Hallo, liebe Freunde des Guten Geschmacks. Ihr Herr Traum und Tagelohn, euer Lieblingspodcast.
Das ist unsere erste digitale Aufnahme. Bislang waren die Leute immer bei mir im Studio,
aber da ich auch viele sehr beschäftigte Personen, die sehr interessant sind, interviewen möchte,
bietet sich das natürlich an, das Ganze auch digital zu machen.
Das heiÃt, ich bin immer offen für Experimente und das ist ja auch meine Sendung.
Also ich bin sehr gespannt, wie ihr das findet, ob ihr einen Unterschied merkt.
Gebt mir doch gerne Feedback und ansonsten viel Spaà bei der Folge.
Heute mit Dr. Lisa König. Die kenne ich aus einem gemeinsamen Projekt vor ein paar Jahren.
Und zwar habe ich damals eine Idee für ein Computerspiel gehabt und Lisa hat dann mitgemacht,
in welcher Form und was wir da gemacht haben und was sie generell so macht, das wird sie uns gleich erzählen.
Das ist eine wunderschöne, inspirierende, also unglaublich tolle Person,
die ich sehr ins Herz geschlossen habe und wo ich super dankbar bin, dass ich irgendwann mitgelaufen bin.
Und ich freue mich, sie euch vorzustellen. Lisa König.
So, hi Lisa, ich freue mich riesig, dass du bei mir bist.
Ich glaube, wir haben uns jetzt auch schon, ich weià nicht wie lange, aber vielleicht anderthalb Jahre oder so nicht gesehen.
Und dein Tag ist immer ziemlich voll und auch einfach, ich kriege das auch so ein bisschen auf Social Media mit.
Deswegen finde ich es umso cooler, dass wir so jetzt kurz die Möglichkeit haben, uns auch wieder abzudaten.
Und bei dir ist, glaube ich, richtig viel passiert.
Aber Zuhörerinnen dieses Podcasts wissen, dass wir immer damit starten, dass die Gäste den Gegenstand mitbringen.
Und ich bin super gespannt, was du mir mitgebracht hast.
Ja, ich überlasse dir jetzt mal das Feld.
Du kannst gerne zeigen und erzählen, was für ein Gegenstand, der eine besondere Bedeutung für dich hat, du heute so dabei hast.
Ich habe tatsächlich mehrere Gegenstände dabei, weil eine meiner ganz groÃen Grundfähigkeiten ist, dass ich mich nie ganz festlegen kann,
sondern immer so ganz viele Ideen habe, was sein könnte.
Und das eine, was ich mitgebracht habe, sieht man hier bei mir im Hintergrund.
Ich habe ein beleuchtetes Regal gerade hinter mir und da liegen meine ganzen VR-Brillen drauf.
Weil einer meiner Forschungsschwerpunkte ist aktuell Virtual Reality als Zukunftstechnologie im Literaturunterricht.
Und da habe ich immer ganz viele unterschiedliche mit da und kann dann testen, was für die Kiddies am spannendsten ist.
Und gerade deshalb bedeuten mir die auch so viel, nicht nur, weil die Hardware irgendwie cool ist,
sondern weil es eigentlich für mich so der Inbegriff von Neugier ist.
Und das ist, was mich die ganze Zeit antreibt, aber was Kinder auch extrem viel antreibt,
immer mehr wissen zu wollen und zu wissen, wie die Welt funktioniert und was man so alles für sich mitnehmen kann.
Und da ist VR einfach so ein unfassbar groÃer Spielplatz und den finde ich schon sehr, sehr beeindruckend.
Und eine meiner Lieblingsbrillen liegt da auch da hinten, mit denen wir auch ganz viel mit den Kiddies eben entsprechend arbeiten,
die uns auch schon wirklich sehr, sehr, sehr, sehr lange begleiten.
Meine Arbeit, die des Zentrums, aber eben auch die von ganz vielen Kindern im heutigen und auch hoffentlich den zukünftigen Unterricht.
Cool. Oh Mann. Also ich glaube, wir sind alle super gespannt darauf zu hören, was du beruflich machst.
Ich habe dich ja kurz schon eingeleitet. Also wir kennen uns ja auch ein bisschen von über deine Arbeit,
also über das Zentrum für didaktische Computerspielforschung.
Und ich glaube, das ist einer der kreativsten, coolsten, besondersten Berufe,
die man so vor allem als pädagogische Fachkraft vielleicht ausüben kann, sage ich jetzt mal so.
Und ich weiÃ, dass du auf jeden Fall dafür brennst. Und das hört man, glaube ich, jetzt schon in den ersten Worten total raus.
Also es ist wirklich deine Passion, deine Leidenschaft.
Wenn du dich jetzt mal selber kurz so vorstellst, damit ich nichts vergesse.
Ich bin mir, glaube ich, auch nicht sicher, ob ich dich jetzt Professor Doktor Lisa König nennen soll.
Tatsächlich erst im April. Also ich habe jetzt im Dezember, also 25, je nachdem wann ihr den Podcast hört,
habe ich jetzt meine Habilitation abgeschlossen und da brauche ich jetzt noch so ein bisschen Formalkram.
Aber dann ganz offiziell bin ich dann jetzt eine Weile Privatdozentin mit diesem Wisch und dann der Doktor hintendran.
Aber mir sind Titel so wahnsinnig egal. Und dann später wird es dann sozusagen, wenn alle Formalien durch sind,
ist das dann eine ganz normale Professur und dann ist es Professor Doktor.
Aber ich bin viel zu uneitel, als dass mir Titel irgendwie wirklich was bedeuten.
Das ist ein bisschen untypisch für jemand, der in der Wissenschaft arbeitet.
Ich hasse Akademia und ich hasse Theater, was da irgendwie so auÃen drum herum passiert.
Und ich liebe Arbeit, also auch die Arbeit, die wir auch miteinander gemacht haben.
Und das ist, glaube ich, das ist viel eher das, was so passt.
Aber ja, eigentlich sollte ich mich vorstellen. Das war eigentlich das, was du gefragt hattest.
Also hi, ich bin Lisa, Lisa König. Ich bin Direktorin des Zentrums für didaktische Computerspielforschung.
Das heiÃt, ich habe es hinbekommen, mein Nerdtum in sozial anerkannte Bahnen zu lenken.
Das ZFTC ist eine europaweit einzigartige Forschungseinrichtung zu den Potenzialen von interaktiven Bildschirmmedien.
Das heiÃt, wir machen alles, was irgendwie cooler Zukunftsshit in Bildungskontexten ist.
Also Apps, Games, Virtual Reality, künstliche Intelligenz und gucken uns an, wie Bildung da besser geht.
Das Zentrum gibt es seit 2019. Das habe ich zusammen gegründet mit meinem Kollegen Jan Böhmern.
Und ganz von Hause aus bin ich eigentlich Grundschullehrerin, Literatur- und Mediendidaktikerin und halt beruflich Nerd.
Also alles, was mit Wissenschaft zu tun hat.
Und da sind die Schwerpunkte alles, was mit empirischer Bildungsforschung zu tun hat.
Also ich will mir nicht nur Dinge ausdenken, sondern ich will wissen, wie Dinge funktionieren.
In diesem Podcast spreche ich ja mit kreativen Frauen, die älter sind als ich und auch jünger sind als ich.
Und so ein bisschen in beide Richtungen soll auch so das Zielpublikum quasi gehen.
Also ich hoffe, dass ein paar Jüngere vielleicht zuhören und so inspiriert werden von kreativen Berufen und auch von den Nerds.
Also ganz ehrlich, ich bin auch in meiner Seele ein tiefer technischer Filmtechnik-Nerd.
Und ich finde es einfach toll, wenn man so einfach Beispiele hat in jungen Jahren, wohin die Reise gehen kann.
Also wie kann man sein Nerdtum zum Beruf machen?
Und ich werde jetzt gleich ganz viel rauspicken von Sachen, die ich total spannend finde.
Also unter anderem, dass du mal ein Seminar bei Harry Potter gemacht hast.
Da werden wir gleich nochmal drüber sprechen.
Aber nur zur Einordnung.
Also das Zentrum für didaktische Computerspielforschung, das gehört zur PhD.
Also zur Pädagogischen Hochschule in Freiburg.
An der Uni Freiburg, so rum.
Und das ist auch dein Schwarzwald-Bezug, weil wir sind ja jetzt in der ersten Staffel erstmal auf die Schwarzwald plus minus Frauen konzentriert.
Und ich finde es total spannend, dass es einfach so im Schwarzwald so ein Zentrum gibt.
Und dass ihr das auch gegründet habt.
Und ich erinnere mich, wie wir zusammengefunden haben.
Da habe ich mich an euch gewandt, weil ich eine Idee hatte für ein Computerspiel.
Und mir überlegt hatte, wie kann ich das in den Unterricht bringen.
Und ihr wart da einfach so ein krasser Game-Changer, weil ihr so einfach wusstet, wie diese pädagogischen Fachkräfte und Schulen funktionieren.
Und das ein ganz, ganz wichtiger Zugang über das Lehrmaterial ist.
Und worauf ich aber jetzt hinaus will ist, unser erstes Gespräch, das war so cool.
Weil ich habe euch angeschrieben und ihr wart sofort am Start.
Also ihr wart sofort so on fire.
Und ich habe das irgendwie selten erlebt, dass Leute so was für was brennen.
Zeit schaffen, obwohl sie sehr beschäftigt sind.
Und dann aber auch irgendwie sofort riechen und sofort verstehen, was man vorhat.
Also sofort das Potenzial erkennen und welche Richtung es gehen kann.
Also ich weià nicht, ich habe so viele Themen mit dir.
Das heiÃt, ich bin einfach ein groÃer Fan.
Deswegen kannst du dir jetzt aussuchen, worauf du jetzt von dem, was ich gesagt habe, eingehen möchtest.
Dann fangen wir doch einfach mal mit unserem ersten Gespräch an.
Weil ja, das ist natürlich super wichtig, auch gerade so zu schauen mit, was sind das denn überhaupt für Projekte?
Und man muss auch ehrlich sagen, wir reagieren natürlich nicht irgendwie auf alles, was irgendwie so an Projektideen kommt, so positiv.
Aber deine Idee war einfach so groÃartig.
Also für diejenigen, die das noch nicht kennen.
Helena hat sich die Geschichte hinter Join the Comfort Zone ausgedacht.
Ein absolut groÃartiges Serious Game zur Demokratiebildung.
Und das erste Mal, als du uns das erzählt hast, weià ich noch, wie ich zu Jan gesagt habe,
das ist vollkommen egal, dass wir eigentlich überhaupt keine Zeit haben.
Wir machen das, weil das ist so wichtig und das ist so eine coole Idee.
Und wir haben da keine Sekunde lang gezögert.
