#02: Mit dem Kopf durch die Wand, und die Wand gibt nach - Sarah Tischer
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#02: Mit dem Kopf durch die Wand, und die Wand gibt nach - Sarah Tischer

Sarah Tischer verlässt ihren sicheren Job in der Finanzbranche in Zürich, baut ein altes Haus im Schwarzwald um und schreibt nun Kochbücher, Kurzprosa und Schwarzwald-Krimis.

Hallo liebe Freunde des guten Geschmacks, ihr hört Traum und Tagelohr,

den Podcast über Geschichten von spannenden Frauen in kreativen Berufen.

Ich bin euer Host Elena und in der ersten Staffel sprechen wir mit kreativen

Frauen aus dem Schwarzwald.

Wir reden über ihren täglichen Brotschau, ihren großen Traum und wie sie das

alles eigentlich unter den Hut bekommen.

Wann haben kreative Frauen es eigentlich wirklich geschafft?

Kriegen sie das überhaupt mit?

Mein heutiger Gast ist Sarah Tischer aus Igelsberg, Autorin und Unternehmerin.

Sie schreibt Krimis, Kochbücher, Kurzprosa und hat dieses Jahr auch ihre eigene

Lebensgeschichte in einem Buch veröffentlicht.

Denn diese ist etwas außergewöhnlich. Mit Mitte 20 gibt Sarah ihren sicheren

Job in Zürich auf, um sich ein altes Haus im Schwarzei zu kaufen und es nach ihrem Gusto umzubauen.

Wir sind sehr gespannt, was daraus geworden ist. Hallo Sarah,

erzähl uns mal, wie bist du heute so in den Tag gestartet? im Vergleich zu damals in Zürich?

Erstmal freue ich mich, da zu sein. Danke für die Einladung, Elena.

Ja, also heute war ausnahmsweise ein entspannter Morgen. Ich muss sagen,

meine Zeit in Zürich und da die war generell sehr viel entspannter, als die jetzt ist.

Also ich bin um Längen gestresster, was nicht nur an meinem Kind liegt,

muss ich auch gleich sagen.

In Zürich bin ich immer morgens aufgestanden und ich stehe immer so auf,

dass ich keinen Stress habe.

Ich komme auch immer gut aus dem Bett, damit hatte ich irgendwie auch noch nie ein Problem.

Habe da auch gefrühstückt, bin zur Arbeit gegangen. Und in Zürich,

da habe ich ganz viel Sport gemacht.

So ein paar Mal die Woche bin ich dann einfach aus dem Bett raus und habe erst

mal Sport gemacht, bin eine Runde gelaufen.

Und dann ins Fitnessstudio bei der Arbeit gegangen und dann habe ich meine Arbeit

gemacht und bin dann auch gemütlich wieder heimgekommen.

Und jetzt mein Leben als Gastgeberin ist schon mal ganz anders einfach,

weil ich bin eben sehr viel fremdbestimmter, weil ich ja doch mal Gäste habe,

auch mal Spontangäste oder dann wieder alles spontan wieder anders ist und so.

Und das ist viel weniger geregelt in dem Sinne einfach.

Und ich habe eben auch bewusst mich gegen diese Unterteilung von Arbeit und

Privatleben entschieden.

Und ich sehe da jetzt so beides. Einerseits ist es wunderschön,

weil es auch so ein wahnsinnig erfülltes Leben ist.

Andererseits ist es manchmal schon auch anstrengend. Ich merke auch diese Grenzen

von diesem nie fertig sein, wenn man dann sowas eigenes hat und ein großes Haus,

wo es auch immer Arbeit gibt.

Ich würde sagen, es ist viel weniger planbar geworden mein Leben und sehr viel

mehr Unvorhergesehenes, was so passiert.

Voll interessant, also oft ist ja so eine Entwicklung eher hin zu einem,

ja ich sag mal entspannteren Leben, dass man sagt, man ist so gestresst im Beruf

und will dann was anderes machen, einfach aufgrund dessen.

Ja, aber das denken bei mir so viele auch, dass ich so dieses gestresste Leben

hatte in der Finanzbranche und irgendwie deswegen ausgestiegen bin und jetzt

so ein entspanntes, lockeres Leben habe, das denken auch voll viele Gäste.

