Das ist auch was, was sich so durch mein Leben zieht, dass ich weiÃ,
dass man Bedürfnisse offen ansprechen muss.
Wer nicht kommuniziert, kann auch nichts bewegen.
Hallo liebe Freunde des guten Geschmacks, ihr Traum und Tagelung.
Ich bin Elena und das ist der Podcast, in dem ich mit kreativen Frauen spreche
über ihre Lebenswege, verschiedene Entscheidungen, groÃe Träume und natürlich auch das liebe Geld.
Die Frauen aus den letzten Folgen hatten eher mit Schreiben zu tun und mit Text.
Und jetzt finden wir uns mal an der Ecke des kreativen Arbeitens.
Heute ist Nadine bei mir und Nadine ist in Kalfgroà geworden.
Einer Stadt, die als Geburtsstadt von Hermann Hesse bekannt ist.
Aber neben Hermann Hesse gibt es da eben auch viele andere kreative Seelen und
zum Beispiel auch Nadine.
Und sie leitet ein groÃes Team bei einem Designstudio. Und mir imponiert,
mit welcher Sanftheit sie das macht. Ihr müsst sie unbedingt kennen,
Like and subscribe.
Also vielleicht oute ich mich jetzt auch als komplett unwissend,
aber es ist so ein Holzding mit einer scharfen Spitze.
Und bevor ich mich jetzt komplett zum Affen mache, was hast du uns da mitgebracht?
Ja, hallo auch von meiner Seite. Ich freue mich ganz stark, dass ich heute bei
dir sein darf, dass wir uns auch mal auf dem Weg hier sehen und ich Teil von dem Podcast sein darf.
Ich wollte dich nämlich zu Beginn fragen, ob du weiÃt, was das ist.
Hat sich erledigt, den kann ich ja ausschweifend erzählen. Genau,
also handwerklich, das passt.
Ganz speziell ist das eine Schriftsetzer-Aale, heiÃt die.
Das gibt es aber auch für andere Berufe und das ist ein Werkzeug,
damit man sehr feine Sachen machen kann.
Und im Schriftsetzertum ganz speziell, du kennst vielleicht die groÃen Setzkästen
mit ganz vielen kleinen Buchstaben drin aus Blei, dass man die rausholen kann
oder wenn man in der Druckform die Buchstaben gesetzt hat, dass man nochmal nachjustieren kann.
Also um diese sehr feinen, wichtigen Abstimmungsarbeiten beim Schriftsetzer
zu tun. Warum habe ich die jetzt aber dabei?
Mein Papa, der ist gelernter Schriftsetzer und die ganze Zeit eigentlich hat
er geschwärmt von seinem Beruf, von dem Handwerk. Das war damals ein sehr angesehener Beruf.
In seinem kleinen Ort, wo er aufgewachsen ist, war das sehr faszinierend für
die Menschen, dass er das eben lernt.
Und das hat er komplett auf mich übertragen. Also die Faszination zieht sich auch bei mir durch.
Und das Schöne ist, dass ich heutzutage quasi den Nachfolgeberuf des Schriftsetzers ausübe.
Und deswegen habe ich mich heute dafür entschieden, weil das eben schon von
klein auf mich geprägt hat und auch sich heute noch widerspiegelt.
Und jetzt in der Vorbereitung zum Podcast ist mir noch viel mehr dazu eingefallen,
dass es zum Beispiel auch der Schuhmacher benutzt.
Und der Papa von meinem Papa war Schuhmacher, aber auch der Sattler.
Und mütterlicherseits, mein Ururopa war Sattler am königlichen Hof.
Das heiÃt also, es ist sehr viel mehr, als ich ursprünglich dachte,
bedeutet dieses Werkzeug für mich.
Wie alt ist das ungefähr? Also das ist ja jetzt hier im Familienbesitz wahrscheinlich schon länger.
Hast du grob eine Ahnung, also wie alt das ist? Also ich habe es von meinem
Papa bekommen, der hat selber auch noch eigene.
Ich schätze, dass das jetzt vielleicht um die 60, 70 Jahre sein könnte.
Was ist dein Beruf, Nadine? Genau, ich habe Mediendesign studiert,
arbeite heutzutage in einem Designstudio als Head of Visual Design.
Ganz klassisch Designerin, würde ich mal sagen. Damit können die meisten was anfangen.
Und jetzt dieser Gegenstand. WeiÃt du noch, wann du ihn zuletzt benutzt hast
und in welchem Zusammenhang?
Vor zwei Wochen, um Kastanien zu durchbohren.
Weil wir in Mobiley gebastelt haben. Also es lässt sich sehr vielseitig entsetzen.
Wow, richtig, richtig cool.
Also das ist total spannend, weil das wusste ich noch nicht von dir,
dass also auch aus der Familie so eine Prägung da ist für den Beruf,
den du dann später auch für dich ausgesucht hast.
Magst du da vielleicht ein bisschen beginnen? Also wenn du dich zurückerinnerst,
du kommst ja aus Calw und bist da groà geworden, also hier im Nordschwarzwald.
Was war so dein Traum, als du ein junges Mädchen warst? Was wolltest du werden, wenn du groà warst?
Ich wusste immer, dass ich, ich dachte, ich würde immer betriebswirtschaftliche
Sachbearbeiterin werden, weil das war meine Mama beim Daimler.
Also war klar, Vorbildfunktion, meine Mama, das werde ich.
Das entspricht 0,0 meinen Talenten, aber das war halt so, dass,
ja, ich werde das, was die Mama wird.
Und jetzt bin ich das, was der Papa war. Also es ist total faszinierend,
weil ich mich frühkindlich eher mit weiblichen Personen identifizieren konnte,
aber das überhaupt nicht. meinen Talenten eben in Sprache jetzt bei meiner Mama.
Mein Bruder ist in die FuÃstapfen meiner Mama getreten. Also das ergibt sich
ganz gut bei uns in der Familie.
Und dann habe ich irgendwann gemerkt, dass mir Reisen gut gefällt.
Dann wollte ich immer im Reisebüro arbeiten, weil da muss man auch die Orte
kennenlernen, die man dann natürlich den Kunden zeigt. Also war eher so an die Interessen geknüpft.
Aber schon immer konnte ich viel kreative Sachen richtig gut.
Und dann hat sich das sehr schnell für mich herausgestellt, schon in der Realschulzeit,
dass ich eine grafische Schule dann im Anschluss noch besuchen wollte.
Da hat sich aber dann der Umweg ergeben übers Wirtschaftsgymnasium,
weil ich Abitur machen wollte.
Und damals gab es noch nicht diese ganzen gestalterischen Abiturgänge, die es heute gibt.
Und in dem Moment, als ich auf der Schule war, war es irgendwie für mich ganz,
schwer, weil ich dachte, das war die falsche Entscheidung, weil es war eben
Wirtschaft. Genau das, was ich ja eben nicht kann.
Habe deshalb auch zum Beispiel noch freiwillig Spanisch gemacht,
um meinen Abischnitt nach oben zu ziehen, weil mir Sprachen eben schon immer lagen.
Und dann wusste ich aber nach dem Abi auf dem Wirtschaftsgymnasium,
jetzt will ich nichts mehr mit Wirtschaft, jetzt muss der kreative Zweig eingeschlagen
werden und habe dann eben duales Studium absolviert in der Firma,
in der ich auch heute noch tätig bin.
Das ist ziemlich cool. Also wir sind ja ungefähr gleich alt.
Auf jeden Fall vom selben Jahrgang.
Und das ist ziemlich cool, dass du damals sozusagen schon bei der Firma die
Ausbildung gemacht hast und heute dort Head of Visual Design bist.
Also das hast du so in einem Nebensatz gerade gesagt, aber das wollte ich nochmal hervorheben.
Das heiÃt, du leitest ein kreatives Team von wie vielen Personen?
Neun sind es aktuell neun Personen, die sind dir unterstellt und kannst du uns
da vielleicht so ein bisschen mitnehmen konkret also das was du dir früher vorgestellt
hast wo deine Stärken liegen und was du gerne machst,
Wo findet das aktuell dann in dem Alltag Anwendung? Also wie ist es dann zusammengekommen?
Ja, also ich muss vielleicht nochmal nach der Schulzeit beginnen.
Ich hatte dann eben das Abitur und meine Mama hat sich total viel Zeit genommen,
dass wir ganz viele Schulen besucht haben.
In Stuttgart, Esslingen, Pforzheim, überall waren wir in so kreativen Schulen,
haben uns das angeguckt, wie mein weiterer Weg eben aussehen kann.
Die waren aber oft privat. Und dann hatte ich schon da in dem jungen Alter das
Gefühl, man kauft sich irgendwie den Abschluss.
Und dann wollte ich das nicht, dass meine Eltern da ganz viel Geld bezahlen.
Und ich am Ende den Abschluss habe, aber nichts gelernt habe dabei.
Und dann hatte ich eigentlich in Pforzheim an der Hochschule einen Studiengang
gefunden, der mich angesprochen hat. Visuelle Kommunikation heiÃt der.
Hatte auch eine Freundin von mir schon studiert, war mittendrin.
Und da war die Voraussetzung eben Praktikum. Und dann hatte ich bei Fotografen
angefragt, weil mir das eigentlich gut gefallen hatte.
Die haben aber immer gesagt, sie sind zu klein dafür, um sechs Monate Praktikum abbilden zu können.
Und mein Papa kannte aus seiner beruflichen Vergangenheit noch das damalige
STV-Werbestudio, hieà das, weil er eben im Kalverdruckzentrum gearbeitet hatte
und es da eben eine Zusammenarbeit gab. Dann meinte er, guck doch mal, ob du da unterkommst.
Und das hat dann auch sehr schnell geklappt. Ich hatte dank der Wirtschaft einen
sehr schlechten Abischnitt, aber die haben gesagt, ja, ist ja nur ein Praktikum.