Und ich weià noch, wie ihr dann das erste Mal bei uns ins Büro kamt und solche Gespräche ablaufen, wie sie bei uns immer ablaufen,
nämlich mit Kekse, Tee, Kaffee und dann lösen wir halt Probleme.
Und das, was ich vorhin auch meinte, es gibt so wahnsinnig viele Leute, die sich so im Theater verlieren.
Also die einfach sagen, ja, wir müssen einfach mal schauen und wie es geht.
Und ach ja, also das sollte man mal machen.
Aber Veränderung geschieht halt nur, indem man es macht.
Und das war sowohl bei deiner Idee einfach so, dass man direkt gesehen hat, wie kann man das umsetzen.
Aber das ist auch was, wie wir gerne arbeiten und wie ich gerne arbeite.
Weil es eben ganz häufig so ist, dass man nicht so auf die Menschen trifft, die sagen, oh ja, das setzen wir jetzt mal um.
Und das braucht es aber, finde ich, viel, viel mehr.
Weil was soll im schlimmsten Fall passieren?
Dass Dinge nicht klappen, dass irgendjemand Nein sagt, dass man vielleicht mal irgendwie hinfällt.
Ja, dann steht man halt auf und macht irgendwie weiter.
Und das ist, glaube ich, was das ganz, ganz arg viele von auch den Frauen, die du interviewst, eben vereint mit, die machen halt einfach.
Alle in ihren Bereichen und alle unterschiedlich.
Alle auf eine gewisse Art und Weise Nerds, aber eben auf eine sehr, sehr engagierte Art und Weise.
Und da gehören wir natürlich mit dem Zentrum an der Stelle insofern mit dazu.
Uns gibt es halt nicht. Und genau aus dieser Idee ist das damals auch heraus entstanden.
Also wir haben da schon lange zu dem Thema gearbeitet.
Und als Jan und ich dann nach Freiburg gewechselt sind, weil ursprünglich waren wir in Ludwigsburg erst und sind dann erst in den Schwarzwald mit rüber gesiedelt an die Pädagogische Hochschule.
Dass wir dann gesagt haben, okay, wenn es sowas nicht gibt, so eine Forschungseinrichtung, die sich genau um sowas kümmert und eben schaut, wie Zukunftsunterricht funktionieren kann,
wie man die Medien von Kindern, die sie ja tagtäglich nutzen, mit in den Unterricht kriegen kann.
Irgendjemand muss es ja machen. Dann können wir das ja auch sein.
Und in der Zwischenzeit sind wir wirklich ziemlich, ziemlich angewachsen.
Also wir waren am Anfang halt zu zweit und haben so Ideen so an sich.
Und in der Zwischenzeit sind wir aber mit unseren DoktorandInnen und Hilfskräften zusammen 20 Leute, die alle eben an solchen Projekten arbeiten und wuseln.
Und das ist auch echt was, was der absolute Hammer ist.
Allerdings alle drittmittelfinanziert. Das heiÃt, wir dürfen einfach nicht, auch für Anträge zu schreiben, für diejenigen, die nicht aus der Wissenschaft kommen.
Drittmittelfinanziert bedeutet, man hat irgendeine coole Idee und dann muss man jemanden finden, der einem dafür Geld gibt.
Meistens sind das Ministerien oder die Deutsche Forschungsgesellschaft oder Arbeitsstiftungen, mit denen man dann eben zusammen Projekte umsetzen kann.
Und dafür braucht man dann Leute. Und das sind dann zum Beispiel die Stellen, die bei uns mit dran sind.
Und jetzt diese Woche schreiben wir zum Beispiel wieder eine Hilfskraft aus mit dem Titel Medienquatsch.
Wir brauchen jemanden, der mit uns Medienquatsch macht.
Und das ist dann für unsere Studis natürlich auch was total Cooles zu sehen.
Okay, also einfach auch mit Ideen und Kreativität kommt man eben weiter. Genauso wie du mit deinem Podcast.
Okay, aber jetzt, was mich jetzt gerade beim Zuhören interessiert hat.
An welcher Stelle hast du dich dafür entschlossen, so in Richtung Wissenschaft zu gehen?
Weil ich nehme uns doch mal mit nochmal so in das Nerdtum der kleinen Lisa.
Kannst du dir vorstellen, dass du da einfach zum Beispiel auch, also du hast bestimmt viel gelesen oder bestimmt viel gespielt.
Hattest du dann auch irgendwie den Wunsch, selber in die Richtung kreativ tätig zu sein?
Also zum Beispiel ein Spiel zu entwickeln oder so?
Oder war dir ganz klar, du willst eigentlich in die Forschung, in die Lehre?
Wer warst du so als kleines Mädchen?
Oh, das war mir am Anfang überhaupt nicht klar. Wie so vielen Leuten irgendwie nicht.
Also ich sag mal so, ganz am Anfang hat das Ganze angefangen, dass ich einen Vater hatte, der wirklich sehr, sehr gerne gezockt hat.
Und auch gerne Dinge gezockt hat, wo eigentlich kleine Kiddies vielleicht nicht nebenbei irgendwie mit rumlaufen sollten.
Aber das heiÃt, ich bin einfach sehr, sehr, sehr, sehr früh in Kontakt gekommen mit Games, aber eben auch mit Literatur in den vielfältigen Erscheinungsformen.
Ich habe sowohl als ich klein war, aber das zieht sich auch bis jetzt durch, ich habe alles geliebt, was eine gute Geschichte erzählt.
Vollkommen egal, ob Bilderbuch, Ganzwerk, Kinderserie oder irgendwelche Filme, Hörspiele oder aber eben Games.
Und ich glaube, dass es mich neben dem, dass ich schon immer mit Büchern groà geworden bin und mit Geschichten groà geworden bin und mit Games groà geworden bin,
besonders dann geprägt hat für Wissenschaft war, ich konnte halt nie es beruhen lassen.
Das ist, glaube ich, was Hartnäckigkeit und so ein bisschen Innovation meistens vorantreibt.
Es sind Leute, die nicht aufhören, Fragen zu stellen.
Und ich glaube, damit habe ich viel in meinem Umfeld, auch als ich klein war, schon ziemlich an den Rand getrieben, könnte man vielleicht sagen.
Ich war einfach immer super neugierig und wollte wissen, wie Dinge funktionieren.
Und für mich war von klein auf eigentlich eher klar, ich möchte gerne Lehrkraft werden, weil ich Lehrkraft den coolsten Beruf auf der Welt finde.
Dann kommt lange nix, dann kommt Kreativität und dann kommt vielleicht meiner.
Aber Lehrkraft ist für mich der absolut coolste Beruf auf der Welt, weil man insbesondere in der Grundschule und das war das, wo ich gerne hin wollte, so wahnsinnig viele Leben prägt.
Jeder von uns und euch, da könnt ihr direkt mal mitmachen, wenn ihr mal kurz an eure Grundschullehrkraft denkt.
Jeder von euch weià noch, wie diese Person hieÃ, wie sie euch behandelt hat, was es an coolen Events in der Grundschule gab, ob es ein Klassenmaskottchen gab oder nicht.
Jeder weià noch, wie die Freunde von damals hieÃen.
Wenn man jetzt allerdings sagt, hey und, was ist denn mit dem Mathelehrer in der siebten Klasse?
Da muss man so ein ganz kleines bisschen nachdenken, bis da denn irgendwas in Info kommt.
Und gerade diese Präkraft, die Grundschule hat, ist der absolute Hammer, weil das sind Menschen, die wissen alles, die können alles, die haben jede Information über Welt und sind auch noch interessiert an dir als Kind.
Das ist ja der absolute Best Case, sofern du eine gute Grundschulpädagogin auch wirklich an der Hand hast.
Auch da gibt es nicht so gute Beispiele, aber das ist eigentlich der Best Case.
Und ich fand das total spitze, weil ich auch, als ich dann immer gröÃer wurde, Jugendliche total super fand.
Ich habe sehr, sehr lange selber Sport gemacht.
Ich war Kampfsportlerin, habe dort auch selber mit Gleichaltrigen, aber eben auch mit jüngeren Kiddies zusammengearbeitet.
Ich habe immer Nachhilfe gegeben und war in verschiedenen Bildungsträgerschaften irgendwie so aktiv, um mich da dann um andere zu kümmern.
Und damit war der Weg Schule für mich sehr, sehr klar.
Und darum habe ich dann auch nach dem Abi direkt angefangen zu studieren.
Das war in Ludwigsburg dann damals an der PEH, auch mit dem Grundschullehramt und mit den ganz klassischen Fächern Deutsch und Geschichte.
Also das, was alle Menschen studieren, die keine Ahnung haben, was sie in ihrem Leben machen wollen.
Und bei mir war es wirklich eine bewusste Entscheidung, weil ich einfach diese Fachbereiche so geliebt habe.
Und habe da dann angefangen zu studieren und habe auch sehr schnell dann dort in der Verfassungsstudierendenschaft gearbeitet.
Einfach auch, weil es da eben Dinge gab, die man verändern konnte und Strukturen, die ich gesehen habe, die ich irgendwie nicht so hinnehmen wollte, sondern die ich irgendwie gerne anders machen wollte.
Und habe dann auch sehr schnell angefangen, als studentische Hilfskraft zu arbeiten für verschiedene Dozierende, weil die eben dann auch gemerkt haben, okay, da ist wohl jemand, da ist so Interesse da.
Und dann habe ich 2015 in einer Vorlesung Jan kennengelernt.
Jan Büllmann, damals Juniorprofessor noch und in der Zwischenzeit, wie gesagt, mein Zentrumskollege, mit dem ich das zusammen gegründet habe und mein bester Freund in der Zwischenzeit.
Und ich saà in seiner Vorlesung über, und ich weià es immer noch, jungen Literatur.
Und ich fand das nicht kohärent, was er da erzählt hat.
Und wir haben uns tierisch genervt, das komplette Semester lang in einer Vorlesung mit über 100 Leuten, wo wir uns gegenseitig die ganze Zeit gestichelt haben mit Informationen darüber, die er nicht kohärent darstellt oder die ich vielleicht nicht richtig verstanden habe und haben uns da so hochgepusht.
Und du kennst uns ja, wie wir so miteinander sind, wenn wir uns gegenseitig hochpushen.
Das war zu der Zeit auch schon so.
Und das Spannende war dann, dass er dann damals meinte mit, okay, hast du schon mal darüber nachgedacht, ob du nicht promovieren möchtest?
Und dann habe ich sehr, sehr laut gelacht und nein gesagt, weil ich komme aus nur einem teilakademischen Haushalt.
Also meine komplette Family ist eigentlich eher BWL-orientiert.
Mein Papa war Banker, meine Mama war Bankerin, mein Bruder hat Mathematik studiert.
Also sowieso jetzt ein Doktortitel in Bildungswissenschaften oder in Didaktik war jetzt irgendwie nicht so das, was man kannte.