Ich bin auch gar nicht ausgestiegen, weil ich jetzt meinen Job zu stressig fand

oder weil ich überfordert fand. Das waren also eindeutig Sinnfragen,

die mich dazu bewogen haben.

Deswegen ist das überhaupt nicht so. Ich hatte da auch am Schluss echt angenehme

Arbeitsbedingungen in Zürich.

Nichtsdestotrotz habe ich sehr viele schöne Freiheiten als Selbstständige,

die ich auch überhaupt nicht missen möchte.

Also das ist voll mein Ding, dass ich das so alles selber einteilen kann und

keinen Boss habe und keine festen Arbeitszeiten.

Also das ist wieder so eine ganz tolle Seite von diesem selbstbestimmten Leben

auch und das genieße ich auch unglaublich.

Jetzt gehen wir mal zurück nach Zürich. Also du hast Wirtschaft studiert,

du warst in Zürich zuerst in

der Wirtschaftsprüfung und dann bei einem Versicherungsunternehmen. Genau.

Und erinnerst du dich noch an den Tag, wo sozusagen der Groschen gefallen ist?

Also ab wann gab es diesen Point of No Return? Wann hast du realisiert, was du hast?

Ich möchte das nicht mehr machen. Ja, das kann ich noch ganz genau lokalisieren.

Es war wirklich ein Moment bei der Arbeit. Es gab da so eine Art Intrige von einem Chef.

Der hat so irgendwie versucht, mich gegen einen Trainee-Kollegen damals auszuspielen

in der Versicherungswelt. Da war ich in so einem Trainee-Programm.

Und eigentlich aber, weil er mich behalten wollte. Und das war aber eine ganz komische Sache.

Und irgendwie wusste niemand in der Firma, was dann da so los ist.

Und alle waren total verwirrt.

Und ich habe das wirklich rausgefunden, weil ich mich mit meinem Trainee-Kollegen

irgendwie kurz geschlossen habe. und wir haben irgendwie auch wissen wollen, was da los ist.

Und ja, letztendlich habe ich dann auch in der Firma bei diesem Tweenee-Programm

das bekommen, was ich wollte.

Aber auf einmal, da saß ich wirklich in dieser neuen Abteilung,

wo ich eigentlich, was ursprünglich so der Plan war, wo ich dann da sein wollte

und dann saß ich da und habe gemerkt, ja Moment mal, also was war das jetzt?

Und wenn ich in so einer großen Firma bleibe, dann wird es die ganze Zeit so

sein, dass man da so spielbar von irgendwem ist und überhaupt unser Unternehmen

damals in Zürich war ja auch nur spielbar von einer größeren Filiale in London und alles irgendwie so.

Ich dachte, diese Strukturen und da so mitmachen und sich da so anpassen und

opportunistisch, dass man selber weiterkommt.

Das fand ich dann auf einmal total

befremdlich und dann ab dem Punkt war komplett die Luft bei mir raus.

Dann habe ich auch noch mehr in Frage gestellt, diese Finanzbranche,

wie sie ist und habe so gemerkt,

irgendwie so richtig den Sinn hatte ich da irgendwie auch nicht mehr gesehen

und dachte, da wird schon viel Geld hin und her geschoben und man bereichert

sich so und letztendlich einen Mehrwert für die Gesellschaft bringt es jetzt nicht.

Und das war auch so eine wahnsinnig erschreckende Erkenntnis für mich dann auch,

weil da wirklich ganz viel auf einmal weg war.

Und seitdem bin ich eben auch sehr kritisch gegenüber der Finanzbranche.

Und da war dann bei mir komplett die Luft raus. Ich weiß noch,

wie ich da bei der Arbeit saß vor meinem Schreibtisch und dachte...

Nee, es geht nicht mehr. Und davor war ich halt schon noch motiviert,

weil ich habe das rückblickend so gemerkt, was mich immer angetrieben hat,

war, dass ich Karriere machen wollte.

Als Frau in der Wirtschaftswelt zeigen, dass ich das auch kann.

Und bei mir war das jetzt nicht der Lifestyle oder das Geld oder so,

sondern wirklich dieses, ich wollte da weiterkommen und war dann auch immer

irgendwie am Anfang eben auch wirklich sehr motiviert dabei.

Aber das war genau der Punkt, wo es nicht mehr ging und es hat echt nicht lange

gedauert, bis ich dann gekündigt hatte, ohne wirklich zu wissen,

was ich machen wollte. Aber ich habe es dann nicht mehr lange ausgehalten.

