wir in unseren Köpfen oder
in unserem Herzen als Frauen haben, kann er ja uns auch nicht wegnehmen oder
das wird sich trotzdem so ein bisschen seinen Weg bahnen.
Und dann kommt noch dazu dass Stricken ja so
eine typisch weibliche Tätigkeit ist und Frauen
ja als Künstlerinnen oft abgewertet wurden das ist auch immer mal wieder ein
Thema von mir ich habe jetzt gerade in Horb in der Ausstellung bin ich dabei
in der Ortszeit da habe ich Stickereien auf Geschirrtüchern mit Aussprüchen
die halt Frauen nicht Frauen,
Künstlerinnen diskriminieren also das
ist auch sowas sticken stricken früher im
bauhaus wurden die die künstlerinnen dann in diese sparten
geschickt die halt weiblich sind auch neben stricken
ich habe davon
ja schon von dir gehört hat sich in deinem atelier war und das
ist auch so was was ja sich über die jahre
vielleicht ganz minimal verändert hätte aber eigentlich nur
so die form oder die ja also
ich finde immer noch das gefühl dass uns weniger zugetraut wird ist ja immer
noch sehr stark da ist es ändert sich manchmal in der intensität aber hast du
da vielleicht beispiele für sprüche oder was was dir besonders auch vielleicht dich geschmerzt hat.
Diskriminierend, meinst du? Ja. Naja, also das, was mich am meisten schmerzt
und was ich wirklich eigentlich mit Frechheit finde, ist der Spruch von Baselitz.
Und das ist halt ein Spruch unserer Zeit.
Ich meine, früher, vor 100 Jahren kann man sagen, okay, damals war das Frauenbild einfach noch so.
Aber dass jemand in unserer Zeit so etwas sagt, also er hat gesagt,
Frauen können einfach nicht so gut malen.
Das ist ein Fakt. Und das war 2013.
Das finde ich, das finde ich schon wirklich eine Unverschämtheit.
Es gibt auch, die G-Doc wird dieses Jahr 100 Jahre alt.
Also vor 100 Jahren ist dieser Verein gegründet worden, um Künstlerinnen mehr
Sichtbarkeit zu verschaffen.
Damals waren ja die Bedingungen viel schwerer als heute.
Und die haben jetzt eine Studie gemacht, um zu sehen, wie ist es heute?
Ist sowas wie die G-Doc heute überhaupt noch relevant? Oder hat sich das jetzt
überlebt? Und das Ergebnis, ich kann es jetzt nicht so ganz genau sagen,
aber das Ergebnis war tatsächlich, es ist besser geworden, aber es ist noch
lange nicht eine Gleichheit erreicht.
Also wir müssen dranbleiben. Auf jeden Fall.
Das ist immer so eine Annäherung. Ich finde es aber auch interessant,
dass ganz oft auch andersrum man als Frau so den Spruch hört.
Widme dich der Kunst, wenn du einen reichen Finanzier hast, wenn du einen reichen
Ehemann hast oder so, das habe ich auch schon gehört.
Also wenn du dich auf jemanden verlassen kannst oder reiche Eltern oder irgendeine
Art von Sponsoring im Hintergrund, dann kannst du dich der Kunst widmen und
dann wird Kunst auch schon als was sehr Weibliches gesehen oder als was sehr,
ja, dass man so die Muse ist, die so schöne Bilder meilt den ganzen Tag,
während der Mann sich dem Arzt des Lebens widmet.
Und das ist ja oft in beide Richtungen irgendwie so ein bisschen diskriminierend,
aber leider noch oft, dass es nicht so wirklich auf eine Stufe gestellt wird,
wie die Ausstellung, die du machst oder die Kooperation mit den anderen.
Das finde ich interessant.
Also wie kommt das Bild oder das Werk dann auf Reisen oder in Räume?
Also es ist so, dass man schon im Vorfeld gesagt bekommt, da ist was in Planung zu dem und dem Thema.
Macht euch mal Gedanken und dann geht jeder so an die Arbeit oder ist es eher
andersrum, dass bei dir was entsteht, jemand wird darauf aufmerksam,
legt dich ein oder macht zu dem Thema dann noch was GröÃeres oder es ist so ein bisschen beides.
Also das finde ich immer interessant, wie kriegt man denn die Werke,
die man im Atelier hat, das sind ja ganz viele Bilder und ganz viele Sachen, die entstehen.
Wie kriegt man die unter das Volk oder dass die auch mal die Ãffentlichkeit zu sehen bekommt?
Das ist ganz unterschiedlich. also es gibt
Ausschreibungen wo du ein Thema bekommst und du kannst was einreichen zu dem
Thema dann gibt es natürlich Einzelaufstellungen wo ich sage ich möchte eine
Ausstellung machen zu dem Thema und dann zum Ausstellungskonzept mache oder ja was gibt es noch.