Und dann habe ich noch mehr gelacht und gesagt, das will ich auf gar keinen Fall.
Und dann habe ich darüber angefangen nachzudenken, dass eigentlich Wissenschaft was ist, was ich super spannend finde, weil ich da eben all meine Interessen gut mit unterkriege.
Dieses Neugierige, Dinge rausfinden, kreative Lösungen finden für Probleme, die vielleicht andere Leute gar nicht als Probleme wahrnehmen, um Dinge besser zu machen.
Für Kiddies, also für meine Zielgruppe und mit Gegenständen, die ich mochte, nämlich mit Geschichten.
Und das war dann so der Anfang davon, dass ich da damit, okay, das könnte ich ja mal versuchen.
Damals gab es aber in Ludwigsburg keine Nachwuchswissenschaftlerinnenstellen, also vor allem nicht im Fachbereich Deutsch.
Und da wollte ich gerne bleiben.
Und dann dachte ich, dann muss ich mir wohl meine eigene Stelle schaffen und habe mich auf ein Promotionsstipendium beworben.
Das war damals bei der Stiftung der Deutschen Wirtschaft, die, auch wenn man es nicht denken würde, aber ein explizites Kollege für Lehrkräfte hatten.
Und habe dort dann auch einen der wenigen Plätze bekommen.
Das war total abgefahren.
Ich habe dann innerhalb von zweieinhalb Jahren promoviert, hatte ein halbes Jahr später meine Lebenszeitstelle und habe dann mit Jan zusammen zwei Monate später dieses Zentrum gegründet.
Und seitdem machen wir kreativen, coolen, abgefahrenen Chats.
Das kann man eigentlich genau so zusammenfassen.
Und hat dann jetzt die letzten Jahre eben noch parallel habilitiert.
Also das ist dann sozusagen der Proftitel, der kein richtiger Proftitel ist, aber sozusagen das Ãquivalent dazu.
Einfach, weil ich ohnehin so wahnsinnig viel zu interaktiven Medien gearbeitet habe und sich da viele meiner Forschungsprojekte einfach sehr gut dran angeschlossen haben.
Und darum mache ich jetzt das alles seit jetzt dann das siebte Jahr mit dem Zentrum.
Und insgesamt dann jetzt im akademischen bin ich dann jetzt neun.
Also akademisches Alter rechnet man immer sozusagen ab Anfang der Diss.
Und darum mache ich jetzt das, was ich cool finde, was ich spannend finde, seit neun Jahren.
Und es ist jeden Tag anders und jeden Tag so, dass ich neue Fragen stelle und es ist für meine Neugier perfekt.
Ich finde es so krass beeindruckend, weil also einerseits ist es einfach wichtig sich zu entscheiden,
ab einem gewissen Punkt eben Lehre oder Wissenschaft oder Schule oder wie auch immer.
Aber dann sich in diesem Rahmen nochmal neue Wege zu schaffen, also nicht einfach sich damit zufrieden zu geben.
Es gibt eben irgendwie keine Professur, es gibt eben keinen Nachwuchs, also keine Stelle dafür.
Dann schaffe ich mir die einfach, indem ich mich für ein Stipendium bewerbe und gucke, was passiert.
Ich finde es so cool, weil also ganz viele Leute werden, glaube ich, da stehen geblieben.
Und wenn du dann einfach denkst, so wie komme ich weiter?
Also dann, ich glaube, das macht diese Stelle auch aus, die du jetzt hast oder auch das Institut oder das Zentrum,
dass du eben einfach, wenn du nicht weiterkommst, dann denkst du dir was aus und dann schaffst du dir einen neuen Weg.
Und dadurch bleibt dieser Job ja wahrscheinlich auch super spannend.
Und die Geschichte mit Jan Billmann, die kenne ich gar nicht, dass ihr euch am Anfang so gerieben habt aneinander.
Aber das finde ich auch so spannend oder so cool, weil also jetzt, wenn man euch so trifft,
dann seid ihr einfach wie Yin und Yang, so ein Herz und eine Seele.
Also ich finde es ist so, der eine spricht den Satz zu Ende, der den anderen angefangen hat.
Also gefühlt ist es so, einer wirft was in den Raum und der andere weià schon ganz genau,
wohin der Gedanke hingeht und fügt es dann zusammen.
Also es ist wirklich, als wärt ihr so mit einem Gehirn ausgestattet, das aber sehr, sehr groà und sehr reich ist.
Und wenn man dazu eben diese Vorgeschichte hat, dass ihr euch eigentlich dann ganz schön gebieft habt oder gerieben habt aneinander,
finde ich das umso wichtiger.
Aber auf eine sehr liebevolle Art und Weise, muss man dazu sagen.
Also wir haben uns nicht gestritten oder sowas, sondern es war eher so,
wir hatten eine riesige Freude daran, uns gegenseitig herauszufordern.
Und das haben wir immer noch so miteinander.
Also gerade auch mit diesen, es ist schon so ein bisschen ein Hirn mit zwei Körpern an der Stelle.
Und das ist auch was, was so wahnsinnig ertragreich ist, wenn man Menschen findet,
mit denen man gerne zusammenarbeitet und mit denen es dann eben auch so kreativ flowt.
Und das ist auch bei ganz, ganz arg vielen unserer TeammitgliederInnen so,
dass die solche Beziehungen zueinander entwickeln.
Und wir versuchen das denen eben auch vorzuleben mit, das ist halt kein, also es gibt keinen Endpunkt,
sondern alles, was wir uns eben, ja das ist so ein bisschen, das klingt sehr nach Walt Disney.
Wenn man das so ein kleines bisschen sagt, ja alles, was du dir vorstellen kannst, kannst du auch umsetzen.
Alles, was du dir erträumst, kann Wirklichkeit werden.
Also das klingt ja alles so wahnsinnig plakativ.
Aber gerade wenn es um Kreativität und kreative Jobs geht, dann ist das definitiv was, was stimmt.
Weil alles, worauf man Lust hat, kriegt man irgendwie umgesetzt.
Man muss sich halt nur überlegen, wie und da sind die Wege mal steiniger und mal ein bisschen einfacher.
Aber an sich, wenn es was ist, wofür man brennt, sollte man sich davon niemanden irgendwie aufhalten lassen,
sondern sollte dann überlegen, mit was kann ein Weg sein, wie das Ganze eben funktioniert.
Und der ist mal pragmatischer und mal ein bisschen bescheuerter.
Aber da ist jetzt ein Zentrum mit 20 Leuten draus gewachsen.
Einfach aus dieser sehr konstruktiven Beziehung, wo man einfach einander quasi gestritten hat im produktivsten Sinne.
Und ich finde, wir leben in so einer Zeit, wo das Streiten verlernt wird auf eine gute Art.
Also man zieht sich entweder zu Gleichgesinnten zurück oder man bekämpft sich wirklich hart.
Und ich finde, dieser kostbare Streit, den es eigentlich auch in der Wissenschaft geht,
um an Erkenntnisse einfach zu kommen und so ein bisschen weiterzukommen, den Ball weiter zu rollen,
das finde ich irgendwie so eine wirklich coole Geschichte.
Wie gesagt, ich kannte das noch nicht, eure Vorgeschichte, dass ihr so aneinander gewachsen seid
und am Ende dann dieses Institut dann noch entstanden ist.
Und ich finde, das wird sehr häufig unterschätzt, die Bedeutung von so einem Partner-in-Crime oder von Gleichgesinnten,
die mit dir zusammen irgendwie in den Kampf ziehen und dann coole Sachen machen.
Absolut. Und das ist auch wirklich was, das wird total unterschätzt, gerade in Wissenschaft,
weil Wissenschaft sehr davon dämoniert ist, Einzelkämpfer hervorzubringen oder Einzelkämpferinnen.
Weil es immer darum geht, was hast du veröffentlicht, welcher Name steht an welcher Stelle.
Wir veröffentlichen beispielsweise konsequent einfach alphabetisch.
Das ist mal schön und mal ist es irgendwie ertragreich, aber es ist einfach so egal,
weil es ja eigentlich um die Sache gehen sollte.
Aber bei Wissenschaft ist das eben ganz, ganz häufig eher mit, wer steht vorne, wer sagt was,
wer kriegt irgendwie welchen Platz in welchem Ranking, auf welcher Forschungsindexseite.
Und das ist wirklich was, was super, super, super unertragreich ist,
weil es halt einfach dann immer nur darum geht, wer hat das gröÃte Ego und nicht mehr mit der Ruhe mit,
wer macht eigentlich guten Inhalt oder was ist eigentlich die Idee, um die es gehen sollte.
Und darum haben wir auch das komplette Team nicht hierarchisch durchorganisiert.
Also wir haben beispielsweise jede Woche Teammeetings mit allen Teammitgliedern,
die auch in Subteams zum Beispiel organisiert sind, wo dann die MitarbeiterInnen oder die DoktorandInnen
auch Verantwortung für Hilfskräfte haben.
Darum eine formale Hierarchie gibt es schon, aber jeder darf jederzeit Ideen einbringen.
Und das ist, glaube ich, was, wo ich wirklich extrem happy bin und dankbar um jede einzelne Person,
die bei uns arbeitet, dass wir ein Teamklima haben, wo sich auch alle trauen,
gegenseitig Ideen einzubringen, egal ob Hilfskraft oder ProfessorInnen,
sondern es dann wirklich darum geht, worauf hat man Bock.
Wir haben beispielsweise jetzt vor einem guten Jahr über die Stiftung Innovation in der Hochschullehre
das Projekt Open Game Lab eingeworben.
Das heiÃt, wir haben jetzt ein richtig cooles Game Lab an der PH eingerichtet,
mit Konsolen und VR-Brillen, so wie bei mir im Hintergrund,
und mit leistungsfähigen PCs und mit Medienquatschzeug,
wo die Studis einfach lernen sollen, wie Zukunftsunterricht geht.
Und verwaltet wird das alles von Hilfskräften.
Und das Coole ist, wenn wir in diesen Meetings sitzen, zu was machen wir denn da jetzt als nächstes,
was für Ideen da von den Leuten kommen,
beispielsweise unsere beiden Hilfskräfte Charlie und Richard,
die beide einfach dieses komplette Ding schmeiÃen.
Das ist der Hammer. Ideen hatten für eine Eröffnungswoche, Mario Kart Turniere mit den Studierenden.
Alles hat jetzt eine Corporate Identity, weil Charlie einfach sehr, sehr talentiert darin ist,
Design mit umzusetzen.
Und das einfach so cool ist, dass sie sich das trauen.
DoktorandInnen, die Ideen für eigene Forschungsprojekte haben
und sich dann in Teams organisieren, dass sie die an Schulen umsetzen können.
Da teilweise dann mit Bussen morgens um halb sechs irgendwo ins Hinterland fahren,
in St. Mergen waren sie beispielsweise mal, um da dann Daten zu erheben,
wie Kinder mit Virtual Reality umgehen.