Ich habe mich in meiner Freiheit eingeschränkt gefühlt. Ich dachte so,

42 Wochenstunden meiner Arbeitszeit, egal welches Gehalt, das geht nicht für sowas.

Ich muss da jetzt raus. Ich finde es super stark.

Also ich glaube, kündigen, wenn man was in Aussicht hat oder so,

das ist nochmal ein anderer Schritt.

Aber kündigen einfach, weil man nicht mehr will und nicht zu wissen, wie es weitergeht.

Das ist richtig cool, weil du einfach so für dich begriffen hast, so geht es nicht weiter.

Und egal, was danach kommt, alles ist besser als dieser Zustand,

wo man sich nicht wohlfühlt.

Und ich finde, das ist dann wirklich mutig und stark, weil du dann aus dieser

Energie so viel schöpfen kannst, weil du dann von niemandem abhängig bist in

dem Moment. Also wenn du das für dich entscheidest.

Und dann, ja, ich finde, wenn man mit einem anderen Jobangebot gelockt wird

oder so, dann ist man wieder in so einer Kette drin.

Aber du hast für dich entschieden, das will ich nicht machen und ich nehme mir

jetzt bewusst Zeit, um rauszufinden, wie es weitergeht. Also ich würde sagen,

mein Freiheitsbewusstsein oder Freiheitsbedürfnis ist insgesamt schon viel größer

als mein Sicherheitsbedürfnis, wenn ich das so vergleiche.

Aber man muss eben auch sagen, ich war damals Ende 20, Mitte,

Ende 20 und ich war auch nicht verantwortlich für irgendwen.

Also bevor ich jetzt ein Kind bekommen habe, musste ich noch nie jemanden pflegen

und mich um den wirklich kümmern und so. Und da war ich wirklich auch dann so

komplett frei und musste nicht an jemand anders denken.

Ich hatte auch keinen Partner, mit dem ich das zusammen entschieden habe,

sondern ich war wirklich so für mich und das hilft natürlich schon.

Und du bist dann ja erstmal auf den Jakobsweg gegangen. Vielleicht kannst du

uns dann nochmal mitnehmen.

Ist das was, was du zum Beispiel empfehlen könntest oder welche Wege gibt es

da nochmal so innezuhalten, um sich ein bisschen so neu auszurichten?

Ja, genau. Ich bin damals dann auf den Jakobsweg gegangen, weil ich wirklich

überhaupt nicht wusste, was ich machen sollte.

Und das war genau die gleiche Situation wie nach meinem Abitur,

dass mir alle gesagt haben, boah Sarah, du hast doch alle Möglichkeiten,

dir steht die Welt offen.

Ich war nur ein paar Jahre älter und hatte schon ein Wirtschaftsstudium und

ein bisschen Berufserfahrung.

Und da ist mir auch so klar geworden, dieses alle Möglichkeiten,

das bringt überhaupt nichts.

Man muss sich ja für eine entscheiden und das macht es ja so schwer,

wenn du wirklich die ganze Welt hast, wo du hingehen kannst und viele Sachen,

die du auch machen kannst und so.

Oder auch die Option hast, nochmal zu studieren und eine Ausbildung zu machen.

Und ich war so überfordert und alle hatten Tipps für mich natürlich.

Und dann haben mir drei Leute hintereinander gesagt, mach doch einen Jakobsweg.

Und ich so, ja stimmt, eigentlich, hey, eine tolle Erfahrung ist,

das ist sicher und das gönne ich mir einfach. Und dann bin ich im Winter...

Im Februar nach Frankreich gefahren, nach Le Pillon-Veulais und bin da einen

französischen Jakobsweg gelaufen und dann einen Monat in Frankreich gepilgert

und dann einen Monat in Spanien.

Und das war halt total toll, weil ich war in Frankreich eigentlich fast überall die erste Pilgerin.

Also da war echt noch wenig los und dann hatte ich auch so ein bisschen so eine

Sonderbehandlung, dass sich alle gefreut haben und ich auch oft mit meinen Gastgeber-Eltern

dann zusammen Abend gegessen habe und die mir auch viel von ihrem Alltag erzählt haben.