Egal, welche Note für ein Praktikum reicht es. Ich hätte wahrscheinlich keine
Ausbildung oder schon gar keinen Studienplatz mit diesem Abischnitt bekommen.
Und die haben mir eben die Chance ermöglicht, das Praktikum dort zu machen.
Dann habe ich mich in Pforzheim beworben und wurde abgelehnt.
Habe ich überhaupt nicht verstanden. Das war doch mein Weg, wie ich ihn mir ausgemalt hatte.
Rückblickend war das perfekt, dass ich da abgelehnt wurde, weil dort in dem
Unternehmen durfte ich ja dann zeigen, was ich kann.
Und dadurch habe ich quasi durch meine Leistung überzeugt und der damalige Chef
hat gefragt, möchtest du nicht bleiben?
Du darfst eine Ausbildung bei uns machen. Dann habe ich gesagt,
ich habe extra Abi gemacht, weil ich studieren will.
Dann hat er gesagt, okay, dann ermöglichen wir dir ein Studium.
Und so durfte ich als allererste in dem Unternehmen ein duales Studium absolvieren.
Also genau das ist auch vielleicht das, was man sich manchmal nicht vorstellen
kann, dass der Weg, den man eigentlich einschlagen will, der schon genau vorgezeichnet
und irgendwas läuft schief.
Aber eigentlich läuft es gar nicht schief, weil es was viel Besseres noch ermöglichen kann.
Und wenn man einmal die Möglichkeit hat zu zeigen, was man kann,
nicht nur auf Noten und solche Dinge reduziert wird, bieten sich manchmal viel
bessere Möglichkeiten.
Das ist auch das, um auf deine Frage zurückzukommen, dass ich eigentlich immer
versuche, die Menschen kennenzulernen.
Und auch wenn sich Bewerber bei uns melden, die Noten, man sagt das manchmal
so, die Noten wären erstmal egal.
Das stimmt nicht ganz. Es sind manchmal Auffälligkeiten. Wenn jetzt überall
eine 5 drinsteht, dann kann ich nicht sagen, egal.
Aber ich lade trotzdem alle ein. Alle, die sich aufrichtig für den Beruf interessieren,
sollen sich vorstellen. Die sollen mir zeigen, warum sie sich dafür interessieren.
Und ich finde, in einem Gespräch kann man halt viel tiefer in die Leute reinblicken,
was eigentlich Sache ist, weil man weià nie, was ist in der Schulzeit vielleicht
gerade parallel in dem Leben passiert.
Und das ist auch mit meinen Mitarbeitern so, dass ich da immer individuell gucke,
wie ist denn die Lebenssituation, was hat vielleicht zu irgendwas geführt, was da gerade passiert.
Und dann in meinem Leben eben, um wieder zurückzukommen, durfte ich dann das Studium machen.
Da vielleicht auch noch ein kleiner Nebenfakt.
Erst war ich im Studiengang Kommunikationswirtschaft, hieà es, glaube ich.
Und ich war dann zwei Wochen am Campus in Ravensburg und habe gemerkt,
es wiederholt sich gerade die Zeit auf dem Wirtschaftsgymnasium.
Ich laufe gerade in der Richtung, die ich nicht will, die sich komplett falsch anfühlt.
Und habe dann gesagt zu meinem Chef, ich merke gerade, dass das nicht das ist,
was ich mir vorgestellt habe.
Ich habe aber gesehen, es gibt Mediendesign an dem Campus.
Dürfte ich da vielleicht drüber wechseln? Und er hat gesagt,
ist ihm ganz egal, Hauptsache ich mache ein Studium.
Und dann habe ich gefragt, das hat sofort geklappt. Und das war vielleicht dann
auch das Wichtige an dieser Wirtschaftsgymnasiumzeit, das für mich persönlich
einfach nicht gepasst hat, dass ich da über drei Jahre gemerkt habe, was ich nicht möchte.
Und dadurch nach zwei Wochen schon im Studiengang gemerkt habe,
das ist gerade nicht das, was sich richtig für mich anfühlt.
Und dann eben einfach in die offene Kommunikation gegangen bin.
Das ist auch was, was sich so durch mein Leben zieht, dass ich weiÃ,
dass man Bedürfnisse offen ansprechen muss.
Wer nicht kommuniziert, kann auch nichts bewegen.
Das heiÃt, immer offen sein, auch natürlich ich zu meinen Mitarbeiterinnen, dass ich sage,
sie sollen mir ihre Lebenssituation schildern oder sagen, warum ein Projekt
für sie vielleicht nicht funktioniert hat oder warum sie ein bestimmtes Projekt
gerne machen möchten und dass man in der Kommunikation einfach die besten Wege
für beide Seiten auch findet.
Und dadurch konnte ich dann eben Mediendesign studieren und dann auch relativ
früh nach meinem Abschluss innerhalb des Unternehmens führende Positionen einnehmen.
Und dann über Umwege bin ich jetzt wieder zu SDV gekommen und in der Funktion Head-Official Design.
Wow. Also ich fasse nochmal ganz kurz für mich zusammen. Also was mir auf jeden
Fall schon imponiert in den ersten paar Minuten ist, dass du auf jeden Fall
einen ganz guten Riecher dafür hast, was zu dir passt und was nicht.
Aber das in erster Linie muss es einem selber klar sein.
Und man muss auch selber wirklich dann auch die Konsequenz haben und die Stärke
zu sagen, so nicht. Auch wenn mir jemand hier eine Tür geöffnet hat und eine
Chance gegeben hat, das bringt ja nichts, wenn ich es durchziehe,
also wenn ich jetzt schon merke, dass es in die falsche Richtung geht.
Also ich finde, das ist total wichtig, weil oft ziehen wir Sachen durch,
einfach weil wir es angefangen haben, weil wir es meinen, irgendwie im Schulden
zu müssen oder einfach, weil wir uns nicht trauen, was abzubrechen.
Und also das eine und das nächste ist, dass du wahrscheinlich sehr viele Begegnungen
hattest mit wirklich coolen Menschen, also aus der Familie, aber auch später als Mentoren.
Würdest du sagen, dass das eine Glücksträhne war oder würdest du einfach sagen,
da gab es auch viele blöde Leute, aber auf die hast du dich einfach nicht fokussiert,
sondern du hast einfach geschaut, wie du konstruktiv weitergehen kannst?
Also zum einen bin ich sehr christlich aufgewachsen oder bin ich auch nach wie
vor und das gibt mir immer eine unglaubliche Hoffnung.
Und das Interessante ist, ich heiÃe ja Nadine und ich glaube,
du sprichst auch Russisch wahrscheinlich.
Nadeschda, glaube ich, heiÃt das, die Hoffnung. Daher kommt mein Name und deshalb
ist es für mich irgendwie schon immer so, Hoffnung zu haben.
Mein Name ist das, also ich bin die Hoffnung vom Namen her und auch der Glaube bietet die Hoffnung.
Glaube, Liebe, Hoffnung. Und das sind eigentlich auch die Sachen,
die mich durch mein Leben tragen Und auch vor allem durch meine Mama habe ich
früh gemerkt, es läuft nicht alles richtig oder wie man es sich vorstellt.
Man muss aber sofort eine Lösung finden können. Das ist eigentlich so das Geheimnis.
Mein Papa wurde arbeitslos, weil der Schriftsetzer eben ganz schnell dann in
der Entwicklung vom Computer ersetzt wurde.
Dann haben meine Eltern sofort reagiert und meine Mama hat innerhalb kürzester
Zeit wieder Vollzeit begonnen zu arbeiten.
Das war erstmal eine Katastrophe natürlich. Der Haupternährer wird arbeitslos,
aber wir finden sofort eine Lösung.
Es geht immer weiter und das hat mich eigentlich mein ganzes Leben geprägt und
auch inspiriert, dass man immer, wenn was nicht so läuft, wie man sich das vorstellt,
sofort die Lösung hat oder eine Lösung sucht zumindest.
Da eher die Energie in die Zukunft
steckt, als in das, was eben gerade gar nicht in meiner Hand liegt.
Und dadurch war ich eben auch, wenn Anfeindungen kamen, also ich habe viele Anfeindungen erlebt,
sei es wegen meinem Glaube, sei es wegen meiner sehr hellen Haut,
wegen meinen Haaren, wegen allem Möglichen durfte ich mir schon Sachen anhören.
Vielleicht wurde ich auch mal gemobbt, wenn man das so sagen will,
aber ich glaube, dass das auch fast jeder schon mal in seinem Leben irgendwo durchgemacht hat.
Auch später im Studium, dass dann gab es eine A-Phase und eine B-Phase und die
waren automatisch gegeneinander, weil die eine.
Waren zum einen Zeitpunkt vor Ort und wenn die wieder in Betrieb waren,
dann waren wir vor Ort und dann wurde das so aufgestachelt gegeneinander,
dass immer A gegen B ist, weil Reibung erzeugt ja Energie und dann würde man
sich ja da immer weiterentwickeln.
Mag seine Berechtigung haben, dass Reibung Energie erzeugt, aber ich bin der
Meinung, man kann miteinander eigentlich viel mehr schaffen und,
Auch wenn da dann Anfeindungen kamen, natürlich trifft einen das,
macht einen im ersten Moment traurig, das ist auch völlig in Ordnung,
dass man dann diese Trauer oder Wut oder Ungerechtigkeit auch fühlt.
Aber ich habe dann auch, ich würde mal sagen, als Ãberlebenstaktik vielleicht
für mich entwickelt, dass ich dann immer versuche, einen Schritt rauszugehen
und quasi die Situation objektiv von auÃen zu betrachten und dann überlege,
warum haben die jetzt so reagiert.