Und da kann ich einfach nur da sitzen und das nur groÃartig finden,
weil die selber so sprühen.
Aber das ist, finde ich, dann auch Aufgabe für die Leute, die so einem Ding vorstehen,
das auch irgendwie möglich zu machen,
dass eben die Leute dann das finden können, was sie gerne machen.
Und das beste Beispiel dafür ist echt, wir haben letzte Woche,
das war Ende Januar, wie gesagt, als Zeitstempel,
Ende Januar fand der weltweite Global Game Jam statt.
Das heiÃt, überall auf diesem Planeten werden zur selben Zeit Spiele entwickelt
zu einem bestimmten Thema.
Wird veröffentlicht und dann müssen alle zu diesem Thema eben was machen.
Und wir hatten über 100 Studis da von unseren beiden Partner-Unis
in Furtwangen und Offenburg.
Und die waren alle bei uns in Freiburg und haben dann zum Thema Maske
oder To Mask dann Spiele entwickelt.
Das Ganze hat einer unserer Doktoranden organisiert, Jaron,
der vor knapp viereinhalb Jahren zu uns kam als Hilfskraft
und so gewachsen ist in dieser Zeit,
dass der jetzt plötzlich so eine Veranstaltung organisiert hat,
wie selbstverständlich da dann jetzt irgendwie diese 15 Spiele,
die da entwickelt sind, gehostet hat und das einfach so ganz locker,
flockig wegmoderiert.
Und da sitze ich einfach da und finde es nur klasse,
weil das dann so Warte getragen wird und die Leute anfangen,
sich dann selber zu entfalten.
Und da kann ich nur da so zu und stolz sein.
Das ist richtig cool.
Ich wollte gerade fragen, das musste ich bestimmt richtig stolz machen,
das Gefühl drauf zu blicken, was du geschaffen hast,
aber auch, was die Leute dann zusammen mit dir und durch dich
aber auch alleine weiter schaffen.
Es ist wirklich eher so ein What the fuck, wie cool sind diese Leute denn?
Das ist es eher.
Also ich habe selber keine Kinder, aber so stelle ich mir so ein bisschen
ab und zu so stolze Mama-Momente als Doktormutter habe ich dann
irgendwie schon, wenn irgendwie Christoph ein tolles Kapitel schreibt
oder Annema dann ihr neues Projekt irgendwie vorstellt,
was sie sich für ihre Diss-Hits vorgestellt hat
oder Yaron dann auf der Bühne steht und 100 Studierenden erklärt,
wie man jetzt irgendwie sich bei diesem Game-Champ verhält.
Also das ist einfach nur cool.
Und das ist aber schon das, was ich auch gerne nicht nur jetzt mache,
sondern auch immer machen wollte und auch zukünftig machen möchte,
dieses Team-Gefühl.
Und ich glaube, das ist gerade, wenn wir es auch auf Weiblichkeit München,
also München, das ist was, das wird super unterschätzt,
inwiefern da eben auch gerade Team-Gedanke und ein Miteinander
da ganz, ganz arg häufig groÃe Synergie-Effekte haben könnte
im Gegensatz zu diesem Gegeneinander,
dass man ja insbesondere entweder bei Academia oder eben auch bei Weiblichkeit
ganz oftmals eben so unterstellt wird mit,
oh ja, das ist ja eben so ein groÃes Gegeneinander.
Und das aber aufzubrechen und zu sagen,
nee, das ist, gemeinsam ist man stark
und gemeinsam kriegt man es hin Strukturen zu verändern,
weil da ist man gar nicht alleine damit.
Wenn man nach links und rechts guckt,
da sind ganz viele andere extrem engagierte Personen,
die sich auch für diese Dinge einsetzen wollen.
Und dann dieses Miteinander, das ist so unfassbar wichtig.
Und das überstrahlt auch ganz, ganz oft,
wenn man dann irgendwie sagt,
oh ja, man leitet dieses Zentrum mit irgendwie 20 Leuten.
Das liegt an den Leuten, dass das alles funktioniert.
Und das liegt nicht an den Personen, die das Geld wirklich einwerben,
sondern das liegt eben an dem kompletten Team, das das dann auch umsetzt.
Also ich habe ja auch dich auf die Art kennengelernt,
also auf der Gamescom.
Ja.
In Köln hast du auf einem Panel gesessen
und ich war so richtig starstruck und habe gedacht,
wow, also mit der Frau muss ich arbeiten.
Und du hast ja gerade den Open Game Term erwähnt.
Und wenn man mal so ein bisschen auf deinem Social Media guckt
oder auch generell einfach so verfolgt, was du machst,
du bist, und das mag ich sehr, sehr nach auÃen aktiv.
Also dass ihr nicht nur so im stillen Kämmerlein forscht
oder halt in eurem eigenen Elfenbeinturm seid
und dann nur mit den,
sag ich mal, nur mit den pädagogischen Fachkräften zu tun habt,
sondern dass ihr das auch nach auÃen tragt.
Dass ihr da wie so eine Art Bildungsauftrag
oder auch Werbung dafür macht.
Also dass du in Podcasts gehst, also nicht nur in meinen,
sondern auch generell einfach in andere Podcasts gehst.
Ihr habt auch selber so eine Sendung,
wo ihr dann Spiele vorstellt
und Potenzial für den Schulunterricht.
Also da ist ziemlich viel los.
Und das finde ich richtig cool,
weil ich finde, dass es ein ganz wichtiger Baustein,
der oft vergessen wird,
dass man den Transfer schafft zwischen seiner eigenen Arbeit
und der Gesellschaft
oder auch einfach so Leuten,
die irgendwie davon auch inspiriert werden können.
Auch, wie gesagt, junge Leute,
die das vielleicht beruflich später in Angriff nehmen,
aber auch Lehrkräfte,
die mit euch vielleicht noch nichts zu tun hatten.
Einfach ganz, ganz viele Leute,
auch so Künstlerinnen vielleicht wie mich oder Filmemacherinnen,
die da irgendwie ein neues Projekt,
ein interaktives machen wollen.
Also das so anzustoÃen,
das finde ich richtig cool, dass ihr das macht.
Das ist auch wirklich,
also erst mal, das ist mega süà von dir
und das ist auch wirklich was,
da arbeiten wir auch kontinuierlich dran.
Also zum einen Wissenschaftskommunikation
ist echt ohne Hin und Feld,
das noch so mittelalterlich
in ganz vielen Projekten oder Universitäten
einfach betrieben wird,
weil da passiert so viel cooles Zeug
und niemand findet es.
Weil niemand drüber spricht,
auÃerhalb der eigenen Communities.
Und darum ist es auch so wichtig,
ein gewisses Maà von seiner Arbeit
zu teilen.
Und ich finde Podcasts zum Beispiel total klasse,
weil da kann man einfach so miteinander quatschen.
Das ist super. Womit ich ein Riesenproblem habe,
ist Kamera. Ich hasse Kamera,
weil ich mich da einfach nicht
sonderlich wohl damit fühle.
Ich weiÃ, ich kann das ganz gut,
aber ich fühle mich damit einfach nicht so heimisch.
Das musste ich erst
echt hart üben
und echt hart lernen und so über den
eigenen Schatten damit zu springen mit.
Aber natürlich. Und dann machen wir jetzt
Videodrehs, weil
YouTube-Videos sind voll gut
für Lehrkräfte, weil die
lesen gar nicht unsere 300 Seiten
starken Bücher. Also machen wir
jetzt Videos. Das muss halt
entsprechend sein. Und darum
für diejenigen von euch, die vielleicht
auch noch ein bisschen jünger sind und überlegen,
wie klappt es denn mit meinem eigenen
Projekt, drüber reden.
Ganz, ganz viel drüber reden.
Und zwar nicht nur in euren eigenen
Kreisen, sondern mit
Social Media, mit Podcasts,
mit jedem, der zuhört
oder auch nicht. Und dazu ein
kleiner Tipp, wie man das besonders
gut macht. Die DoktorandInnen von uns
hassen uns deswegen wirklich
absolut. Und das ist sehr in Ordnung.
Wir fahren mit den Leuten Aufzug.
Und zwar von unserem
Erdgeschoss bis in den
dritten Stock hoch. Das sind so
ungefähr 45 Sekunden. Und
diese 45 Sekunden sind das,
was AuftraggeberInnen euch ungefähr
zuhören, wenn sie fragen,
und was ist so dein Job? Was
arbeitest du gerade? Was ist so dein Projekt?
Und dann musst du in 45
Sekunden dein Projekt
so spannend verkaufen können,
dass dein Gegenüber sich merkt, dass du das
geschafft hast. Und auch dazu noch,
worum es denn konkret geht.
Und wenn man das kann, dann ist
schon so viel getan
für das eigene Projekt. Darum
wirklich, es ist die absolute Hölle.
Aber nehmt euch einen Tag eures Lebens
und fahrt Aufzug.
Nehmt euch einen Menschen mit und erzählt
ihm den kompletten Tag über Aufzugfahrten,
was ihr denn macht. Und arbeitet an
diesen 45 bis 60 Sekunden
über eure eigene Arbeit.
Weil es wird so viel Tolles
und so viel GroÃartiges entsteht,
aber man findet es nicht. Und das ist
das aller aller aller gröÃte Problem.
Nicht nur in Wissenschaft, sondern in Kreativbranche
insgesamt. Und da ist
die Gamesbranche genauso wie die Filmbranche,
genauso wie die Medienbranche an sich.
Da ist leider keine besser.
Voll.
Also ich stimme dir da total zu.
Ich finde, da muss man auch so ein bisschen
vielleicht eintot sterben. Also ich bin auch nicht
gern vor der Kamera, aber ich weiÃ, was
es auslösen kann. Also ich weiÃ, welches Potenzial
daraus entstehen kann. Und ich versuche
dann immer so ein bisschen zu überlegen, okay, was
wiege ich gegeneinander auf? Das eine ist
das Outcome, was passieren kann.
Das andere ist die Ãberwindung, die ich
machen muss.
Und als ich mich einmal gewandt habe,
da ging es ja darum, zu überlegen,
wie kommen wir eben auch an die Schulen ran, die
zum Beispiel uns nicht kennen,
keine Zeit haben,
die sowieso überlastet sind mit ihrem eigenen
Lehrplan. Wie kommen wir da rein?
Und da wart ihr, wie gesagt, ein sehr
wichtiges Ventil, weil ihr
verstanden habt, um Lehrkräfte zu erreichen,
muss man es denen so einfach wie möglich machen.
Die sind beschäftigt und die
arbeiten mit Arbeitsblättern. Ganz simpel.