Und ich hatte schon so im Hinterkopf, ja, vielleicht mache ich sowas auch mal,

dass ich so Gastgeber werde, dass ich mir ein großes Haus kaufe und ja,

dann auch so Gäste empfange.

Und dann war das natürlich alles total spannend für mich.

Und eben dadurch, dass es dann in Frankreich doch so ruhig war,

das ist auch eher so meins, was ich schön fand. schon ab und zu auch mal ein

Mitpilger, aber auch viel Zeit für mich und das war auch für mich so,

ich habe mich auch sehr viel mit Sinnfragen beschäftigt und mit religiösen Themen

und auch da war es total prägend für mich.

Einfach das Schöne ist, wenn man so eine Wanderung oder Pilgerreise macht,

man ist so weit weg von seinen Alltagsproblemen, die man sonst immer hat.

Man ist so frei, wenn man so viele Probleme und Sachen, die man sich einfach

kümmern muss, im Alltag nicht hat.

Und allein schon deswegen lohnt sich so eine Reise, dass man einfach nur den

Raum hat, über ein bisschen größere und andere Fragen nachzudenken.

Ja und dann bin ich nach Spanien gekommen, da bin ich diesen Camino Frances

gelaufen, wo eigentlich sehr viele Leute pilgern.

Das würde ich wirklich nur Anfängern empfehlen, die sagen, sie haben schon Angst,

wenn sie eher alleine sind, dann Leute, macht den Weg.

Aber sonst jeder, der auch ein bisschen Einsamkeit verträgt.

Würde ich sagen, macht was, wo es nicht so überfüllt ist. Also das ist schon einfach super viel los.

Ich habe da auch dann coole Leute getroffen und dann auch noch einen anderen Weg genommen,

Bin dann in Santiago angekommen. Ja, also ich bin ein Riesenfan von solchen

Naturerlebnissen und auch wirklich dieses Pilgern ist auch so ein magisches

Wort für mich geblieben.

Würde auch gern mal wieder was irgendwann mal losziehen.

Und ich glaube, ich würde dann auch gar nicht unbedingt einen Jakobsweg,

also kann man vielleicht auch, aber es gibt so viele tolle Etappenwege,

Pilgerwege und ich würde mir einfach irgendwas suchen, was noch nicht so populär

ist. Ich glaube, ich komme mit.

Du bist ja heute auch hier, weil du eine kreative Frau bist und zwar Autorin.

Also unter anderem, du bist ja sehr vieles, aber unter anderem auch Autorin.

Und deine Geschichte hast du ja auch in deinem Buch niedergeschrieben.

Also das ist so eine Art Autobiografie, würde ich mal sagen.

Wobei es viel um das Haus geht und wie du es erworben hast und wie du dich entschieden

hast und auch wie du es umgebaut hast, zusammen mit vielen Helfern.

Hast du schon immer gern geschrieben? Wie bist du zum Schreiben gekommen?

Also du hast ja auch einen Blog angefangen, als du das Haus gekauft hast und

du hast auch einen Finanzblog.

Also das Schreiben scheint dich schon immer irgendwie begleitet zu haben.

Ist das so eine Art Ventil für dich, dass du so viel Energie hast und dann letztendlich

deine ganzen Erlebnisse und auch Erfahrungen irgendwie so konzentrieren musst

und als Essenz niederschreiben musst? Oder was bedeutet das Schreiben für dich?

Also es war in der Tat schon immer wichtig für mich. Ich hatte auch schon immer

den Traum, ein Buch zu schreiben, aber der war so total inkonkret,

auch als Kind und als junge Frau, weil ich jetzt nicht aus einem Hintergrund

komme, wo Leute irgendwie Bücher geschrieben haben oder so.

Und ich habe aber wirklich schon, seit ich schreiben kann, gern geschrieben.

Also auch immer so Tagebuch und auch auf Reisen Tagebuch und so.

Also das war schon was, was ich eigentlich immer gern gemacht habe.

Lesen tue ich wirklich erst, seit ich 16 bin.

Also da habe ich mit 16 mal ein Buch gelesen und dann war es so um mich geschehen.

Und seitdem ist Lesen auch ein wichtiger Teil von meinem Leben.

Und ich finde, das geht auch so ineinander.

Ja, und also geschrieben habe ich eigentlich schon immer. Genau,

und irgendwann habe ich einen Foodblog angefangen.