Also, dass ich meine Anfeindung nutze zur Selbstreflexion, weil ich hatte gar
nie eine böse Absicht, aber eine Anfeindung kam und dann überlege ich mir aber, wodurch kam das denn?
Was waren vielleicht die berechtigten Gefühle der anderen?
Und manchmal finde ich dann aber auch nichts. Und das ist dann auch der Moment,
wo ich mir sage, okay, dann ist das Problem in dieser Person,
da kann ich gar nichts dran ändern.
Die Wut oder Aggression oder was auch immer die Person hat, ist nicht meine Wut.
Und dann kann ich eigentlich immer ganz gut loslassen, dass ich dann sage,
das ist das Problem bei der Person und ich kann weitermachen.
Und das habe ich eigentlich verfeinert über die Jahre und würde sagen,
das hat auch dann eben gerade so Anfeindungen im Kindesalter oder Jugendlichenalter,
hat mir geholfen, dass ich heute so stark sein kann,
dass ich mit solchen Situationen echt schnell lerne umzugehen.
Und da habe ich mir schon immer, glaube ich, auch unbewusst vielleicht Vorbilder gesucht.
Also meine Mama zum Beispiel, die ist die Ruhe in sich, die hat eine ganz wichtige
Position beim Daimler Cup zu einem Zeitpunkt, wo Frauen da eigentlich noch gar
nicht so mit im Boot saÃen.
Und die hat zum Beispiel immer gesagt in der Besprechung, sie sagt lange gar nichts, sie hört.
Aber wenn sie was sagt, dann hat es Gewicht. Und da erkenne ich mich zum Beispiel
auch wieder, dass ich das so übernommen habe oder in mir trage oder das vielleicht
als Vorbildsituation habe und halt dieses lösungsorientiert zu sein.
Ich glaube, das ist für eine Führungskraft extrem wichtig, lösungsorientiert
und nicht problemorientiert zu sein.
Und ich finde es trotzdem wirklich cool, wie du es schaffst,
mit so einer Sanftheit zu führen.
Also oft hört man ja, dass man als Frau doppelt so laut sein muss,
um einfach gehört zu werden oder irgendwie schrill oder dass man einfach auf
die Pauke schlagen muss und sich Raum verschaffen muss.
Und das Ganze hat bestimmt auch eine Berechtigung, aber ganz oft sind solche
Ratschläge gehen dann in so eine Richtung, dass es von so einer Sanftheit auch wegführen kann.
Also dass man anfängt, sich selber vielleicht gar nicht mehr so treu zu sein
in seinem Wesen und denkt, wenn man schüchtern ist, dass man eher extrovertiert sein muss.
Wir waren jetzt auch bei so einem Event, Frauen, Women in Leadership hieà das, glaube ich.
Sowas bietest du ja auch deinen Mitarbeiterinnen an. Also das ist mir schon
aufgefallen jetzt, dass du immer wieder auch Möglichkeiten suchst,
um deine Leute vorzubilden, um die irgendwie mitzunehmen, aber auch,
also ich glaube nicht nur beruflich, sondern auch persönlich,
dass die wachsen können.
Kannst du uns da so ein bisschen erzählen, was deine Methoden sind oder wie
führst du konkret im Alltag?
Also du leitest ein neunkäufiges Team.
Wie machst du das? Also welche Vision hast du mit dem Team?
Siehst du jeden Einzelnen an seinen Stärken und Schwächen und willst sie dann
immer wieder irgendwie auf Kurs bringen oder wie kann man sich das so vorstellen?
Hast du da irgendwelche Tipps?
Ja, also ich bin immer noch Findungsprozess, würde ich sagen,
weil ich hatte, zwischendrin war ich in einem anderen Unternehmen tätig,
da hatte ich auch schon eine Führungsposition, die war aber eher projektbezogen.
Disziplinarisch war mein Vorgesetzter auch deren Vorgesetzter.
Da musste ich auch das Team ganz neu aufbauen.
Ich hatte auch nur zwei und zum kurzen Zeitpunkt drei Teammitglieder und da
war das alles ein bisschen anders aufgestellt.
Aber was ich von meinem damaligen Chef gelernt habe, ist, dass zum Beispiel,
wenn du nur Alpha-Tiere hast, dann funktioniert das nicht.
Also wenn du nur Ãberperformer hast, alle, die immer ganz vorne mit dabei sein
wollen, dann geht das nicht. Jeder braucht so seine Rolle.
Und das habe ich ein Stück weit mitgenommen, aber nicht in dem Punkt,
dass ich sage, die einen dürfen jetzt eben vorne und die anderen nicht,
sondern dass ich hingucke, was wollen denn die Einzelnen.
Und ich möchte jetzt nicht zu sehr ins Detail gehen, aber eine Person bei mir
im Team, die ist sehr ruhig und zurückhaltend und die sagt in jedem Gespräch, was wir führen,
ich glaube, ich bin falsch, weil ich bin nicht die, die darin aufgeht,
sehr kreativ zu arbeiten oder sich neue Sachen auszudenken.
Zu denken, ich möchte lieber abarbeiten und habe gesagt, du bist einer der wertvollsten
im Team dadurch, dass du sagst, dass du weiÃt,
was du möchtest, was du kannst und man braucht die Leute,
weil es kommen nicht nur die hochkreativen Sachen, es kommen diese Sachen,
die man abarbeitet und wenn ich weiÃ, du möchtest das und wir haben die Aufträge
und die anderen möchten das nicht, aber die Aufträge sind da,
dann kann ich das guten Gewissens dir geben, weil du dich da wohlfühlst und so.
Versuche ich oder das ist mir schon gelungen oder dem Team Insgesamt gemeinschaftlich
ist es uns gelungen, die einzelnen Rollen da ganz scharf auszuarbeiten.
Und das heiÃt dann aber auch nicht, dass die Rollen so bleiben müssen.
Das haben wir auch in dem Abend, wo wir zusammen waren, ja gemerkt,
die verschiedenen Lebensphasen.
Es darf sich auch was verändern. Man kann jetzt auf der Spur sein und in einem
Jahr ändert sich was auch immer ein Teil von diesem ganzen Konstrukt und das
kann auch den Weg, den man einschlägt, ändern.
Das heiÃt, wenn jetzt diese Person zu mir in zwei Jahren sagt,
ich merke jetzt, ich bin nicht mehr die Abarbeiterin, dann darf die die Rolle
natürlich auch wieder verlassen.
Das finde ich ganz arg wichtig und da auch wieder Kommunikation.
Man muss darüber sprechen, was man eben möchte und auch abgleichen jetzt gerade
als Führungsposition oder in der Führungsposition, wie denn der Mitarbeitende gerade unterwegs ist.
Und ich führe unterschiedliche Formate an Mitarbeitergesprächen.
Also ich bin jetzt seit bald drei Jahren wieder zurück und in dieser Position
eben in der alten Form von STV.
Es gab einen Inhaberwechsel in der Zwischenzeit.
Da gab es keine Hierarchien und jetzt eben in dem neuen Konstrukt gibt es eben diese Head-off-Ebene.
Und dann habe ich im ersten Moment, als ich wiederkam, habe ich es Fresh Up Gespräch genannt.
Da habe ich gesagt, ich komme jetzt wieder in eine neue Situation.
Ihr wart auf dem Weg dabei. Ich weià nicht, mir fehlen zwei Jahre.
Wo sind wir gerade? Und dann hat jeder mir erzählt, wie seine Wahrnehmung war
eben von dieser Entwicklung zu dem neuen, also zu dem alten neuen Unternehmen.
Es war noch vieles gleich, aber doch manches schon auf dem Weg sich zu verändern.
Heutzutage nochmal deutlich verändert und dann habe ich mir ein Gesamtbild machen können.
Ich habe auch mit den Chefs gesprochen, auch mit dem anderen Head-off,
der auf der gleichen Ebene war, beziehungsweise damals gab es noch eine dritte
und dann habe ich mir erst mal einen Ãberblick verschafft, was sind die Einzelnen
berichten, weil wir urteilen ja vorschnell die erste Meinung, die wir hören,
das ist dann irgendwie die GesetzmäÃigkeit, aber es gibt ja viele,
viele Wahrheiten, die einfach durch den eigenen Blickwinkel geprägt sind.
Und dann habe ich mir einen Ãberblick eben verschafft und wo ich gemerkt habe,
dass da was unstimmig ist,
habe ich immer versucht zu vermitteln zwischen den zwei Parteien,
dass ich gesagt habe, die eine hat mir jetzt erzählt, die Situation war so,
ihr habt es aber so gesehen, wo liegt jetzt die Wahrheit und habt dann alle
an einen Tisch geholt, dass man eben solche Sachen auflösen kann.
Und dann hat sich das alles erst geformt eben mit der Head-off-Ebene Und da
muss man natürlich viel noch definieren und zusammen erarbeiten,
wie wir das gestalten wollen, auch in dem Zusammenspiel Head-of zu Geschäftsführung,
wo sind die einzelnen Aufgabengebiete, wo fangen die an,
wo hören die aber auch auf natürlich und.
Im zweiten Jahr habe ich dann gesagt, in der damaligen Situation war das richtig für mich,
dass ich nicht mit jedem ein einzelnes Gespräch führen muss,
sondern habe gesagt, wenn ihr ein Gespräch führen wollt, mein Kalender ist gepflegt,
stellt mir einen Termin ein, die dauert den Ort und das Datum,
wie es für euch am besten ist.
Ich muss noch dazu sagen, ich bin vier Tage im Homeoffice, weil ich in die Region
Ludwigsburg gezogen bin.
Dadurch ist mir nicht möglich, jeden Tag vor Ort zu sein in Kalf.
Das ist natürlich auch nochmal eine Herausforderung, aus dem Homeoffice rauszuführen
und auch das mit aufzubauen.