Und wenn man
ein Spiel in den Schulunterricht bringen muss,
dann braucht man sozusagen wie so ein Paket
und ein Paket aus Lehrmaterialien
bringt dann eben auch das Spiel, also
möglichst barrierefrei oder möglichst niedrigschwellig,
das dann Ganze so
zu verpacken und zu verkaufen.
Das hat total eingeleuchtet und das hat dann auch
super geklappt.
Vielleicht, wenn du nochmal so an alle
Lehrkräfte, die zuhören, zusammenfassen
kannst, was ist
so der Mehrwert von Spielen
oder von so einer
interaktiven Geschichte für den Unterricht?
Also warum lohnt es sich,
sich auf sowas einzulassen?
Ja, also das ist
recht simpel, weil es liegt am Medium.
Und zwar nicht, weil irgendwie Games cool sind,
sondern weil sie Mediums
haben, die eine Rente, Gestaltungsstrukturen haben,
die Lernprozesse leichter machen. Für diejenigen von euch,
die nicht Lehrkräfte sind, ein ganz kurzer
Input dazu. Lehrkräfte haben
die Aufgabe im Unterricht, Ãberraschung,
dass ihre Kinder klüger werden.
Das Ganze funktioniert aber nur, wenn man
monitort, wie denn die
Lernprozesse der SchülerInnen tatsächlich
funktionieren. Dafür muss man wissen,
wie Lernprozesse funktionieren
und wie ich sie bestmöglich unterstützen kann.
Und das ist der Job, den Lehrkräfte
eigentlich kontinuierlich bei
sich Kindern parallel den kompletten Tag
machen. Und um Lehrkräfte
darin zu unterstützen, muss man wissen,
wie kann man ihnen Lernprozesse
möglichst nahe bringen. Und das können Games
extrem gut, weil sie eine andere
Form des Lernens ermöglichen.
Zum einen Lebensweltbezug.
Klar, alles, was irgendwie aus der Lebenswelt von den
Kiddies stammt, ist super
spannend, super motivierend
und da gehen die mit einem anderen Habitus
dran. Das ist sowohl Lehrkräften bewusst,
als auch denjenigen, die eben nicht
entweder selber spielen oder eben auch
in einer anderen Branche arbeiten.
Das Spannende für die Gestaltung von Lernprozessen
ist allerdings, dass es mehr ist, als
der reine Lebensweltbezug.
Das eine ist, Games sind interaktiv.
Das heiÃt, die reagieren anders
in ihrem Storytelling, als
es beispielsweise ein Hörmodium, ein Film
oder eben auch eine Serie tut.
Alles, was ich tue in einem
Spiel, hat eine Auswirkung beispielsweise.
Es hat eine Resonanz. Ich bekomme
ein Feedback, und zwar ein direktes Feedback.
Entweder indem ich in einem Jump'n'Run einfach kläglich
versage und sterbe und das Level nochmal machen muss
oder aber wirklich in einem etwas
ausgefalleren Narrative-Game
beispielsweise oder im Storyteller-Game,
wo es dann ganz konkret darum geht,
wie hättest du dich denn entschieden?
Oh, diese Idee ist vielleicht nicht
so die allerbeste. Wie möchtest du denn Elemente
kombinieren? Und das wirkt
extrem kognitiv
aktivierend. Und kognitive
Aktivierung ist das, was man bei Lernprozessen
eigentlich immer erreichen will, nämlich
ein bewusstes, kontinuierliches
Auseinandersetzen mit einem Inhalt.
Und das können Games, dadurch, dass sie
immer wieder durch ihre Interaktion
so Mini-Rückmeldungen geben,
sind die super aktivierend. Das heiÃt,
unser Hirn gerät da nicht irgendwie in den
Pausenmodus, sondern wir haben wirklich
kontinuierlich eine sehr
intensive Auseinandersetzung mit den Inhalten.
Dazu sind die meisten
Spielwelten extrem immersiv.
Das heiÃt, sie ziehen uns an.
Wir finden sie spannend. Wir beschäftigen
uns sehr tiefgehend mit den Inhalten dazu.
Das nennt man auch Flow-Erlebnisse.
Das werden die meisten von euch kennen,
wenn ihr zum Beispiel gerne lest.
Und so, ihr lest ein Buch,
das ihr super spannend findet und die Seiten
fliegen so dahin und plötzlich klatscht
euch so eine Hand an den Oberschenkel
und sagt, es ist jetzt halb drei nachts.
Könntest du wenigstens das Licht ausmachen?
Und ihr habt vollkommen vergessen,
Zeit, Raum, dass man
morgen aufstehen muss. Das sind Flow-Erlebnisse,
weil man sich so intensiv mit
dem Inhalt auseinandersetzt, dass man alles auÃen rum
vergisst. Und das passiert bei Games
auch recht häufig. Das heiÃt, wenn wir
zum Beispiel Lerninhalte spielerisch vermitteln,
findet so eine intensive Auseinandersetzung
statt, die wir eigentlich als
Checkpoint in jedem Unterricht und jedem
Bildungskontext begreifen würden.
Und dazu ist es auch so, dass Games
andere Erfahrungen ermöglichen,
als es eben beispielsweise andere
Medien tun, dadurch, dass sie interaktiv
sind und auf ihre RezipientInnen reagieren.
Nehmen wir Joint Comfort Zone, weil in
dem Spiel schlüpft ihr in die Rolle
von Khan.
Khan ist Nachrichtensprecher
in einem totalitären
Staat und bekommt eines Abends
die Nachricht, dass er
die Abendnachrichten im Staatsfernsehen
vorlesen dürfte. Dieser Staat
funktioniert extrem autokratisch.
Es ist so ein Sozialpunktesystem, wie wir es auch in asiatischen
Staatssystemen des Ãfteren haben,
wo man sich Privilegien über gutes Benehmen
irgendwie verdienen kann, aber eben
die auch genauso schnell wieder weg sind, wenn halt die Punkte
weg sind. Und Khan ist ein Vorzeigebürger
und müsste das natürlich auch bleiben und
geht deshalb natürlich direkt mit in den
Staatssender und freut sich auch total über diese Chance
und fängt dann an, die Nachrichten
vorzulesen, bis er zu
einer Nachricht kommt, nämlich
eine Fahndungsmeldung, die er vorlesen soll.
Und zwar nach seiner kleinen Schwester
Kira. Die scheint
wohl ein regimekritisches Gedicht
vorgetragen zu haben.
Das gefällt ihnen alles nicht so sonderlich
und der Apfel fällt nicht weit vom Stamm. Die beiden sind aus
einer Rebellenfamilie, also ihre Eltern waren
dann nicht so staatstreu,
wie sich das vielleicht die Regierung irgendwie
gewünscht hätte. Und darum
soll sie jetzt eben gesucht werden.
Und das Spiel arbeitet damit,
dass die SpielerInnen
jetzt entscheiden können. Wie verhalten
sie sich denn als Khan?
Lesen sie die Fahndungsmeldung vor und
verraten ihre Schwester dadurch?
Oder aber lassen sie das und fangen an
zu rebellieren? Und so entspannt sich eine Geschichte
mit bis zu neun unterschiedlichen
Enten, die alle mehr oder weniger blutig
sind und fürchterlich ausgehen.
Also so ein richtiges Happy End gibt es eigentlich
nicht, sondern eigentlich nur die Varianz
zwischen am Schluss sind ein paar tot
bis hin zu es sind alle tot.
Das ist so die Varianz, die man
irgendwie hat. Und das
Spannende ist aber natürlich,
dass dadurch das Spiel etwas
simuliert, was wir im
Unterricht überhaupt nicht simulieren
könnten. Also auÃer wir sind Fans schwarzer
Pädagogik. Aber das ist ein Erfahrungsraum,
der normalerweise nicht zur Verfügung steht.
Wie verhalte ich mich denn in einem totalitären
Staat? Bin ich eher aufmüpfig
und rebellisch? Oder aber
werfe ich mich da eher drunter
und versuche eben zu überleben? Was sagt das
über Staatsformen aus?
Was sagt es über Demokratie aus?
Ãber unsere Grundrechte?
Weil das war dann nämlich auch der Aufhänger,
den man bei der Einheit von Jonny Comfortson
hatte, dass man anhand des
Spiels erarbeiten kann, was hätten
Khan und Kira denn gebraucht?
Und da kommen die Kiddies, und das haben wir in den
Workshops ja auch gesehen, total schnell
dann auf sowas wie mit, oh Gott, ja,
aber die Polizei darf doch nicht einfach meine
Wohnung durchsuchen. Die dürfen doch nicht einfach
meine Briefe aufmachen. Das geht doch nicht.
Die können mich doch nicht zwingen, irgendwas
zu sagen, was ich nicht sagen will.
Und da sind wir dann plötzlich bei
Meinungsfreiheit, bei persönlicher Entfaltung,
beim Schutz des
eigenen Eigentums, der
eigenen Wohnung, der eigenen Familie, sowas wie
Briefgeheimnis. Und dann mit den Kiddies
arbeiten, ja, und deshalb
gibt es das Grundgesetz, weil
das eben niemand darf. Deshalb gibt es
Demokratie, und deshalb ist Demokratie
so wertvoll, weil die
Erfahrung, Demokratie ist wertvoll,
das machen Jugendliche ja
heute nicht, weil die
leben bei uns in einer Demokratie,
da diskutieren wir nicht drüber, wir leben in einer Demokratie,
und das kommt uns so
normal vor. Aber das ist gar
nicht normal, und alles, was halt für uns normal ist,
hinterfragen wir nicht mehr. Einfaches Experiment,
wenn man mit einer Kaffeetasse irgendwie in die S-Bahn
geht, wird man ziemlich schief angeguckt.
Wenn man einen To-Go-Becher mit dabei hat, geht's.
Das hinterfragen wir nicht.
Und dieses Hinterfragen,
das machen Games eben beispielsweise
möglich, indem sie Erfahrungen simulieren
und Erfahrungsräume simulieren,
die wir im Unterricht ansonsten nicht hätten.
Und dadurch sind sie eben nicht nur
lebensweltnah, sondern ermöglichen
eine andere Form des Lernens durch
Interaktivität, Immersion,
kognitive Aktivierung und Erfahrungsbasierung.
Ich kann
das alles nur unterstreichen.
Wie gesagt,
das war so der Wunsch, den wir mit dem Spiel
auch hatten, dass man so richtig
am eigenen Leibe spürt. Also,
dass da eine Wand durchgebrochen wird,
die sonst immer zwischen dir und dem Buch noch existiert,
weil, ja, das Buch kannst du dann
zur Seite legen, und die Geschichte ist da.
Aber sobald du selber entscheiden musst
und sobald du selber so... Es geht dir dann einfach
in den eigenen Kragen, und das spürt man dann
auch. Also, wenn man aktiv die Geschichte mitgestaltet,
dann geht's plötzlich um was.