Und dann habe ich angefangen, einen Blog über mein Projekt zu machen,

nachdem ich mir mein Haus im Schwarzwald gekauft hatte.

Heutzutage läuft es, glaube ich, eher auf Instagram. Und ich sehe auch ab und

zu auf Instagram solche Accounts, wo auch Leute jetzt ein altes Haus renovieren

und das so dokumentieren.

Und ich habe eben damals, was jetzt auch zehn Jahre her ist,

habe ich dann wirklich noch klassischen Blog gemacht und auch schon so gemerkt,

boah, da kann ich schon Leute aus meinem Bekanntenkreis auch irgendwie catchen,

dass die so interessiert sind und mich so ein bisschen unterstützen.

Genau, dann habe ich so das gemacht und da auch wirklich so viel niedergeschrieben.

Und ja, ich habe sogar in der Corona-Zeit habe ich angefangen,

noch ein bisschen was über Finanzen zu machen als die Volkswirtin.

Ja, also eigentlich total viel Schreibprojekte, aber es macht mir wirklich auch

Spaß zu schreiben. und so richtig ins Schreiben gekommen bin.

Oder mich auch mit dem Schreibhandwerk so für Bücher befasst,

habe ich mich wirklich dann während des ersten Lockdowns in der Corona-Zeit.

Da hatte ich ja schon meine Pension und die musste ich ja dann schließen.

Und jetzt rückblickend kann man das so ganz toll verkaufen. Da hatte ich dann

endlich Zeit, mich damit zu befassen und mein Buch aufzuschreiben.

Also mir ging es in der Zeit trotz des Schreibens nicht ganz so gut.

Und aber ich habe mich dann wirklich damit befasst und dachte schon so,

jetzt ist der Zeitpunkt, weil mir haben dann schon viele Gäste auch davor gesagt,

so boah, deine Geschichte, die sollte man eigentlich aufschreiben.

Und ich hatte das auch schon so im Hinterkopf, oh, ich würde voll gerne so ein

Buch darüber schreiben.

Und dann habe ich mich einfach erst mal so mit dem Handwerk schreiben befasst.

Und das war für mich auch total gewinnbringend, weil dann schon mir so ein paar

Sachen so klar wurden, so das Schreiben, dass es da durchaus auch Regeln gibt

und das irgendwie hilft, wenn man sich so damit befasst. Man muss dann trotzdem

sein eigenes Ding finden und das ist total offen.

Das ist ja nicht Mathematik, wo es dann so eine Lösung gibt.

Aber halt so, es gibt schon, so ein Grundgerüst hatte ich dann und habe dann

auch ganz anders gelesen, weil ich einfach so auf viel mehr Dinge geachtet habe.

Und dann habe ich halt in dieser Zeit angefangen, so meine eigene Geschichte aufzuschreiben.

Ja, während dieses Lockdowns und so.

Ich finde es total cool, dass du dich nicht festlegst auf ein Genre oder so.

Ich glaube, ganz oft sind Menschen, und da zähle ich mich auch dazu,

blockiert von so Annahmen, die

man entweder von sich selber hat oder die andere auf einen projizieren.

Und du machst einfach Krimis, Kochbücher, Prosa, also deine eigene Geschichte

und du lässt dich da gar nicht irgendwie festlegen oder schreibst einfach, worauf du Lust hast.

Und das finde ich so cool, weil das halt einfach, du machst einfach,

während andere noch drüber nachdenken, ob sie es machen oder wie sie es machen oder auf andere hören.

Du machst einfach und dadurch entsteht einfach so ein Weg. Ja, das stimmt.

Also ich glaube, das ist auch symbolisch für mich und mein Leben.

Ich werde wahrscheinlich deswegen nie irgendwo wahnsinnig gut sein,

weil ich schon immer so Projekte in meinem Leben habe, wo ich mich dann auch

völlig reingesteigert habe und dann auch was draus geworden ist.

Aber ich werde es nirgends jetzt auf Weltklasse-Niveau schaffen aus dem Grund.

Aber diese verschiedenen Dinge, das steht auch so für mein Leben.

Und ich weiß noch so, als ich so mit Anfang 20 im Studium auch so auf Reisen war, so ein bisschen.