Und dann habe ich eben gesagt, ihr dürft entscheiden, soll ich vor Ort sein?
Möchtet ihr ein digitales Gespräch? Wann ist es für euch richtig im Verlauf des Jahres?
Und wie lange soll das sein? Und dann haben es auch alle wahrgenommen und die
waren total unterschiedlich, die Gespräche.
Und das fand ich so schön, weil die waren dann eher von dem Mensch gestaltet.
Das war jetzt kein Schema, dass ich sage, wir haben diese Agenda-Punkte,
sondern das war aus den tatsächlichen Bedürfnissen von der Person in dem Moment.
Und dadurch haben sich wirklich sehr wertvolle Gespräche für mich entwickelt,
und ich schreibe dann immer von Hand mit.
Meine Bachelorthesis ging auch um die Handschrift und was es bewirkt,
wenn man von Hand schreibt, dass es ins Gedächtnis übergeht.
Deswegen versuche ich immer nicht, das so digital zu gestalten,
sondern eben handschriftlich und dann tue ich das nochmal verdichten und mir
die To-Dos rausschreiben und auch, wenn es konkrete Sachen gibt,
gleich einen Termin einstellen.
Also da so die Strategie, um den Ãberblick auch bei der Anzahl von Menschen
zu behalten, dass man gleich guckt, wo geht es da weiter.
Und was ich da sehr schön fand...
Alle begonnen haben mit, also ich habe es gesehen, dann auf den Aufschreiben
stand Nadine und ein Herz oder was top läuft, du als Führungskraft.
Und damit hatte ich überhaupt nicht gerechnet, weil ich ja so wenig vor Ort auch bin.
Und dass mir alle wieder gespiegelt haben, ich bin zwar räumlich nicht da,
aber ich bin immer für sie da.
Und das ist vielleicht auch das, was sich so bei mir durchzieht,
dass ich immer für alle da sein will.
Also generell in meinem Leben. Ich will immer für die Kinder,
für den Partner, auch für meine Eltern, für meine Freundinnen.
Ich will immer jemand sein, der greifbar ist.
Und jetzt in diesem Jahr habe ich es so gemacht, manche hatten im Verlauf des
Jahres Gespräche, wie zum Beispiel Azubis haben natürlich regelmäÃig Gespräche
oder neue Mitarbeitende hatten ein Probezeit-Endgespräch.
Und die Fashion-Mitarbeiter, die jetzt eben noch keins hatten,
da habe ich auch gesagt, ich werde mit allen eins einstellen.
Diesmal nenne ich es Entwicklungsgespräch. Und dieses Mal ist digital, was ich aufschreibe.
Also auch ich verändere mich, obwohl ich ja dieses strikte Handschriftliche
eigentlich in mir habe, weil ich dann auch jetzt lernen durfte,
dann liegt es in dem Buch irgendwo auf einer Seite und dann finde ich es nicht
mehr, weil ich habe auch drei Notizbücher und wo ist es dann?
Und jetzt habe ich eben einen Ordner und da sind die PDFs drin,
die ich bearbeitbar gemacht habe und da sind die Notizen drin und das kann ich
dann einfach als Protokoll, als Mail-Anhang machen.
Und das hätte ich letztes Jahr noch überhaupt nie gemacht so.
Und das meine ich mit dem, man darf sich ja dann auch weiterentwickeln.
Und obwohl ich diese Hardliner-Handschrift-Person bin, das kann jeder aus meinem
Umfeld bestätigen, bin ich jetzt den digitalen Weg gegangen,
weil es eben besser ist für das, wofür ich es halt tue.
Und da habe ich den Fragebogen vorab geschickt. Ich habe gesagt,
ihr könnt euch damit beschäftigen, aber wir werden im Gespräch genug Zeit haben.
Und da legen wir den Fokus auf die Stärken der Person. Also dass die dann auch sagen.
Zum Beispiel, was hat trotz Stress oder Druck dazu geführt, Also dass ihr trotzdem
motiviert geblieben seid oder welche Stärken hast du, die noch nicht ihr volles
Potenzial im Unternehmen entfalten können.
Also dass wir da gezielt auf die Stärken den Fokus legen und dann aber natürlich,
ich habe auch eine Verantwortung dem Unternehmen gegenüber, den Chefs gegenüber.
Ich kann jetzt nicht nur gucken, wie geht es dem einzelnen Mitarbeiter immer rundum gut.
Ich habe da ja auch Erwartungen zu erfüllen von anderer Stelle,
dass ich daneben schaue, wie kann man denn die Stärken jetzt aber so verwandeln,
dass das Unternehmen davon wiederum profitiert.
Und das ist für mich die Gleichung, wenn der Mitarbeiter profitiert und das
Unternehmen, dann profitieren alle davon.
Und jetzt konnten auch schon die ersten Sachen tatsächlich in kürzischer Zeit funktionieren.
Eben verbessert werden im Unternehmen.
Und jetzt fand ich das auch mal interessant, mit die Art anzugucken.
Und dann bin ich jetzt auch selber gespannt, was es nächstes Jahr wird,
wie es sich dann in dem Alltag, den wir dann haben werden in der Firma,
was dann der richtige Weg sein wird.
Wow. Also jetzt, bevor du alle Betriebsgeheimnisse aus deinem Lehrkästchen,
alle deine Geheimnisse ausklauerst.
Wollte ich nochmal nachhaken. Und zwar, wie schützt du dich konkret,
also wenn du so ein sorgfältiger Mensch bist?
Und ich meine, es erfordert ja so viel Energie, das handschriftlich zu verfassen.
Und das ist ja wirklich, also in einer Zeit, wo wir alles mit ChatGPT gefühlt
lösen und schreiben, also wo E-Mails gar nicht mehr persönlich von einem selber
zum Teil kommen, nimmst du dir wirklich die Mühe und den Raum,
das handschriftlich zu notieren zum Beispiel.
Und es erfordert ja wirklich sehr viel Hingabe.
Wie schaffst du es dann, dich selber so ein bisschen davor zu schützen,
dass du so viel an andere denkst und immer versuchst, für alle da zu sein.
Also dabei nicht irgendwie auszubrennen oder dich zu verausgaben oder auch ausgenutzt zu werden.
Also vielleicht, das ist ja auch, was man häufig Frauen so ein bisschen mitgeben
möchte, dass die sehr viel Mental Load haben oder auch sich sehr kümmern und
darunter aber auch leiden.
Also welchen Tipp hättest du da vielleicht für uns Frauen und auch alle, die zuhören?
Wie schafft man es, wenn man so eine Person ist, die wirklich so sensibel auch
auf Leute eingeht, dass man da nicht total verschlungen wird?
Ich glaube, da muss jeder seinen eigenen Weg finden, auf jeden Fall.
Das ist auch etwas, was ich lernen durfte, dass jeder Mensch wirklich,
also es klingt so plump, aber jeder Mensch ist individuell.
Und bei mir ist es zum Beispiel Musik und mein Glaube eben, der mich da sehr
trägt. Und wenn ich im Homeoffice bin, also unter anderem spiele ich Orgel und
da habe ich eine kleine Orgel zu Hause und in der Mittagspause setze ich mich dann da hin.
Ich habe in der Musik so einen Hyperfokus und dann muss ich mich konzentrieren,
dass ich das alles hinbekomme.
Und dann bin ich komplett raus und dann bin ich wieder geerdet.
Und zum Beispiel bei meinem Mann ist es Sport.
Und das konnte ich nie verstehen, wie der Sport einen da rausholen soll.
Und ich habe Anfang des Jahres, da war ich einen gewissen Zeitraum krankgeschrieben.
Und da hat die Ãrztin gesagt, wie warst du denn mit Sport?
Auf gar keinen Fall. Und dann sagt mein Mann auch, wir haben im Ort so einen
Gesundheits-Fitness-Sender, würde ich mal sagen.
Also es ist gar nichts Modernes, da sind viele alte Leute. Aber das ist genau
das, was ich gebraucht habe, weil ich mochte nicht so Muckibuten oder wo man
sich immer ein bisschen angeguckt fühlt. Also das war gar nichts für mich.
Und seit April gehe ich zwei bis dreimal die Woche dahin.
Jeder, der mich von früher kennt, wird das nie mit mir in Verbindung bringen, dass ich Sport mache.
Ich verstehe jetzt aber, wie das einen halt auch einfach, ja,
muss man sich auch konzentrieren.
Und durch diese Konzentration ist man halt von dem anderen Bereich dann wieder zurückgekommen.
Ein bisschen losgelöst. Ich merke dann aber schon, wenn ich zum Beispiel da
Fahrrad fahre, da habe ich wieder Zeit nachzudenken, dann gehe ich wieder den Geschäftstag durch.
Und das ist etwas, was bei der Musik, bei mir persönlich nie vorkommt.
Weil ich muss mich ja immer konzentrieren, beim Orgelspielen zum Beispiel,
vier Stimmen mit zwei Händen zu spielen.
Oder eigentlich spiele ich Querflöte ursprünglich. Da lege ich dann eher den
Fokus drauf, wie ich die Intonation mache und wie ich aus dem Instrument dann
noch einen besseren Klang rauskriege
oder habe dann auch während Corona angefangen, Waldhorn zu lernen.
Ja, total. Was ist Waldhorn?
Blechblasinstrument, wie so ein Poschhorn aussieht, wo die Hand so in dem Trichter
drin ist. Ja, ich glaube.
Du würdest es auf jeden Fall kennen, wenn du es siehst. Da spielt man ja die Tiefenlagen.
Das mag ich sehr, weil ich mit der Flöte halt immer so oben die Akzentuierungen
gespielt habe und mit dem Waldhorn kann ich jetzt so richtig schönes Fundament spielen.