Und dann stellt man irgendwie sehr schnell
diesen Transfer zu sich selbst und
vielleicht zu deinen eigenen Geschwistern, zu deiner eigenen Familie her.
Und das war so nach
der Covid-Zeit irgendwie,
wo so ganz viel
auch apathisch war, oder das Gefühl war so,
ja,
die Welt stand so still, und viele junge
Leute sind über zwei Jahre irgendwie
in ihrer Teenie-Zeit, ja,
einfach so ein bisschen nicht drauÃen
gewesen oder lost gewesen. So, ich wollte die so ein bisschen
wieder erreichen oder spüren
lassen, dass es um was geht
und dass es, ja, wichtig
ist, sich auch einzubringen und aktiv
mitzugestalten. Ja, ich finde,
das hast du gerade sehr, sehr schön auf den Punkt
gebracht, und ich hoffe, dass da...
Ich glaube, es öffnen sich auch sehr, sehr viele
Lehrkräfte immer mehr in die
Richtung, dass sie einfach so...
Sobald jemand halt so
ein gutes Paket liefert, was wirklich für den Unterricht
geeignet ist, also
sobald man nicht selber recherchieren
muss oder einfach an so
ein Medium herantreten kann, was man nicht versteht und dann
irgendwie gucken muss, wie funktioniert das?
Also, natürlich hat man da Bock drauf.
Aber sobald man da was Fertiges
serviert bekommt, ich glaube, die Leute
sind da auch sehr dankbar dafür und nehmen das auch gerne
wahr.
Und gerade im Bereich
Demokratieförderung oder auch Erinnerungskultur,
da tut sich so, so viel
auch an, wirklich
verantwortungsvoller Games-
Produktionen. Also, das ist wirklich
ganz spannend, wie da eben auch Themen
in den Mittelpunkt rücken jetzt.
Ich bin jetzt das zweite Jahr wieder
bei der Jury des Deutschen
Pompierspielpreises mit dabei. Wir sind
jetzt gerade am 9. Februar, wenn wir
das aufzeichnen. Das heiÃt, unsere Jury-Sitzungen
haben noch nicht stattgefunden. Aber was da auch
wieder an Einreichungen mit dabei ist,
von groÃen Studios, kleinen Studios,
die eben wirklich diese
Verantwortung auch spüren und transportieren
wollen, was gesellschaftlich passiert,
ist jedes Jahr aufs Neue
unfassbar beeindruckend.
Das ist so cool. Aber das dann eben auch
Lehrkräften eben zu transportieren,
das ist eben eine Aufgabe, die
halt sein muss. Und darum
ich selber sage ganz oft gerne, wir sind
eigentlich nichts anderes als ÃbersetzerInnen.
Also, wir übersetzen halt zwischen den
unterschiedlichen Welten, zwischen Games-Branche und
Lehrkräften, zwischen Jugendlichen
und PädagogInnen, zwischen
Lebenswelt, der Gegenwart und der Zukunft,
was halt eben sein muss,
wenn man sich weiterentwickeln möchte.
Und da haben wir wirklich die
Erfahrung gemacht, dass Lehrkräfte total
happy sind, wenn sie eben was haben,
wo sie sich auch darauf verlassen können, dass es funktioniert.
Weil es beispielsweise an Lehrpläne
angebunden ist, weil klar ist, dass man
Kompetenzen damit erreichen kann, weil es
differenziertes Material ist, das
barrierearm an meine SchülerInnen
angepasst werden kann und wo ich auch
einen Eindruck von dem Spiel bekomme.
Darum haben wir zum Beispiel auch eine extrem
groÃe Datenbank, wo wir Spiele empfehlen
für unterschiedliche
Gruppen, Fachbereite.
Das sind wir nicht alleine unterwegs. Es gibt auch
ganz viele Partner-Datenbanken, wie von der
Stiftung Digitale Spielekultur oder auch von unseren
PartnerInnen von der LfK. Die haben alle
ein bisschen einen anderen Schwerpunkt, mal medienpädagogisch,
mal eben fachlich orientiert.
Aber insgesamt wollen wir ja alle dasselbe,
nämlich dass Lehrkräfte die Möglichkeit haben,
sich niedrigschwellig zu informieren, um
deren Unterricht so zu gestalten, dass die
Kiddies davon eben auf die Art und Weise,
wie ich es gerade skizziert habe,
von Gamesfors mitnehmen können.
Gute Spiele
definitiv und gute Lehrkräfte
sind eben offen für ihre
Kiddies und für sich wandelnde Lebenswelt.
Ja,
gut, also ich glaube,
das runden wir jetzt mal hier ab,
aber ich will noch gerne zu Harry Potter zurück.
Logisch, gerne.
Stimmt, darüber haben wir noch gar nicht gequatscht.
Vielleicht, wenn du
ganz kurz uns mitnehmen kannst, weil Harry Potter ist ja
den meisten noch ein Begriff, die jetzt nichts mit Games
zu tun haben oder so und die gerade
zuhören. Du hast ein Seminar über
Harry Potter gemacht, zu Harry Potter
und was genau hast du da gemacht
und wie sind
deine Learnings so, wie war das und
machst du es nochmal?
Auf jeden Fall, also das ist,
wenn ich mal wieder dazu komme, was anderes
auÃer unsere Zwangslehre,
sage ich jetzt mal, die wir an der Uni machen müssen,
auszubringen sofort. Also das ist
grober Kontext, was ist das.
Wir haben eben nicht nur diese Forschungseinrichtungen,
sondern wir sind eben Dozierende
der Uni und dadurch habe ich eben auch
ganz viele Studierende, die eben jetzt in der
ersten Phase sind und ich
habe vor allem deutsche Lehrkräfte.
Ganz viele von den Erstis, aber eben auch
dann schon fortgeschrittene Studierende,
deren im Bachelor oder im Master,
die eben gerne später Grundschulkinder
oder eben auch in der Sekundarstufe 1 unterrichten
wollen oder in der Sonderpädagogik.
Und dieses Seminar war eben im Rahmen des
Lehramtsstudiums ausgebracht, damals
für die Primarstufe und
frühe Sekundarstufe,
wo sich Studierende einfach dafür entscheiden konnten,
ey, ich würde gerne mal was zu
Harry Potter lernen, wie ich das dann im Unterricht
machen kann. Der Kontext davon war,
dass eben Studierende
nicht jetzt einzelne Werfe kennenlernen, sondern
sich eben mit übergreifenden Strukturen
darin beschäftigen. Und mein Schwerpunkt
neben eben Games
auf der Gegenstandsseite und eben
Literatur und Geschichten als groÃes
Ganzes dahinter
ist Normativitätstheorie.
Mein Schwerpunkt, wenn es denn eben um
die einheitliche Auseinandersetzung
mit Geschichten und eben
mit Literatur oder eben auch mit Games geht.
Das heiÃt, ich schaue mir alles an,
was eben beispielsweise mit Diversity-Darstellungen,
mit Vielfalt, mit
Normbruch zu tun hat.
Und das ist natürlich was,
was in Harry Potter hervorragend funktioniert,
weil da einfach sehr, sehr viel mit drin
ist, was Normalitätstheorie
so ein bisschen in Frage stellen sollte. Und das ist
groÃartig. Also gerade, wenn wir uns Gender-Fragen
stellen, wir uns Race-Fragen
stellen, wenn wir uns Fragen
zur Intersektionalität zum Beispiel stellen.
Und die Idee von diesem Seminar
war dann, einen Gegenstand zu nehmen,
den die Studierenden abgöttisch lieben
und ihnen dann Woche
für Woche Hardcore-Literatur
wissenschaftlich und eben vor dem Hintergrund
von Normativitätstheorie auseinander
zu nehmen und beispielsweise
so Fragen zu stellen aus dem Kontext
von Machttheorie.
Ja, wer ist denn mächtiger?
Ist es Lord Voldemort oder ist es Dumbledore?
Warum ist Grindelwald die richtige Antwort?
Also, dass sich die Studierenden
damit dann eben auseinandersetzen.
Dass wir uns überlegen, inwiefern
Weiblichkeit beispielsweise in Harry Potter
dargestellt wird und ob Hermine
eine wirklich so starke Frauenfigur
ist, wie sie ist.
Oder ob das Ganze insbesondere auch
durch die Darstellung von Filmen eben
nochmal ein bisschen überlagert
wird an manchen Stellen.
Inwiefern beispielsweise
man auch Harry Potter heute noch
überhaupt in der Schule lesen sollte
vor dem Hintergrund der
Transgender-Debatten um J.K.
Rowling. Weil, um ganz ehrlich zu sein,
die Frau zu unterstützen, halte ich
für wirklich die absolut blödeste Idee,
die es gibt. Und ich liebe Harry
Potter, aber ich werde die Serie
nicht gucken, einfach weil ich nicht der Meinung
also, es wird jetzt eine Serie entstehen,
für diejenigen, die
nicht genau wissen, welcher Zeitstempel
in der Harry Potter nochmal als Serie eben
umgesetzt werden soll. Und ich werde
genauso wie ganz viele Menschen,
die Harry Potter mochten, genauso nicht
mehr anschauen, weil ich nicht möchte, dass die Frau
auch nur einen Cent irgendwie daran verdient.
Weil es einfach darum geht, mit inwiefern
unterstützt man Community? Und auch solche Fragen
zu stellen, weil das ist ja nichts nur, was man
bei Harry Potter fragt, sondern eben
auch bei Pippi Langstrumpf.
Wir hatten eine sehr groÃe Winnetou-Debatte,
wir haben eine sehr groÃe Debatte
um Jim Knopf, wo es einfach
wirklich problematische Darstellungen drin sind.
Manche sind Zeitzeugen
von dem, wie damals Sprache
umgesetzt wurde,
aber es ist eben schon so ein bisschen der Punkt mit
was macht man ganz konkret?
Um damit, das war das Ziel davon,
die Sensibilität bei den Studierenden zu erhöhen.
Also eben nicht nur
beispielsweise Werke in den Unterricht zu bringen
oder Spiele in den Unterricht zu bringen,
weil die irgendwie so cool sind,
sondern das Ganze zu nehmen
aus einem sehr reflektierten Habitus
heraus und vor dem Hintergrund von
Lernzielen und nicht vor dem Hintergrund
von, oh, das ist aber mein Lieblingsbuch.
Das kann Harry Potter sein,
aber deswegen muss es nicht unbedingt in den Unterricht.
Das ist
ziemlich interessant, weil
wenn man jetzt so hört, ein Seminar bei Harry Potter,
dann denkt man erst mal so,
also was machen die Leute da?
Die haben ja nur SpaÃ, aber das ist ja
jetzt sehr viel tiefer, als man so
auf den ersten Blick vermuten würde.
Wobei man sagen muss, die hatten auch wirklich
massiv viel SpaÃ. Also diese Studiegruppe,
das war der Hammer. Das waren 20 Studierende,
die am Schluss übrig geblieben sind,
weil halt auch die SeminargröÃen
entsprechend beschränkt sind bei uns.