Da habe ich so gemerkt, ich habe so coole Leute auf Reisen getroffen,

die einfach schon auch wahrscheinlich so alt wie ich jetzt waren,

ein bisschen älter, aber die für mich dann auch schon einfach viel älter waren

und die so von ihrem Leben erzählt

hatten und die auch schon so viele verschiedene Dinge gemacht haben.

Und für mich war das was, was ich so aus meiner Heimat und da,

wo ich zur Schule gegangen bin, jetzt nicht wirklich kannte,

dass Leute so ganz viel verschiedene Sachen gemacht haben und auch so aus meiner

Familie vom Hintergrund. Das gibt es da jetzt nicht so oft.

Und für mich war das dann so krass. Manche Leute, die haben einfach schon so

viele spannende Dinge gemacht in ihrem Leben.

Und das war einfach sowas nach dem Motto, das habe ich abgespeichert als das gibt's.

Ich wollte damals schon so meine Karriere noch machen und einen Job,

aber einfach so interessant, was es für Leute und Lebenswege gibt und,

ja, irgendwie bin es halt total ich, ich habe auch viel zu viele Interessen

schon immer, ich bin auch sehr begeisterungsfähig und ja,

ich habe dann einfach auch gemerkt, ich mache das dann einfach,

genau, also so bin ich einfach und ja, das ist auch selbst nur beim Schreiben

kommen dann schon wieder so viele Sachen raus.

Ich fand das so cool, dass du einfach dann auch

irgendwann zum Sport gefunden hast, also Sport auch so eine Art Motor vielleicht dich begleitet.

Du läufst und du bist deinen ersten Halbmarathon, deinen richtigen Marathon

gelaufen und einfach während des Baus deiner Pension, also während da die ganzen

Renovierungen laufen, läufst du in New York einfach Marathon.

Also das finde ich so krass, wie das so nebenher auch noch Platz findet und

trotzdem dir wichtig ist und du nimmst deine Mutter mit und ja, Hut ab.

Ja gut, die Geschichte zu dem Marathon ist wirklich, das ist für mich so symbolisch

für diese Glückssträhne, die ich hatte, nachdem ich mir dieses große alte Haus

im Schwarzwald gekauft habe,

wo man sehr viel renovieren musste und wo auch viele Leute den Kopf geschüttelt

haben und auch meine Eltern anfangs sehr, sehr skeptisch waren und so,

was ich auch verstehe, so Tochter hat einen guten Job und verdient da in Zürich

gutes Geld, ist endlich unabhängig und dann, was macht sie nach dreieinhalb Jahren,

kündigt da ihren Job und ja, kauft sich so eine alte Ruine irgendwo im Schwarzwald

und aber dann war es wirklich so, ich habe damit so angefangen und halt auch,

ich war völlig begeistert und habe wirklich auch so Lust gehabt auf dieses Projekt

und habe gesagt, ich will es jetzt einfach versuchen. Leute,

lasst mich einfach nur versuchen.

Ich sage nicht, dass es irgendwie ganz toll wird, aber ich will jetzt dieses

Haus renovieren und dann eine Pension wieder eröffnen.

Und dann haben sich sehr viele Dinge von Anfang an auch sehr gut entwickelt,

auch wie ich in diesem Ort aufgenommen wurde, dass die Leute wirklich freundlich zu mir waren und,

Ich konnte dann auch Fördergeld beantragen, um diese Pension zu haben und irgendwie

lief das alles so und dann kam auch echt noch, dass ich eine Reise zum New York

Marathon gewonnen habe, nachdem ich sechs Wochen in Igelsberg war.

Also das war über so ein Fotowettbewerb, über mein Flow-Moment hieß das,

wo man sich im Flow beim Laufen zeigen musste. Und ich habe nicht groß drüber

nachgedacht, aber wirklich ein Bild eingeschickt von mir nach dem Zürich-Marathon,

wo ich so durch die Ziellinie gelaufen bin.

Und dann hat dieses Bild diesen Wettbewerb gewonnen und ich eine Reise zum New

York-Marathon. Das war einfach so völlig irre.

Und dann habe ich schon gesagt, also das mache ich dann auch noch.

Und da meine Mutter immer mal nach New York wollte, habe ich gesagt,

komm Mama, dann machen wir das auch zusammen.

Und dann sind wir halt eben mal nach New York gefahren. Also ich hätte es jetzt

nie gemacht, da so Geld und Zeit in was anderes als mein Projekt zu investieren,

wenn das jetzt nicht durch diese Sache irgendwie passiert wäre. Aber...