Naja, oder so Gruppenprojekte, wo man sich ein Thema gibt und dann zu dem Thema arbeitet.
Okay. Ganz unterschiedliche Wege gibt es. Also langweilig wird es einem nie. Nö.
Nö, also langweilig ist es für mich.
Und zu deinem Stil, also würdest du sagen, dass du das konstant weiterentwickelst,
weiterentwickelst oder dass du so deine Farben, deine Techniken,
deine Pinsel gefunden hast und immer wieder damit spielst oder ist es auch noch
so, dass du eigentlich immer weiter hungrig bleibst nach neuen Möglichkeiten
diese Dinge zu kombinieren oder immer wieder noch so ganz was Neues ausprobierst?
Ich bin eigentlich sehr neugierig, ich probiere sehr gerne neue Sachen aus.
Also ich habe natürlich meine Techniken, ich habe meine Farben,
ich habe meine Erfahrung schon ganz klar, aber ich bin auch immer offen, was Neues zu machen.
Ja, also ich mag total gern, dass deine Bilder so bunt sind,
weil ich bin auch so ein Mensch, ich liebe Farben und ich finde,
das wird dann oft in so eine kitschige Ecke gestellt oder, also,
ich weià nicht, ganz viel ist ja auch auf der Instagram-Aesthetik so beige oder so ein bisschen,
auch minimalistisch vom Farbkonzept her, das finde ich irgendwie so schön, dass das so ja,
buntes ohne per se kitschig, also das Wort kitschig ist auch,
kann man auch darüber streiten oder diskutieren, aber dass es einfach so farbenfroh ist.
Ja, Farben sind sehr wichtig für mich. Und auch die Farbzusammenstellungen,
das mache ich sehr intuitiv, aber ich habe,
ich weià gar nicht, wie ich das beschreiben soll, ich habe so ein Gefühl,
also ich habe ein Gefühl, wenn Farben gut miteinander zusammenarbeiten und wann nicht.
Und es gibt Farbzusammenstellungen, die machen wir körperlich.
Wie eine innere Gänsehaut. So kannst du das verstehen.
Ich kann aber nicht sagen, das ist weil diese Farbe und diese Farbe irgendwie,
sondern das ist wirklich nur ein Gefühl.
Und so stelle ich auch meine Farben für die Bilder zusammen.
Und mit diesem Trend, dass hier in Deutschland vor allem alles so weiÃ,
grau, beige ist, ich glaube, es gibt gerade eine Wende.
Ich habe jetzt schon öfters irgendwo gelesen, Mut zur Farbe und mehr Farbe ins
Haus und ich glaube, dass da jetzt vielleicht doch eine Wende kommt,
die Leute sich mehr trauen auch hoffentlich.
Also ich glaube, es kommt ein bisschen darauf an, in welcher Branche man ist,
weil ich glaube auch in der Werbe oder so ein bisschen in der linken Kunstszene
ist auch sehr viel Farbe eigentlich.
Ich glaube, was ich gerade nicht gedacht habe, bis so an die Wohnungseinrichtung
von Müttern, zum Beispiel jungen Müttern, zu denen ich jetzt auch gehöre,
also wenn man sich da informiert, für Babysachen, das ist ganz,
ganz oft in so einem natürlichen Farbton, Naturtöne,
die Wohnung, also die Möbel und die Kleider und alles.
Genau, deswegen, aber ja, es ist schön, wenn es jetzt zurückkommt.
Also ich hoffe, ich muss mal schauen.
Und was mich noch interessiert, dein Mann hat an Grafikdesign studiert und dann
noch als Grafikdesigner gearbeitet.
Findest du das hilfreich, dass ihr beide da so eine Leidenschaft habt,
Es gibt ja auch wiederum zwei Sichtweisen.
Manchmal sagt man, es ist total schön, wenn sich Gegensätze anziehen,
wenn der eine was ganz anderes macht und man dann in seiner Kunst so für sich ist.
Oder es kann ja auch das Gegenteil der Fall sein, dass man...
Eben als Paar sich auch über die Sachen unterhalten kann.
Also du kannst dich mit ihm bestimmt über Farben und über all diese Dinge austauschen,
unterhalten. Er versteht dich und das ist ja auch total wertvoll.
Und wie macht ihr das? Also redet ihr privat viel über Kunst, Malerei?
Tauscht ihr euch da aus? Oder ist es mittlerweile so, du gehst ins Atelier,
machst dein Ding? Er ist ja auch im Atelier.
Sind wir das so ein bisschen getrennt voneinander? Macht wahrscheinlich auch,
weil ihr unterschiedliche Dinge macht Oder wie tragt ihr das so in die Beziehung?
Oder das interessiert mich immer so.