Und das war dann auch eben so etwas, wo ich gemerkt habe, ich liebte es,
mich in ein neues Instrument reinzufuchsen und wenn es dann auch noch funktioniert
und ich spiele jetzt in Orchestern mit oder in Orgel in der Kirche und so weiter,
das ist das, was mir persönlich total viel gibt.
Und jemand, der aber jetzt kein Instrument kann, der soll ja jetzt nicht denken,
okay, dann wird das bei mir nicht funktionieren, weil bei der Person ist dann
eben vielleicht der Sport oder irgendwelche anderen Tätigkeiten.
Also durch das, was man eigentlich halt total leidenschaftlich betreibt.
Und was ich jetzt auch noch merkt habe, sind Ehrenämter. Da habe ich jetzt auch drei,
Ehrenämter inne. Drei. Ja.
Also da muss ich dazu sagen, dass ich, es sind unterschiedliche Motivationen,
warum ich die verschiedenen Ehrenämter angenommen habe, aber dass ich bei allen
gesagt habe, ich möchte das machen, was meine Stärken sind.
Also zum Beispiel, ich kann nicht gut rechnen, ich kann nicht gut in Excel-Tabellen arbeiten.
Das müsste man zum Beispiel bei dem einen Ehrenamt machen und das ist aber eins,
wo eben viele teilnehmen und eine kann das.
Und dann habe ich gesagt, macht doch jeder das, was er als Stärke hat,
weil dann macht es auch SpaÃ. Und ich finde, Ehrenamt muss Spaà machen,
sonst geht man daran unter.
Und ich mache eben so gestalterische Tätigkeiten oder mir macht es auch nichts
aus, vor einem Personenkreis zu sprechen und da so eine bestimmte Euphorie rüberzubringen,
weil ich da ja auch wirklich dahinter stehe, sonst würde ich das Ehrenamt nicht
machen. Und dann mache ich eben diese Tätigkeiten.
Und da habe ich dann wirklich die Erfahrung gemacht, ich brauche keine Kraft
für das Ehrenamt, sondern ich ziehe
meine Kraft für meinen Alltag aus dem Ehrenamt. So rum, okay, verstehe.
Dafür muss es aber Spaà machen, weil wenn das nur eine Belastung wäre,
dann würde ich da gar keine Kraft rausziehen.
Und so ist es für mich total bereichernd, wenn ich da eben was bewirken kann.
Bei der einen Tätigkeit hat es auch mit Kindern und Jugendlichen zu tun.
Das ist auch etwas, was mir sehr am Herzen liegt, weil wie du vorher gesagt
hast mit dem Thema Mentoren, Auch ich in meinem Leben gemerkt habe,
wie das halt wichtig ist, auch mal so ein, gerade bei jüngeren Jugendlichen, so ein Same zu sehen.
So den Blick für sich selber zu entwickeln, wo ich auch sehr gestärkt wurde
und mir ganz viele Situationen im Kopf sind, wo mal jemand bei mir eben so einen
Funke gegeben hat, der mich heute noch trägt, weil ich sage,
das kann ich gut, weil das hat ja,
vor 20 Jahren hat meine Oma gesagt, ich kann das.
Und das kann ganz viel bewirken und deshalb finde ich das so wichtig,
dass ich das jetzt auch weitergebe, weil ich das halt auch bekommen habe.
Deswegen bist du hier. Weil ich finde, das sollten auf jeden Fall mehr Leute hören.
Also richtig krass. Ich warst nochmal zusammen. Du spielst mindestens drei Instrumente
und hast mindestens drei Ehrenämter.
Aber das nimmt dir nicht Kraft, sondern gibt dir einfach durch die Hingabe,
durch die Beschäftigung mit einer Sache, die dir Spaà macht und durch Leidenschaft,
gibt es einfach sehr stabile Säulen in deinem Leben, aus denen du Kraft schöpst.
Wahrscheinlich auch ein gewisses Selbstbewusstsein, was dich dann in andere
Situationen aushalten lässt.
Also, dass du dann halt nicht umknickst, wenn es irgendwo Streit gibt oder Unstimmigkeiten
oder sonst was in anderen Situationen, weil du dann einfach ein sehr stabiles
Netz hast, was dich aufhängt.
Also kann man das vielleicht so als Ratschlag formulieren, dass man,
wenn man sich aufmacht zu groÃen Aufgaben und führen möchte oder einfach viel
Verantwortung trägt, braucht man unbedingt einen Ausgleich, worin man eine andere
Seite von sich ausleben kann,
wo es um andere Dinge geht, in denen man gut ist und wo man für was anderes gesehen wird.
Kann man das so vielleicht irgendwie? Ja, du hast auch ein gutes Stichwort gesagt, Selbstbewusstsein.
Das ist bestimmt auch ein Wort, was jeder anders wahrnimmt, weil man kann sagen,
jemand tritt selbstbewusst auf, weil er irgendwie aufrecht läuft und einen Raum
einnimmt oder irgendwie eine besondere Ausstrahlung hat.
Aber für mich ist es eher, sich seiner selbst bewusst zu sein.
Also, dass ich zum Beispiel weiÃ, was ich kann und ich weiÃ,
was ich alles nicht kann. Und für das, was ich nicht kann, darf ich Hilfe holen.
Oder zum Beispiel bei der Steuer.
Kann ich überhaupt nicht sowas? Also mache ich das mit meiner Mama zusammen.
Und meine Mama macht das gern.
Jetzt hat sie gesagt, irgendwann musst du es alleine können.
Ich meine, ich bin jetzt auch, wie du weiÃt, Anfang 30. Irgendwann,
ja, sollte man das selber können.
Aber ich habe jetzt gemerkt, letztes Jahr, also dieses Jahr,
jetzt ist es vergangene Jahr, die Steuer, habe ich plötzlich alleine gemacht.
Also sie saà nur noch neben mir. Und dann dachte ich wieder,
wow, wie hat sie das geschafft?
Und sie hat mich wirklich, ohne das konkret zu sagen, Stück für Stück dahin
geführt. Und jetzt haben wir gesagt, bei der nächsten Steuer erkläre ich es
ihr quasi, wie ich es mache.
Und dann im Jahr darauf bräuchte ich sie quasi nicht mehr.
Und das ist für mich dann auch wieder so ein Vorbild. Also auch heute noch,
dass dann meine Mama das Vorbild ist, wie man jemanden empowert zu was.
Und das mache ich wieder bei den Kindern, das mache ich bei den Mitarbeitern.
Das mache ich auch bei meinem Mann in bestimmten Situationen, er bei mir auch.
Also man lernt ja immer, man lernt sein ganzes Leben lang.
Und dass man da sich selbst einfach bewusst ist, was man kann,
wo man Hilfe holen kann und nicht immer denkt, man muss alles alleine können,
weil ich kann das auch nicht alles alleine.
Ich hoffe, dass auch ein paar Männer zuhören, weil tatsächlich,
glaube ich, ist es ein super Ratschlag auch an viele Männer,
die eben noch viel mehr Schwierigkeiten damit haben, Hilfe zu fragen oder denken,
sie müssen alles selber schultern.
Aber ich glaube, das ist wirklich sehr wichtig, was du sagst,
weil oft denkt man einfach, man muss sein Wesen komplett verändern, um erfolgreich zu sein.
Und ich glaube, alle, die jetzt zuhören, können vielleicht auch sich ein bisschen
von dir inspirieren lassen, wie man eben sich selber treu bleiben kann und eben
nicht am lautesten schreien muss oder so, um trotzdem gesehen und gehört zu werden.
Und wie man aus sich selber heraus einfach so Stärke aufbauen kann, das ist richtig cool.
Also wahrscheinlich hast du da auch einfach ein sehr stabiles Familien- und
Freundesnetz um dich herum, also auch durch die Ehrenämter.
Also wenn du magst, können wir da vielleicht noch ein bisschen reingehen,
weil mich das interessiert.
Also nicht nur dich als Karrierefrau, sondern eben auch als ganzer Mensch.
Das ist nämlich auch was, was, finde ich, Frauen oft zu wenig gesagt wird,
dass sie auch einfach gucken müssen, wie sie sich privat aufstellen.
Also nicht nur beruflich, dass sie da ihre Studienabschlüsse klarkriegen und
einen guten Job haben, sondern eben auch privat einfach die Weichen richtig
zu setzen für sich, was auch immer das bedeuten mag.
Kannst du uns da vielleicht mitnehmen? Also mitnehmen, ich habe schon ausgehört,
dass deine Eltern auf jeden Fall eine groÃe Rolle gespielt haben,
dass sie dich geprägt haben.
Aber ich meine auch die GroÃeltern, wenn ich das so richtig rausgehört habe.
Und ich glaube, was auch in der Community schon mehrfach gefragt wurde,
in verschiedenen Kontexten ist eben die Bedeutung von so einer gewissen finanziellen
Sicherheit, mit der man startet.
Also das Stichwort vom Silberlöffel im Mund, mit dem man geboren wird und gleichzeitig
auch, was ist, wenn man das eben nicht hat.
Also vielleicht kannst du uns da so mitnehmen, der familiäre Hintergrund oder
auch jetzt die Situation mit deinem Mann.
Wie unterstützt dich deine Familie und was würdest du jungen Frauen raten,
wenn sie sich ihr Leben aufbauen, eben nicht nur beruflich, sondern halt auch
privat irgendwie gucken wollen, dass sie einen guten Weg gehen.
Also auch da ist es natürlich wieder individuell.
Das war für mich als Kind überhaupt nicht klar. Da ist ja erstmal die Situation,
in der man sich befindet, das Normal.
Und ich darf jetzt heutzutage feststellen, dass ich eine unheimlich behütete Kindheit hatte.
Geprägt ausschlieÃlich von Liebe. Ich kann mich nicht einmal erinnern,
dass meine Eltern über irgendjemanden gelästert haben.
Egal in welchem Bereich, irgendwie negativ oder dass die gelogen haben.