Die haben angefangen, sich in Häusern zu
organisieren und entsprechend
darauf zu reagieren. Die haben eigene
Lesekreise organisiert
und gefragt, ob das okay ist,
ob wir uns da dann noch tiefer mit
theoretischen Fundamenten beispielsweise,
gerade im Kontext von Race und
Rassismus-Debatten auseinandersetzen
könnten, sowohl vor dem Hintergrund
der Bücher als auch der Filme,
NS-Propaganda,
also alleine von der
Bildebene her, von den
fantastischen Tierwesen mit rausgearbeitet haben,
die ja gewolzern an der Stelle,
diese Parallelen. Aber dass das
eben nicht vielen klar ist, die das Ganze
rezipieren, ist der absolute
Hammer gewesen. Also auch da wieder
Räume aufmachen für die Studis, die nutzen
die dann auf jeden Fall sofort.
Aber da hilft natürlich auch ein Gegenstand,
der so bekannt ist wie Harry Potter sehr.
Cool.
Lisa, wie schaffst du das,
einen Ausgleich zu schaffen? Wir haben
jetzt sehr viel über deine Arbeit gesprochen.
Mich interessiert noch,
gerade wenn man euch zusammen erlebt,
dich und den Jan, wie schafft ihr das,
nicht auszubrennen? Oder woher
nehmt ihr diese ganze Energie? Da muss es doch
irgendwas geben, du hast ja auch schon den
Sport erwähnt zum Beispiel,
woraus man wieder Kraft schöpft und
dass man da nicht so komplett so ein
Workaholic wird, der dann
für die konstruktive Arbeit oder
für die kreative genauso wie für die wissenschaftliche ist es
irgendwie wichtig, dass man ja nicht nur
in seinem eigenen Sud die ganze Zeit so
kocht, sondern dass man halt auch immer wieder Input von
auÃen bekommt und immer wieder inspiriert
wird, auch von ganz anderen Lebenswelten.
Wie machst du das?
Unterschiedlich. Also
zum einen ist es so,
alles was ich gerne mache,
ist in der Zwischenzeit mein Job.
Das ist auf der einen Seite sehr, sehr cool,
weil ich mich mit sehr vielen Gegenständen beschäftige,
die ich selber spannend finde. Also ich finde
Geschichten toll, ich liebe Games,
ich finde Kinderspitze und ich
gucke mir gerne Lernprozesse an.
Es ist Glück in Tüten,
wenn man das gerne macht, diesen Job zu haben.
Darum ist es auf der
einen Seite sehr, sehr toll, dass alles, was
ich liebe eben mein Job ist, aber es ist auch so
ein bisschen eben der Fluch mit dabei,
mit okay, dann
irgendwie zu gucken, dieses
Spiel, das ich jetzt gerade spiele, das spiele ich
wirklich nur aus Spaà und nicht, weil ich es
irgendwie analysieren möchte jetzt für die nächste
Gerätseinheit. Und da muss man dann so ein
kleines bisschen an seinem
Habitus feilen. Also wann ist man
jetzt gerade sozusagen beruflich unterwegs,
wann bin ich tatsächlich gerade einfach
ich und ich auch im
Privaten dazu.
Was wirklich hilft, ist,
wenn man Tiere um sich hat.
Ich habe selber Kaninchen, ich liebe
meine Kaninchen sehr und verbringe
gerne sehr viel Zeit mit denen.
Was auch sehr hilft, ist Therapie.
Mein Therapeut ist der Hammer,
der wirklich auch sehr, sehr dabei
hilft, dass man so ein kleines bisschen
physisch strukturieren kann mit was ist
denn wirklich gerade
Arbeit, ist das gerade wichtig oder was möchte
man dann einfach auch gerne selber machen
und ansonsten Ausgleiche
schaffen, die einem wirklich guttun.
Menschen, die einem guttun, mit denen man
gerne Zeit verbringt, dann eben doch
das eine oder andere Spiel, das nicht für den Unterricht
geeignet ist. Tiere, Natur,
insgesamt
Gespräche, die einem wieder
ein bisschen Energie mit zurückgeben.
Ich selber mache dazu noch
Yoga, also das ist halt, man muss
für sich ein kleines bisschen finden, was es ist.
Aber ich glaube, das, was
einen durchhalten lässt, beziehungsweise
das, was einen immer wieder antreibt, ist halt zu
sehen, wenn Dinge
Veränderung bringen.
Alleine, wie auch die Rückmeldungen bei
Joint Comfort Zone von den Kindern waren, wie es jetzt auch
wieder mit einem Projekt ist, wo wir
jetzt gerade mit Paint Bucket Games
und mit der Landesregierung in Nordrhein-Westfalen
zusammenarbeiten, wo es ums Spiel mit
Islamismusprävention geht, da die
Rückmeldungen der Kinder zu bekommen,
jeden Dienstagmorgen bei uns in der
Praktikumsbetreuung zu sein
und mit Studierenden zu sprechen
und ihren
Kiddies, die sie unterrichten.
Das ist was, was einem
extrem viel zurückgibt,
aber
als eigentlich introvertierter Mensch,
der ich bin, regeneriere ich einfach auch sehr,
sehr viel über Dinge, die ich gerne
für mich mache.
Hörbuch hören, lesen, spielen,
meinen Kaninchen die Ohren kraulen
und Therapie.
Sehr viel Therapie.
Am Ende
eine Zeitmanagement-Frage, weil das finde ich
auch immer so schwierig,
wie man das
gerade, wenn man so viele eigene
Ideen hat und auch sehr viel selber in der Hand
hat, dass man keinen Arbeitgeber
in dem Sinne über sich hat und selber entscheiden kann,
wo geht die Energie hin,
wo geht die Energie hin?
Man kann ja machen, was man will.
Das ist ja das Coole bei Wissenschaft.
Solange ich keine Gelder veruntreue
oder irgendwelche Schüler in den Haue,
ist ja vollkommen egal, was ich mit
meinen Schwerpunkten mache.
Das ist total super,
aber es braucht natürlich entsprechend
Zeitmanagement.
Das geht total gut,
wenn man sich da wieder bewusste Pausen
und Kontrapunkte setzt.
Wenn ich den ganzen Tag am Schreibtisch saÃ,
da habe ich dann irgendwann
am Wochenende, weià ich jetzt schon,
werde ich das Bedürfnis haben, irgendeine Wand zu streichen
oder irgendwie was mit
Holz zu bauen oder Holz zu hacken
oder sonst irgendwie was.
Irgendwas mit den Händen zu tun, was irgendwie
echt ist. Das ist auch ganz oft
in der digitalen Kreativbranche,
dass man eben erst sehr zum Schluss
seine Ergebnisse sieht
und sehen,
Wirksamkeit, mit Menschen in Kontakt
sein, mit dem eigenen Produkt in Kontakt
sein. Das ist super wichtig.
Und wenn man das dann manchmal
nicht hat, dann bereitet man halt alte
Bauernschränke auf.
Lisa,
eine Frage, die ich meinen Gästen
oft stelle, ist,
welchen Rat würdest du
deinem früheren kleinen Lisa oder deinem
früheren Ich heute geben?
Gibt es da irgendwas, was du
nicht unbedingt anders machen würdest, aber wenn du
jetzt nochmal so zurückblickst, welchen
Ratschlag hättest du so an junge Mädchen,
die vielleicht so ähnliche Träume haben wie
du oder so einen ähnlichen
Berufswunsch oder
Veranlagung?
Das ist
auf der einen Seite sehr leicht und auf der anderen
Seite sehr schwer, weil
das, was man eigentlich als Tipp da geben
kann, ist mit einfach
machen.
Es ist vollkommen egal,
was andere Leute über
einen denken. Es ist vollkommen
egal, ob die das gut finden,
was man selber macht. Es ist auch vollkommen
egal, ob man da erstmal eine positive Resonanz
davon bekommt oder nicht. Wenn ihr
das Gefühl habt, das ist was,
das möchte ich gerne machen. Damit möchte
ich gerne mein Leben verbringen.
Das ist euer Leben. Dann
macht das.
Probiert es aus. Dann macht den Podcast,
den ihr schon immer machen wolltet.
Dreht den Film, den ihr schon immer drehen wolltet.
Programmiert das Spiel, das ihr schon
immer programmieren wolltet. Traut
euch, Dinge zu machen, wo ihr irgendwie
vor ein paar Jahren noch gedacht hättet, um
Gottes Willen niemals
mache ich das.
Weil es ist euer Leben
und eure Gestaltung.
Es sollte niemand geben, der es da irgendwie einschränkt.
Sondern wenn ihr
Lust auf was habt,
dann macht das. Es lohnt
sich immer. Es macht einem
unfassbar viel Angst.
Und das ist sehr okay.
Man darf dabei Angst haben. Man darf dabei
Sorge haben, irgendwie auf die Schnauze
fallen. Aber das Schlimmste, was passieren
kann, wirklich am Schluss ist,
dass man sich hinterher denkt mit, ach hätte ich doch.
Und in seinem
Leben zu vermeiden, den Gedanken zu
haben, ach hätte ich doch.
Das ist ein ganz
guter. Sondern mutig
sein und das machen, was man gerne möchte.
Und sich von niemandem sagen lassen,
das kannst du nicht. Bullshit.
Natürlich kann man das. Vielleicht ist es ein bisschen anstrengend.
Vielleicht ist es schwierig. Vielleicht dauert es.
Aber schaffen tut man das
einmal.
Das ist eigentlich
ein sehr schönes Schlusswort. Aber ich habe leider noch eine Frage.
Das
macht doch gar nichts. Wir machen einfach
mehrere Schlussworte. Wie wäre das denn?
Trotzdem, wir lassen
das mal so wirken. Das hast du echt
schön gesagt. Und es stimmt
natürlich auch.
Das wirken wird jetzt noch.
Auch da wieder mit deinem Podcast
beispielsweise.
Ich finde das Hammer, dass du das machst.
Du hattest eine Idee und hast die umgesetzt.
Ist doch der Hammer.
Und ich finde, man sollte einfach viel, viel mehr von
den Dingen machen, wo man denkt, ach sollte man doch.
Ja, sollte man.
Und es ist immer gut.
Also ich muss dazu sagen, ich hatte ja auch ein richtig gutes Team.
Man schafft groÃe Dinge
oft oder selten alleine.
Ich finde, es gehört sehr, sehr viel dazu,
die richtigen Leute zur richtigen Zeit
zu treffen und auch zu aktivieren
und auch zu begeistern und auch
irgendwie zu wissen, wie sich Potenziale
zusammenfügen. Also da kommt sehr, sehr viel zusammen.
Ich bin immer so ein bisschen vorsichtig
mit dem Ratschlag. Einfach machen.