Ja, ich würde sagen, Kunst ist einfach ein Teil unseres Lebens, ein groÃer Teil.
Weil das eine ist, dass ich im Atelier jetzt seit einem Jahr mehr das Atelier mit ihm teile.
Ich hatte vorher eine andere Künstlerin, die dann weggezogen ist.
Und dann hat er den Teil übernommen.
Und er macht ganz andere Sachen als ich. Also so zusammen was machen tun wir
selten, aber wir reden drüber und wir gehen sehr gerne in Ausstellungen,
schauen uns Kunst an, haben viele Kunstbücher und das ist schon wirklich ein
Teil unseres Lebens und ich finde es schön, dass wir uns darüber austauschen können. Voll.
Oder auch wenn ich Ausstellungen habe, dass er auch mitgeht oder manchmal haben
wir auch schon zusammen ausgestellt.
Schön, ja. Ja, und die Kinder, sind die auch an Kunst interessiert oder malen die gern?
Sie sind an Kunst interessiert. Unser Ãltester hat dann auch Grafikdesign studiert.
Aber so malen tut eigentlich keiner von ihnen. Okay.
Wird es auch immer interessant, wie so ein künstlerischer Haushalt dann den
Nachwuchs prägt, ob die Kinder dann auch in eine ganz andere Richtung.
Ja, wobei, als die Kinder klein waren, habe ich halt auch nicht viel gemalt.
Also ich habe schon mit ihnen kreative Sachen gemacht, aber das war damals nicht
vorhanden. Das kam ja erst später.
Aber Sie sind schon interessiert, Sie haben auch alle Bilder von mir hängen in Ihren Wohnungen.
Schön. Du hast mir auch erzählt, dass da auch mal so eine Anfrage aus Berlin
kam, also dass einfach jemand online ein Bild von dir gesehen hat und sich total daran verliebt hat.
Das ist ja auch irgendwie schön, dass es die Möglichkeit gibt oder dass die
Leute darauf dann auch stoÃen und sich dann auch dafür entscheiden,
so ein Kunstwerk zu bestellen, ohne dass man es real gesehen hat.
Ja, das war sehr überraschend. Es ist auch wirklich nur einmal vorgekommen.
Aber das fand ich schon sehr beeindruckend, weil die Frau, die das Bild gekauft
hat, hat das Bild nie vorher gesehen, nur im Internet als Foto.
Und du weiÃt ja, Fotos können sehr falsch aussehen auch.
Und ich habe, also sie hat das Geld geschickt, Ich habe das Bild nach Berlin
geschickt und war dann sehr gespannt, wie kommt es an.
Und sie war dann total begeistert. Er hat gesagt, das sieht in Wirklichkeit
noch besser aus als ein Fotoschild.
Von daher war das echt toll. Aber das ist eher seltsam.
Ich glaube, ich muss jetzt auch mal Wasser trinken.
Wir sind eigentlich auch schon fast durch. Also mich würde noch interessieren,
ich frage mal die Gäste, ob es irgendeinen Ratschlag gibt, den sie ihrem jüngeren Ich geben würden.
Also wenn sie jetzt nochmal zurückblicken oder auch vielleicht auch in die Zukunft blicken.
Also ich kann dich beides fragen. Das erste ist, welchen Ratschlag würdest du
deinem jüngeren Ich geben, wenn du jetzt nochmal deinen Weg genauso gehen könntest?
Ich weià ehrlich gesagt nicht, ob ich einen Rat habe, um etwas anders zu machen.
Also mein Weg war halt nicht radlinig. Es war mit vielen Windungen und trotzdem
finde ich, dass jede Phase wichtig war und jede Phase mich halt auch geprägt
hat und dahin gebracht hat, wo ich jetzt heute bin.
Ich glaube, ich hätte in jungen Jahren nicht die Kunst gemacht,
die ich jetzt habe, durch die Lebenserfahrungen, die ich gemacht habe.
Und deswegen, ich weià es nicht, jetzt kann ich es nicht beantworten,
ich habe eigentlich jede Phase genossen und gern gehabt.
Und ich finde auch die jetzige Phase ganz toll. Also ich bin wirklich sehr glücklich
mit meinem Atelier und mit der Freiheit, die ich jetzt habe und mit allem, was ich machen kann.
Aber ich könnte jetzt nicht sagen, ja, wie wäre der Weg verlaufen,
zum Beispiel, wenn ich von Anfang an Kunst studiert hätte.
Keine Ahnung, wäre ich vielleicht ganz woanders. aber.
Ja, so war das damals eben. Das ist schon nicht so Debatte.
Wobei du jetzt genau den Traum lebst. Genau, so ist es.
Ich lebe jetzt eigentlich den Traum, der mir aber über viele Jahre gar nicht
bewusst war, dass das ein Traum war.