Das alles gab es bei uns nicht.
Auch natürlich christlich, meine Eltern sehr christlich, meine GroÃeltern.
Ich kenne nur die GroÃeltern müderlicherseits.
Die väterlicherseits waren schon verstorben, als ich geboren wurde.
Natürlich hat mein Papa viel erzählt, aber da kriegt man ja auch nur den Blickwinkel
natürlich mit von der Person, die erzählt.
Aber auch da war immer alles sehr von Liebe geprägt, aber überhaupt nicht von
Reichtum, gar nicht. Also mein Papa ist sehr arm aufgewachsen in einem kleinen
Dorf in Karl-Volzborn für diejenigen, die das kennen.
Da war er der Jüngste von neun Geschwistern zu der Nachkriegszeit.
Also das war überhaupt kein Zuckerschlecken.
Und meine Mutter ist auch in einer klassischen Arbeiterfamilie aufgewachsen.
Auch da waren die Elternhäuser überhaupt nicht mit Reichtum gesegnet.
Aber sie waren so der Anfang von der Zeit, wo man sich was erarbeiten konnte,
wenn man auch beim Daimler zum Beispiel gearbeitet hat, was ja hier in der Region
sehr verbreitet ist, eben diese groÃen Industriefirmen, die damals gerade ihre Hochphase hatten.
Und dann auch meine Mama beim Daimler eben war auch von der Ausbildung bis zur
Rente wirklich auf der gleichen Stelle. Das gibt es heutzutage auch selten.
Er war damals sicherlich auch möglich. Das ist heutzutage auf jeden Fall anders.
Und mein Papa eben vom Schriftsetzer dann in die Arbeitslosigkeit wurde dann geholfen.
Ãber Umwege der Hausmeister und der Grundschule bei uns im Ort.
Also eine ganz andere Tätigkeit.
Und ich fand immer, dass ihn das aber total erfüllt hat, mit diesen Kindern
dann zu tun zu haben und so die gute Seele des Hauses zu sein und Sachen zu
reparieren. Also was ganz anderes.
Und das fand ich auch immer total inspirierend, wie er eigentlich in was ganz
anderem total aufgegangen ist. Und deshalb hatte ich so beide Rollen.
Der eine, der von A bis Z immer auf der gleichen Stelle war und der andere,
der gucken musste, auch lösungsorientiert.
Okay, das ist jetzt nun mal so, die wirtschaftliche Lage, das ist heutzutage
auch noch viel spürbarer bei ganz vielen Menschen.
Er fordert, dass ich flexibel bin und dann kann ich trotzdem was finden,
wo mich total glücklich macht und erfüllt. Und da hatte er die schönsten Begegnungen
auch mit den Kindern, wenn er die dann später mal als Teenager wieder beim Einkaufen sieht.
Und die sagen immer noch, ja, sie haben damals immer mich zum Lachen gebracht
auf dem Pausenhof oder so.
Also total für ihn auch sehr viel Kraft spenden.
Da erzählt er immer noch ganz schön viele Sachen.
Und ja, dann haben die beiden wirklich ganz hart gearbeitet.
Und trotzdem hatten mein Bruder und ich nie das Gefühl, dass die Eltern nicht da sind.
Aber die haben wirklich richtig, richtig hart gearbeitet. Die haben sich alles selber erarbeitet.
Und wir hatten dann eine Eigentumswohnung. Und als Kind, mir tut es rückblickend
leid, aber ich war ein kleines Kind, hat mein Papa mir erzählt,
dass ich immer gesagt habe, ja, meine Freundin, die haben alle ein Haus.
Warum haben wir bloà eine Wohnung?
Und die hatten aber eine Wohnung, die abgezahlt war. Und die anderen hatten
vielleicht ein Haus mit Schulden oder auch nicht, ist egal wie.
Aber meine Eltern haben das alles wirklich mit ihren Händen erarbeitet und waren
trotzdem immer für uns da.
Meine Mama, Vollzeit gearbeitet, trotzdem mich zu allen Schulen.
Ich habe bestimmt zehn Schulen angeguckt mit im Kreativbereich,
die ich jeden Samstag mit mir rumgefahren habe, die Sachen anguckt und abends
noch mit mir Hausaufgaben gemacht.
Das war wirklich bestimmt eine sehr harte Zeit für meine Eltern. Ja.
Dann haben die eigentlich, mein Bruder und mir, natürlich sehr viel ermöglichen
können, weil sie so hart, also wirklich an sich runtergespart haben.
Also bevor meine Mama sich ein neues Kleidungsstück kauft hat,
hat sie mir zehn gekauft.
Und deshalb sage ich heute immer, sie sollte sich auch mal was gönnen,
wenn wir jetzt shoppen sind. Und dann sind sie nicht immer so,
nein, du kaufst dir jetzt was, weil sie sich wirklich immer total um uns gekümmert haben.
Und das klingt nach Bilderbuchfamilie natürlich.
In der Pubertät oder so hat man auch mal Punkte gehabt, wo man angeeckt ist.
Aber mein Bruder und ich haben schon, wo wir ältere Jugendliche waren,
haben wir mal miteinander gesprochen und haben gesagt.
Dass wir nie Streit haben werden. Wir wollen uns nicht wegen Erbe oder irgendwas
mal streiten. Uns ist die Liebe zueinander wichtiger.
Und das ist bis heute so. Also wenn wir aufeinandertreffen, sind wir,
glaube ich, eher auch wieder 20 Jahre in der Vergangenheit, weil wir irgendwie
zusammen lachen oder uns umarmen, überhaupt nicht diese erwachsene Distanz zueinander bekommen.
Und wirklich dieses hohe Gut, dass wir nicht lästern in der Familie,
das ist was, was uns wirklich auszeichnet, dass wir vier, auch wenn mal nur
zwei oder drei zusammen sind, es wird über keinen von uns gelästert.
Man kann natürlich Sorgen besprechen oder sowas, aber nie bösartig.
Und das merke ich jetzt, dass es da andere Familien gibt.
Wenn da einmal einer anfängt, ist so eine Hemmschwelle überschritten und dann kann das bröckeln.
Und deshalb, wir können uns zu 100 Prozent aufeinander verlassen und uns vertrauen.
Und das ist was, was sich weiterhin total durchzieht und mir absolute Unterstützung
gegenseitig geben und ich sehr, sehr viel Unterstützung bekomme. Wow.
Ich habe auch gerade fast so, also Tränen in den Augen, dass ich das irgendwie
so rührend finde, wie deine Mama auch sich so aufgeopfert hat und du heute versuchst,
das zurückzugeben, wenn ihr shoppen geht.
Wunderschön, auch mit den Geschwistern. Ich glaube, also da gibt es so viel
dazu zu sagen, was ich jetzt fragen möchte.
Und du bist ja jetzt auch schon, ich glaube seit zehn Jahren verheiratet.
Also wir sind gleich alt.
Und du bist aber schon seit zehn Jahren verheiratet. Also ich erst seit fast zwei.
Also seit sieben bin ich verheiratet. Ah, okay, seit sieben.
Und ist dein Mann, also vom ähnlichen Schlag, sage ich mal, ist der auch so ein,
positiver, auch ungläubiger Mensch oder wie ist es da zu Hause bei euch?
Ich sag mal, das ist total schwer dann, wenn man aus so einem behüteten Haus
kommt, dann jemanden zu finden, der vielleicht ähnlich tickt oder diese Güte,
die man hat, auch nicht irgendwie ausnutzt oder so.
Das ist ja gerade auch nicht so leicht als junge Frau zu navigieren bei der Partnerwahl.
Also er hatte Berührungspunkte mit dem Glauben, aber eine andere christliche Prägung.
Also ich bin neuapostolisch und er hatte mit der evangelischen Kirche Berührungspunkte,
hat da auch zum Beispiel einen Posaunenchor gespielt, aber dann im jugendlichen
Alter Abstand gewonnen.
Das war jetzt auch nicht das groÃe Thema im Elternhaus, in die Kirche zu gehen.
Und dann hat er das so ein Stück weit verloren. Und ich würde mal so beschreiben,
dass er sich da auch rasch losgefühlt hat irgendwie in dem Leben,
bevor er mich dann kennengelernt hat.
Und als wir uns dann kennengelernt haben, wusste er nicht, dass ich gläubig bin.
Und in einem unserer ersten Gespräche hat er dann gesagt, ich bin auf der Suche nach einem Glauben.
Und er wusste ja nicht, dass ich wirklich sehr, sehr stark verwurzelt bin im Glauben.
Und da habe ich gesagt, das trifft sich perfekt, weil ich gehe jeden Sonntag
in die Kirche und das mache ich und das und das und das.
Und dann wurde das gewählt,
Eigentlich, das war der Beginn von der Festigung meines Glaubens.
Er hat mich quasi dazu befähigt, dass ich selber viel mehr glaube.
Weil wenn man so aufwächst, dann ist das Gewohnheit.
Man geht halt sonntags in die Kirche. Natürlich beten wir vor dem Essen und so weiter.
Aber weil man es halt so macht. Und er hat mich eigentlich erst dazu befähigt,
dass ich mich auch nochmal dahinter frage, warum mache ich denn das?
Weil er hat dann mit mir die Gottesdienste besucht Und dann hatte er natürlich
Fragen danach und dann dachte ich, okay, ich muss genau zuhören,
was gesprochen wird, weil er wird mich danach ja vielleicht fragen,
was wurde denn damit eigentlich ausgedrückt.
Also habe ich exakt zugehört und mit ihm darüber mich unterhalten und dann habe
ich erst gemerkt, wie gläubig ich eigentlich bin und was es in meinem Leben bewirkt.
Und zum Beispiel im StraÃenverkehr, er ist eher jemand, der sich da gern aufregt und ich gar nicht.