Es kann schon tief gehen, weil ich immer
finde, da muss noch so ein bisschen
dazu gesagt werden,
dass man sich mit seinen
Ressourcen beschäftigt.
Also was bringe ich mit?
Und wo will ich hin? Und welches Supportsystem
habe ich auch um mich herum?
Dass man natürlich auch immer schaut,
ich will das
gar nicht sozusagen schmälern.
Man sollte auf jeden Fall das verfolgen.
Aber man sollte es ein bisschen mit einer ganz, ganz
kleinen Nuance Realismus machen.
Mit einer ganz, ganz, ganz kleinen Präsenz.
Man sollte es zumindest reflektieren
mit, was davon ist jetzt direkt
umsetzbar. Also du kannst ja davon
träumen, den Mount Everest zu besteigen.
Das ist ja gar kein Problem.
Aber wenn du halt eine Ausdauer hast
wie ich mit meiner Long-Hove-Lunge,
solltest du halt vielleicht erstmal mit dem Hügel
vor der Haustür anfangen,
bevor man dann direkt den Mount Everest
angeht. Weil da ist dann Frust und Scheitern
vorprogrammiert. Das bedeutet
sich auch zu zerdenken,
beziehungsweise zu zerteilen. Was brauche
ich denn, um da hinzukommen?
Das ist super wichtig.
Und ich weià beispielsweise auch, dass
ich andere zeitliche Ressourcen habe
als jemand, die jetzt
ja 300 Kilometer von meiner
Uni irgendwie weg wohnt und daher pendelt.
Aber ich habe beispielsweise keine Kinder.
Meine zeitlichen Ressourcen sind
ganz andere als beispielsweise von meinen
DoktorandInnen, die beispielsweise schon
Kinder haben. Das ist ein
Unterschied. Aber sich dann zu überlegen,
also deswegen aufzuhören,
nach einem Traum eben auch weiter zu gehen
oder nach einer Idee, das halte ich für
absolut falsch. Man muss sich nur überlegen,
welche Schritte brauche ich
dazu und wie kann ich diese gehen?
Weil darum sollte es eigentlich gehen.
Genau.
So wie mit deinem
Promotionsstipendium. Also das fand ich echt
sehr inspirierend.
In der Kunst oder beim Film
gibt es ja auch ganz viele Stipendien oder Fördergelder
und Preise. Und da muss man einfach
auch ein bisschen kreativ sein und auch Möglichkeiten
schaffen. Also auch kombinieren und
sich was einfallen lassen.
Also wie du gesagt hast, solange man nichts
Illegales macht.
Genau. Und
das bedeutet auch nicht, dass sich Strukturen nicht
verändern müssen. Also gerade in der Kreativbranche
what the fuck, was da teilweise
an Arbeitsbedingungen herrscht.
Da ist die Akademie ja nicht viel besser.
Was da an Arbeitsbedingungen herrscht, an Druck,
an Erwartungen. Das ist
problematisch und das bedeutet nicht nur
oh ja, man sollte irgendwie vor
seiner eigenen Haustür kehren und wenn du nur
stark genug an dich glaubst, dann kannst du alles
schaffen. Sondern da braucht es schon
auch eine Veränderung von auÃen, damit sich
langfristig Dinge verbessern. Aber
auch davon sollte man sich eben nicht
klein machen lassen.
Sondern eben schauen mit okay,
mein Traum ist folgende.
Das System sieht folgendes vor.
Wo gibt es denn
vielleicht so einen Trampelpfad drumherum?
Ach man, das ist echt
ein Genuss mit dir zu sprechen,
liebe Lisa. Ich will aber deine Zeit nicht so
strapazieren. Wir reden jetzt schon sehr lange.
Aber ich habe noch eine Frage
zur Zukunft. Ich wollte gerade sagen,
deine Frage fehlt nämlich noch.
Mich interessiert noch, worauf
du jetzt so blickst
oder worauf du hinarbeitest. Also du hast jetzt
so viele Meilensteine schon erreicht
auch gerade jetzt mit der
Habilitation und das ist echt
ziemlich krass.
Ich weiÃ, man fragt das nicht, aber
vielleicht sagst du uns doch mal kurz, wie alt du bist.
Ich weià es auch gar nicht, wie alt du bist.
Ich bin 31.
Okay, krass.
Es ist immer sehr lustig.
Es gibt immer zwei Arten davon.
Googelt mich gerne,
wenn ihr irgendwie gerne ein Gesicht mit dazu hättet.
Aber das ist sehr sweet,
wie Menschen auf mein Alter reagieren.
Ich werde öfters vom Optischen
für jünger geschätzt.
Aber von dem, was ich alles mache, schätzen
mich die meisten eher so auf Ende 40.
Und das ist
eine sehr spannende Range zwischen
Ach ja, dürfen sie schon Alkohol
kaufen? Bis hin zu mit, wie lange
haben sie bis zum Ruhestand?
Ich mag diese Range sehr gerne.
Ich habe
noch in Erinnerung gehabt, dass du auf jeden Fall sehr jung bist,
weil wir uns schon vor ein paar Jahren
kennengelernt haben.
Ich finde es richtig krass, was man in so einer Lebenszeit
schaffen kann.
Was sind noch so Träume
für die Zukunft, die du hast?
Was möchtest du doch gerne so erreichen?
Es sind mehrere Dinge.
Zum einen mit unserer
Forschungseinrichtung möchte ich einfach gerne
genau das weitermachen, was wir jetzt gerade machen.
Nur eben mit Themen,
die sich schrittweise weiterentwickeln.
Ich möchte gerne weiter in den Zukunftsthemen forschen.
Das ist einfach abgefahren
cool, was man da so an
Bildungsprozess eigentlich mit rausziehen
kann, wenn man sich eben auch wirklich
zukunftsorientiert damit beschäftigt.
Darum im Zentrum, dass wer auf jeden Fall
was für sich gerne weitermachen möchte und da auch
weiter den Raum bieten möchte,
insbesondere für junge WissenschaftlerInnen,
dort die Möglichkeit
zu haben, sich auszuprobieren
und eben zu finden, was
ihr Weg sein kann. Das ist, was es mir
wirklich sehr wichtig ist, auch
gerade in der Betreuung von unseren Leuten, dass
die eben das machen können, was sie selber
interessiert und dann Wege zu finden,
wie man das realisieren kann.
Dazu ist es
auch so, dass Jan und ich
lustigerweise im Januar eine Firma gegründet
haben, weil
wir ja jetzt
die letzten Jahre über das Zentrum
auch sehr viele externe Projekte
von Ministerien, von Stiftungen,
von
Landesvereinigungen, die eben gerne
auch ähnlich wie ihr dann eben
Spiele umsetzen wollten, Beratung brauchten,
mehr den pädagogischen Konzept dazu entwickeln
und es ging jetzt im Rahmen von der Forschungseinrichtung
nicht mehr und darum, so eine
gute Balance zu finden zwischen der
Forschungseinrichtung und aber eben
der externen Beratung für
eben auch gröÃere, dann
direkt wirksame Projekte,
das fände ich total cool, wenn man
diesen Spagat wirklich schaffen könnte
zwischen direkter Wirksamkeit
durch die Projekte, die wir dann mit der
Persona betreuen, beispielsweise mit Ministerien
und Stiftungen zusammen, plus eben
die Grundlagenforschung auf der anderen
Seite über unsere Forschungseinrichtungen
mit eben diese Nestfunktion
für junge WissenschaftlerInnen,
das fände ich schon sehr,
sehr schön und ganz
kurz gesagt ist sozusagen der nächste
Schritt dann jetzt erstmal die
Prüfungswoche überleben, weil das ist nämlich
jetzt gerade, es ist Prüfungswoche bei uns an der Uni
mit vielen möglichen Prüfungen und
300 Klausuren und ich bin sehr
gespannt, wie das alles wird und wie toll die
dieses Semester wieder abgeschnitten haben, da freue ich mich
wirklich jedes Mal total darüber
zu lesen, was für tolle Ideen die Studierenden
haben und dann werde ich mich
jetzt als nächstes bei der DFG
auf eine Heisenberg-Professur bewerben.
Heisenberg ist, genau,
das ist ein Förderprogramm
für WissenschaftlerInnen, die sich
wieder ihre Stelle selbst schaffen,
dieses Mal dann eben eine Professur,
dann eben, dass ich nicht nur
die Habilitation habe mit den Buchstaben
vor den Namen, sondern, dass da eben auch
entsprechend die Ausstattung
daran hängt. Problem,
in meiner Fachdisziplin gab es noch
nie eine Heisenberg-Professur,
darum müsste ich nur was schaffen,
was davor noch niemand geschafft hat, aber
hey, mehr als dass es nicht klappt,
kann ja nicht passieren
und darum ist das sozusagen
jetzt der Plan für dieses Jahr,
plus dann eben so diesen
Spagat gut hinbekommen zwischen
den Ministerienprojekten
und dann eben der Forschung
auf der anderen Seite.
Ich drücke dir alle Daumen
und Zehen, die ich habe.
Ich finde,
du hattest es absolut verdient, gerade weil du
einfach dieses Talent dafür hast, Dinge aus nichts
zu schaffen, gerade solche
kräftigen Köpfe brauchen auch solche Möglichkeiten
und das ist einfach
ein groÃes Fest,
ein groÃes Privileg gewesen,
mit dir zu sprechen, über
wie du denkst und was du vorhast
und wie du das machst, was du machst.
Vielen, vielen Dank,
dass du auch in der Prüfungswoche
dir die Zeit dafür genommen hast.
Total gerne.
Also wie gesagt, absolutes Tageshighlight heute
und jetzt ist nur noch
Nudeln essen und Bett dran
und dann geht es morgen weiter.
So, liebe Freunde des guten Geschmacks,
das war die Folge mit Lisa.
Ich hoffe, sie hat euch gefallen und
schaut gern, was sie alles gemacht hat.
Ihre Publikation, das Zentrum für didaktische
Videospielforschung, alle Pichtinglinks
findet ihr in den Shownotes und
ja, also ich bin wirklich
ganz baff von dieser Frau und ich hoffe,
euch geht es genauso und
ja, teilt die Folge, wenn sie euch
inspiriert hat, schickt es jemandem,
der vielleicht noch diesen Podcast gar nicht
kennt und irgendwas mit der Folge
anfangen könnte oder einem Nerd,
den ihr kennt, der unbedingt seinen Nerdfunksberuf
machen sollte, denn
die Welt braucht mehr coole Nerds, die einfach
für ihre Passion leben und sich trauen,
davon ihren Tagelungen zu
bestreiten. Also, liebe Leute,
freut euch auf die nächste Folge, da habe ich wieder mal
einen ganz spannenden Gast, wie jedes Mal
und ich hoffe, ihr hattet SpaÃ
und bis zum nächsten Mal. Euer Host
Elena.