Und das hat sich einfach so entwickelt. Und ich glaube, wichtig ist nur die Offenheit.
Ja, es ist eine neue Lebensphase, jetzt kommt da was und dann gehe ich einfach da rein und mache das.
So wie ich vorhin gesagt habe, als ich so da stand, es war ein Hobby und das
Hobby nahm dann solche AusmaÃe an, wo ich gedacht habe also,
jetzt muss ich dann eine Entscheidung treffen, traue ich mich,
in diese Welt der Kunst reinzugehen oder traue ich mich nicht und ich habe mich
getraut und das hat mich jetzt dahin gebracht wo ich jetzt bin voll inspirierend,
weil du brichst so richtig eine Lanze für den Mut und für die Leidenschaft und für die Kunst,
dass man einfach seinem herzen da vielleicht folgen sollte
auch man ist es ja auch nie irgendwas irreversibel
also man kann ja dann immer noch auch zurückrudern wenn es doch nichts geworden
ist denke ich mir oft also dass man dann zu einem vernünftigen job kommt man
ja irgendwie immer aber das finde ich irgendwie schön dass du da so eine positive
erfahrung gemacht hast in dem wirklich getraut hast und es hat sich ausgezahlt.
Welche Wünsche oder Hoffnungen hast du noch so für die Zukunft?
Also gibt es noch irgendwas, was du lernen möchtest oder irgendwas noch erleben,
also im Bezug auf die Kunst?
Also du unterrichtest ja auch und da gibt es da noch irgendwas,
eine Stufe oder irgendeine Sache, die du noch entdecken magst?
Ich bin ja schon ein bisschen älter. Da ist die Zukunft nicht so lang.
Ich will aber und tue es auch immer lernen.
Also das Lernen hört nicht auf. Und Neues zu entdecken und bin sehr gespannt auf das, was kommt.
Aber ich habe jetzt nicht ein Ziel, wo ich sage, das will ich jetzt erreichen.
Ich will einfach weitermachen. Ich denke, ich bin ja eigentlich auch jetzt in Rente.
Habe aber überhaupt nichts geändert an meinem Leben. ich mache weiter und so,
ich will eigentlich auch weitermachen, solange ich kann es.
Und mal schauen, was sich noch entwickelt.
Voll schön. Auch Gloria, das ist echt so.
Wo findet man dich, wenn man also deine Bilder anschauen will?
Ich weiÃ, dass dieses Wochenende was in Laa stattfindet, im Schwarzwald.
Da gibt es eine Ausstellung von dem Verein Black Forest Power Women.
Da bin ich eingeladen worden. Also ich bin da mit drei Bildern dabei.
Das ist eine Progenausstellung.
Die machen aber auch ganz viel Programm drumherum noch. Und ansonsten bin ich
in Horcrad im Kloster mit der Ortszeit vertreten.
Und in Kürze wird es in Worms diese Schuhausstellung. Gehe eben nochmal.
Es kommen einige Sachen. In diesem Halbjahr sind, glaube ich,
vier oder fünf Ausstellungen.
Wow, also es schläft richtig gut bei dir. Also das habe ich auch schon letztes
Mal gedacht, als ich im Atelier war, dass es nicht nur so eine im Jahr ist,
sondern ich glaube, du bist richtig gut gebucht.
Ziemlich viel gerade. Sehr schön. Und sonst findet man mich natürlich im Atelier.
Ja. Oder auf meiner Homepage.
GloriaKeller.de Ja. Super. Wir verlinken alle Infos noch in den Shownotes und,
ja, schaut euch unbedingt die Bilder von Gloria an.
Es ist einfach echt, ich fand es sehr inspirierend, auch im Atelier zu sein
und danke, dass du hier warst im Podcast und so offen von deinem Weg erzählt
hast und viel Erfolg für die Zukunft.
Vielen Dank und vielen Dank, dass ich hier sein durfte, dass du mich geladen hast.
So, liebe Leute, das war die Folge mit Gloria. Ich hoffe, sie hat euch ebenso inspiriert wie mich.
Ich finde, das ist wirklich ein Genuss, ihre Bilder zu schauen.
Guckt unbedingt in den Show Notes rein. Da findet ihr alle Informationen zu Glorias Werken.
Und freut euch schon auf die nächste Folge. Wenn euch das alles hier gefällt,
dann schickt doch gerne mal eine Episode eurer Wahl an, eine Person eurer Wahl,
damit sie auch diesen Podcast entdeckt. und folgt mir auf Instagram.
Alle Kanäle und so weiter findet ihr auch in den Shownotes.
Und bewertet den Podcast. Das hilft, damit mehr Leute auf ihn aufmerksam werden.
Und danke fürs Zuhören. Ich freue mich, dass ihr dabei seid.
Und bis zum nächsten Mal.
Nicht vergessen, immer fleiÃig weitertrollen.