Und dann hat er sich halt gewundert, warum juckt mich das jetzt nicht?
Hier ist 100 und der vor mir fährt 60. Da sage ich, erstens ist mir meine Energie
zu schade, mich aufzuregen.
Zweitens weià ich den Grund nicht, warum die Person so fährt.
Das kann alles Mögliche sein.
Und drittens kann es doch sein, wenn wir jetzt schneller an einer bestimmten
Stelle wären, dass da ein Unfall passieren würde.
Also ich versuche die Situation einfach so anzunehmen. Natürlich finde ich das
dann nicht toll, dass jetzt jemand vor mir mich ausbremst.
Aber ich denke immer, alles hat seinen Grund.
Und das ist eigentlich was, wo ich dadurch erst festgestellt habe in der Kommunikation
mit ihm, dass ich die Sachen oft anders angehe als jemand, der vielleicht nicht
so gläubig unterwegs ist.
Das muss ja auch nicht der christliche Glauben sein. Das kann jede Konfession
sein. Das kann Schicksal sein für manche.
Aber ich denke, dass das viel bewirkt, wenn man so einen anderen Blickwinkel vielleicht kriegt.
Wir gehen oft sehr gottlos durch die Welt. Also im wahrsten Sinne,
dass man halt einfach vielleicht, ja, also keine spirituelle...
Tiefe Ebene erreicht, sondern ganz pragmatisch mit Sachen wie Geld verdienen,
Beschäftigtes, Materialismus und Essen, Trinken, Schlafen.
Aber dass es da auf jeden Fall, ich glaube, in unserer Zeit ein Bedürfnis gibt,
nach Tiefe, nach Fragen.
Also richtig cooler Weg von euch beiden.
Okay, und mich persönlich interessiert natürlich auch,
dass ihr auch zwei Kinder zu Hause habt und wie das da ist also deine Rolle,
und vielleicht, wenn du darüber was erzählen möchtest, finde ich,
können wir es auch auslassen oder rausschneiden, aber ich finde das richtig krass, dass du,
Alter, also wenn ihr euch vor sieben Jahren kennengelernt habt,
dann warst du so Mitte 20 und dann kam noch, also nicht nur dein Mann,
sondern noch zwei Kinder dazu mit dem Mann.
Also wenn das nicht so persönlich ist, kannst du uns gern darüber erzählen,
weil ich kann mir gar nicht vorstellen, in dem Alter plötzlich auch noch Verantwortung
zu tragen für zwei ganz junge Kinder?
Also ich kann gerne darüber berichten. Ich war so Anfang, Mitte 20,
genau als ich meinen jetzigen Mann kennengelernt habe und anfangs wusste ich
nicht, dass er Kinder hat.
Das ist ja nicht unbedingt gerade das erste Thema, was man bespricht und als
er das mir dann gesagt hat, war ich erstmal total glücklich darüber.
Das waren zwei, oder es sind immer noch Zwillinge, zwei Mädchen,
die gerade drei waren und ich fand die total süà und hab die dann auch kennengelernt
und hab mich sofort verliebt in die beiden und dann wurde das mit uns immer
ernster und dann hat man sich halt schon die Frage gestellt.
Wie geht man jetzt mit der Situation um? Weil was ist, wenn wir nicht zusammenbleiben würden?
Möchte man ja den Kindern keine Bezugsperson nehmen, wenn ich dann wieder aus
dem Leben raustreten würde.
Aber was wäre, wenn wir zusammenbleiben? Dann möchte ich erstens diese ersten
Jahre oder Monate nicht verpassen und auch nicht dann krampfhaft irgendwie versuchen,
eine Bindung aufzubauen.
Und dann habe ich mich dafür entschieden, dass ich mit meiner Liebe in die Vollen gehe.
Weil ich auch denke, diese Kinder können ja nichts dafür, für ihre Situation.
Und die haben Liebe verdient. Und Liebe ist immer bedingungslos.
Also habe ich einfach mit ihnen gebastelt und Zeit verbracht,
Lieder gesungen, Musik gemacht.
Also wirklich alles, was so der Mutterrolle zugeschrieben wird,
habe ich mit den beiden eben gemacht.
Ich war einfach für sie da, wenn sie mich gebraucht haben. und mittlerweile
sind sie kurz davor, 13 zu werden.
Das heiÃt, ich habe schon sehr viele Jahre mit ihnen verbracht und die können
sich das auch gar nicht mehr vorstellen, wie das Leben ohne mich war.
Und wir sind wirklich ein Herz und eine Seele. Und das ist auch so etwas,
was ich eben von meinem Elternhaus mitgenommen habe, dass man Liebe gibt und
das habe ich ihnen gegeben und
die Liebe geben sie mir auch zurück und vielleicht noch zur Einordnung.
Ich bin ja die Stiefmama, wie man so sagt. Und es ist ja oft irgendwie negativ behaftetes Wort.
Aber das haben sie natürlich dann auch, wenn sie das in Geschichten oder so
in den typischen Grimm-Märchen dann lesen, gar nie mit mir in Verbindung gebracht.
Also dann gab es da halt die böse Stiefmama.
Aber das bin ich für sie nicht, weil ich einfach, ich bin ja ein festes Mitglied der Familie.
Und zu dem Thema vielleicht noch, wenn ich den Podcast nutzen darf,
um die Informationen in die Welt zu tragen.
Ich hatte mal eine Dokumentation über die Grimm-Brüder gesehen.
Die haben ja diese Geschichten gesammelt, auch mit Frauen zur Unterstützung,
die aber gar nicht so viel erwähnt werden.
Die haben dann die ganzen mündlichen
Ãberlieferungen gesammelt und verschriftlicht. Und es waren oft Mütter.
Aber weil zur damaligen Zeit die Mutter nicht negativ behaftet werden durfte,
wurde daraus eine Stiefmutter kreiert.
Und dann dachte ich so, danke für nichts, dass das eigentlich sehr viel geprägt hat.
Wow, das wusste ich gar nicht. Genau, fand ich total interessant.
Dass dadurch eigentlich das kam.
Und wenn man sich mal Gedanken macht, gerade zum Beispiel Schneewittchen,
das müsste gar keine Stiefmutter sein, die Rolle.
Das könnte ja auch eine Mutter sein, die eifersüchtig ist auf das Kind.
Und deshalb finde ich das umso wichtiger, dass man, das gibt es bestimmt natürlich,
es gibt neue Partnerinnen, auch Partner.
Die nicht die Kinder wollen, die wollen nur den Partner oder so.
Das ist ja sehr individuell.
Aber heutzutage gibt es das auch immer öfter, die verschiedenen Familiensituationen,
wo man wirklich sehr individuell drauf gucken muss.
Und es mir persönlich ein Anliegen ist, dass Stief nicht schlecht ist,
weil die Liebe für mich das Einzige ist, was zählt.
Ich finde, es ist auch echt mal an der Zeit, diese ganzen Kindermärchen umzuschreiben.
Also das ist wirklich ja noch aus dem vorletzten Jahrtausend gefühlt und du
hast recht, die ganzen Stiefmütter, das hat uns ja auch wirklich geprägt.
Also jeder hat ja diese Märchen irgendwie beim Aufwachsen mitbekommen und von
Generation zu Generation.
Also finde ich richtig gut, dass hier im Podcast vielleicht so der Platz dafür
ist, auch mal so einen Lebensentwurf zu zeigen.
Also mir geht es ja auch sehr stark darum, verschiedene Frauen mit verschiedenen
Leben und Wegen aufzuzeigen und auch um nochmal den Bogen zur Karriere vielleicht zu ziehen.
Also man macht sich ja immer irgendwelche Pläne als junge Frau und hat das vor
und dann geht es nicht und so weiter und am Ende spielt das Leben dir dann plötzlich
Zwillinge in die Hände oder spielt ganz anders und dann hat man auf sowas überhaupt
nicht sich vorbereiten können oder so.
Also das finde ich auch nochmal, deswegen total spannend, wer jetzt hier bei
mir als Gast da ist und wie unterschiedlich diese ganzen Lebensentwürfe sind.
Also vielleicht hast du da einen...
Welchen Ratschlag würdest du, wenn du jetzt zurückdenkst an die Nadine, die 16 ist oder 14.
Welchen Ratschlag würdest du ihr geben oder was hättest du gern früher gewusst,
wenn du jetzt alles berücksichtigst, was du erleben durftest bisher und nochmal
zurückgehen könntest und der Nadine von früher mit was mit auf den Weg geben?
Ja, also gerade die Phase so zwischen 14 und 18 vielleicht, da war es sehr schwer
für mich, da hatte ich gar kein Selbstbewusstsein.
Und deshalb würde ich ihr sagen, du darfst Selbstbewusstsein haben,
weil da war ich noch nicht so reflektiert, um mit den Anfeindungen eben so umzugehen.
Und da hat auch dann natürlich, das ist aber heute glaube ich noch genauso,
dass dann die Optik sehr bewertet wird von auch Mitschülern,
solche Themen und da hätte ich mir viel Leid ersparen können.
Ich denke aber auch, dass ich sonst nicht die Person geworden wäre, die ich heute bin. Und.
Was ich ihr noch sagen würde, dass sie von Ãlteren lernen kann.
Ich denke, gerade im jugendlichen Alter, da lässt nun ja die Alten reden, egal wie alt sie sind.
Aber das ist auch was, was mich heute noch prägt, dass ich gern von den Erfahrungen anderer lerne.
Das muss nicht immer dann die gleiche Situation sein, aber vielleicht das gleiche
Vorgehen, wie ich mit etwas umgehen kann.
Und weil ich das über die verschiedenen Lebensphasen stark gemerkt habe,
wie man einfach von dem Wissen profitieren kann und sich das selber dann halt
für sein Leben auch zunutze machen kann,
dass ich dann auch jetzt noch eben Ãlteren vertraue.
Also mein Mann zum Beispiel ist auch sieben Jahre älter als ich.
Wir merken das an sich gar nicht, aber er hat halt doch die eine oder andere
Situation schon öfter erlebt oder aus einem anderen Blickwinkel,
in einem anderen Kontext, dass ich davon lernen kann.
Und das ist auch wieder so ein Grund, warum ich eben mit jungen Menschen so
gerne Berührungspunkte habe, weil ich dann auch sage, wenn man es auf eine gewisse
Weise vielleicht auch unterschwellig ihnen vermitteln kann, dass sie auch davon lernen können.
Und das hätte ich gern schon früher gewusst, dass man eben wirklich von den
Ãlteren lernen kann, weil man, glaube ich, in dieser Sturm- und Drangphase sich oft abgrenzen will.
Aber eigentlich war es auch so okay, wie mein Lebensweg war, würde ich sagen.
Von dem her kann ich ihr auch sagen, mach alles genauso, wie du es gemacht hast. Das ist voll schön.
Verdrückt die eine oder andere Träne weniger während dem Wirtschaftsgymnasium
vielleicht, weil es ist hinterher egal, du kriegst deinen Praktikumsplatz.
Aber vielleicht war es auch wichtig, dass ich dieses Tal der Tränen da durchschritten bin.
Sonst wäre ich ja jetzt nicht heute an dem Punkt, wo ich bin.
Und ich würde mich wirklich als mental gefestigt sehen und habe eine immense
Geduld und das hat mich bestimmt auch mein Lebensweg gelehrt.
Und deswegen, vielleicht würde ich ihr noch sagen, bald wirst du nicht mehr
die einzige Vegetarierin sein.
Es kommt eine Zeit, wo dich viele begleiten werden auf dem Weg.
Das war ich schon relativ früh. Aber sonst war der Weg...
Bestimmt genau der Richtige für mich. Jetzt leben wir in ziemlich wilden Zeiten
und es geht einfach politisch und wirtschaftlich einiges ab.
Wie wappnest du dich oder wie bereitest du dich vor, wenn wir jetzt so Sachen
wie KI gerade auf dein Berufsfeld anwenden?
Da geht es ja bestimmt auch einiges ab.
Wie schaffst du es, dir die Liebe zu der Kunst und zu der Sorgfalt und Gestaltung
zu erhalten, KI vielleicht irgendwie einzupflegen, zu nutzen,
aber sich davon nicht arbeitslos machen zu lassen?
Also wie gehst du da gerade als Führungskraft und als Vorbild oder aber auch
selber als, ich sag mal, positiv ausgerichteter Mensch, gerade mit diesen Umbruchzeiten um?
Also der allererste Moment, wo KI eben auch jetzt in unseren Berufsalltag Einzug
gehalten hat, war bei mir Ablehnung. Weil ich eben sehr handwerklich unterwegs
bin und eher die Sachen selber schaffe.
Es ist auch okay, dass man vielleicht erst mal da vorsichtig ist.
Und andere waren dann im Unternehmen gerade, die eher technisch versiert sind, voll drin.
Und dann dachte ich, schrecklich, wie kann man das denn in so künstliche Hände
quasi geben? Und ich denke auch noch, dass es ganz viele Punkte gibt,
wo man wirklich vorsichtig sein sollte.
Aber jetzt sehe ich auch die Chancen. Und in unserem Berufsfeld jetzt konkret
ersetzt es natürlich einige Bereiche oder kann sie ersetzen.
Unsere Kunden arbeiten damit und dadurch fällt ein Teil weg.
Aber wir müssen einfach, also es ist etwas, was wir nicht ändern können.
Es ist da und es wird uns begleiten. Also müssen wir jetzt eher schauen,
wie gehen wir damit um. Das ist auch das lösungsorientierte, was ich meine.
Natürlich habe ich es erst mal abgelehnt, aber okay, es wird bleiben,
ich muss damit arbeiten.
Und jetzt ist es bei uns total alltäglich, dass wir die Sachen einbeziehen.
Aus einem Gesichtspunkt auch, dass wir darin besser sein müssen als unsere Kunden.
Das heiÃt, wenn die Kunden jetzt damit arbeiten, kommen die vielleicht an den
Punkt, wo sie nicht mehr so weiterkommen, sei es in der Bild- oder Textgenerierung
und dann uns wieder fragen,
dass wir den Schritt eben übernehmen oder dass wir viel effizienter arbeiten
können, dadurch günstigere Preise oder schnellere Deadlines umsetzen können,
weil wir eben mit diesen Tools arbeiten und wir versuchen da sehr.
Engmaschig auch zu Schulen intern, dass wir das Wissen weitergeben,
dass man auch mal zwei KIs, die das gleiche bedienen, gegeneinander antreten
lässt, dass ich dann sage,
eine aus meinem Team soll jetzt mit dem Tool das Ergebnis versuchen zu erzielen,
die andere mit dem und dann gucken wir,
welche KI hat jetzt da gewonnen und das kann sein, in einem halben Jahr ist
es aber schon wieder andersrum, weil die ja so schnell sich entwickeln und wir
müssen da einfach dranbleiben, damit wir da immer besser sind als unsere Kunden
oder dass wir halt eben diese besseren Ergebnisse erzielen.
Und was es natürlich auch vereinfacht hat, zum Beispiel, wenn wir früher Mootboards
erstellt haben, dann war das schwer, dass die Kunden, die halt gar nicht kreativ
unterwegs sind, da die Transferleistung erbringen, sich das vorstellen zu können.
Also mussten wir das irgendwie retuschieren oder sagen, stellen Sie sich jetzt
vor, aus dem Bild das kombiniert mit dem war dann ziemlich aufwendig und das
können wir jetzt einfach eingeben, lassen das Bild so generieren,
wie unsere Gedanken sind und der Kunde sieht halt direkt, was wir meinen.
Das ist für uns wirklich eine Erleichterung und in der Textgenerierung oder
eine Agenda zu generieren oder sowas, ist natürlich auch eine Erleichterung.
Beim Text sage ich aber, sollten wir immer nochmal mit der Vernunft drüber gehen
und das nochmal hinterfragen, weil das klingt ja teilweise wirklich total schlüssig
und am Ende merkt man aber, das ergibt gar keinen Sinn, was da steht.
Mal abgesehen davon, dass sich Wörter wiederholen oder bestimmte Satzzeichen
oder so, wo man das total schnell durchschaut, dass es jetzt KI generiert ist,
aber auch einfach die Sinnhaftigkeit von dem Text zu hinterfragen.
Aber du schaust jetzt nicht komplett düster in die Zukunft. Bringt nichts.
Das ist eigentlich so mein Lebensmotto. Es bringt nichts, den Kopf in den Sand zu stecken.
Ich muss gucken, wie ich damit umgehe, wie ich weitermache. Und zum Beispiel
auch jetzt nochmal, um das Vorbild von meinem Papa zu nehmen,
der dann eben was ganz anderes arbeiten musste.
Da war es eben der Computer, der die Arbeit oder der Fotosatz,
der den Bleisatz ersetzt hat.
Das war dann einfach so. Was sollen wir machen?
Er hat dann auch nicht den Kopf irgendwie hängen lassen, sondern sofort haben
sie reagiert, dass dann meine Mama eben Vollzeit wieder gearbeitet hat,
dass er gucken konnte, wie der Weg weitergeht.
Und so sage ich auch, ich werde vielleicht nicht für den Rest meines Lebens den Beruf arbeiten.
Es kann auch sein, in 20 Jahren bin ich plötzlich Grundschullehrerin,
weil ich mich umgebildet habe und das machen möchte. Und das ist auch in Ordnung.
Also man muss, das hatte ich auch eingangs gesagt, man muss ja nicht so diese gerade Linie gehen.
Man darf sich auch immer wieder neu erfinden oder schauen, was ist eben dann
gerade aktuell auch in der Wirtschaft los, was ist in den Ländern los.
Vielleicht müssen wir uns mit ganz anderen Themen beschäftigen.
Da ist vielleicht nicht mal mehr der Beruf das Wichtigste, wir wissen es jetzt nicht.
Und ich versuche einfach offen zu sein und jeden Tag so anzunehmen,
wie er kommt und zu vertrauen, nie die Hoffnung aufzugeben. Wow, toll.
Also, dem ist eigentlich nichts mehr hinzuzufügen, Nadine.
Vielen, vielen Dank, dass du da warst. Danke, dass ich hier sein durfte.
Das war wirklich ein Fest für meine Ohren und für mein Herz.
Und ja, komme jederzeit wieder.
Also, mal gucken, ob wir noch irgendwie einen anderen Themenschwerpunkt oder so machen.
Aber ich finde, du bist eine sehr repräsentative Frau für den Schwarzwald.
Einfach fleiÃig, talentiert und unglaublich optimistisch. optimistisch und also
danke, dass du da warst und dass du uns an deiner Art hast teilhaben. Vielen Dank.
So, liebe Leute, das war die Folge mit Nadine und ich weià nicht,
wie es euch geht, aber ich könnte wirklich stundenlang zuhören.
Es ist so wohltuend ihre Art auch einen wirken zu lassen und wenn es euch auch
so geht, dann teilt doch die Folge sehr gerne mit jemandem, für den es auch
interessant sein könnte.
Ansonsten freue ich mich auch, wenn ihr dem Podcast folgt auf Spotify,
aber auch dem Kanal auf Instagram, bewertet ihn, helft dazu,
dass er bekannter wird und gröÃer wird und einfach mehr Leute zuhören.
Und freut euch auf weitere spannende Gäste aus dem Schwarzwald und aus den kreativen
Berufen. Und ich bin euer Host Elena.
Nicht vergessen, immer fleiÃig weiter träumen.