Und das war halt dann so schon noch so eine Krönung. Also es war total cool.

Und ja, mit dem Laufen, ich muss sagen, jetzt im Moment, ich mache das so ein

bisschen, um wieder reinzukommen nach, auch wenn mein Sohn jetzt schon in den Kindergarten geht.

Aber ich habe dann schon durch die Schwangerschaft bin ich auch aus dem Laufen so raus.

Und jetzt mache ich so ein bisschen, einfach um eine Grundfitness zu erhalten.

Aber so, ich habe wirklich so, bevor ich dann ein Kind bekommen habe,

war ich schon noch viel sportlicher.

Und ja, das mit dem Laufen, ich habe dann Mitte 20 so, ich habe davor nie Sport

gemacht und irgendwie Mitte 20 den Sport für mich entdeckt und das Laufen und

damit dann so mit dem Ziel Halbmarathon angefangen.

Und mir hat es dann so viel Spaß auch gemacht zu sehen, so boah,

ich bin irgendwie fit und auch das Laufen selbst, das ist einfach so schön.

Und das war eine ganz prägende Erfahrung für mich auch. Das war dann wirklich

so, als ich noch in der Schweiz war, da auch meinen zweiten Job in der Versicherungsbranche

hatte, der von den Bedingungen her ganz gut war, bin ich in meiner Freizeit

einfach nur gelaufen und da auch völlig drin aufgegangen irgendwie.

Und ja, also voll die schöne Erfahrung.

Und jetzt eben, es begleitet mich noch so das Laufen und auch wirklich so,

dass ich so, wenn ich ans Laufen denke, so schön. Und also da auch ganz viele

tolle Erinnerungen habe und auch wirklich dieses Alleine-Sein und einfach nur

losziehen und sich so frei fühlen total schön finde.

Aber eben ehrlicherweise, ich bin gerade im Moment nicht wahnsinnig viel am

Laufen. Ich hoffe, dass das jetzt dann irgendwann mal wiederkommt.

Aber fürs Protokoll, du findest, jeder kann zu jeder Zeit anfangen, richtig?

Also wenn man halt keine körperlichen Beschwerden hat. Ich merke es jetzt schon

und ich bin jetzt auch nicht mehr ganz 20.

Also ja, manche Leute haben es dann halt trotzdem im Knie oder irgendwie.

Also ja, man muss schon vorsichtig sein und gucken.

Aber generell, ich war davor nämlich wirklich auch, ich war als Kind auch überhaupt

nicht schlank und so und hatte auch immer Gewichtsprobleme und ich war auch echt nicht sportlich.

Und ich habe dann angefangen zu laufen und das war für mich schon eine wahnsinnige

Transformation, auch so zu sehen, wie ich fit werde.

Und also dieses sich fit fühlen fand ich total schön und auch wirklich dieses

Gefühl, sich so körperlich zu bewegen und sich so zu verausgaben.

Und dieses Hochgefühl, das man hat, nachdem man sich so einfach,

also gerade bei einem Lauf, auch bei einem Rennen oder so, oder wirklich,

wenn man selber mal so schnell läuft, dieses Gefühl, dieses Glücksgefühl danach,

von der Sache an sich, also das war schon eine ganz tolle Erfahrung,

wo ich auch alle Leute so motivieren kann, die sagen so grundsätzlich sind sie

gesund, so ja, versucht es, das ist einfach mega schön.

Jetzt habe ich auf jeden Fall Lust, eine Runde um die Erdkobesie. Ja, ich auch.

Ich glaube, das ist auch so, dass sich vom Sport viel auf das Unternehmertum übertragen lässt.

Also da geht es ja auch im Sport sehr viel darum, einfach was durchzuziehen

und an seine Grenzen zu kommen, Grenzen zu überwinden.

Und ich glaube, vieles davon lässt sich wahrscheinlich auch auf die Selbstständigkeit

übertragen. Und du hast uns auch ein Gegenstand mitgebracht.

Wir sehen hier ein kleines Häuschen und da steht Black Forest Lodge.

Das ist auch der Name deiner Pension.

Und vielleicht, also ist das jetzt selbsterklärend, aber vielleicht willst du

darüber noch ein bisschen was erzählen. Was ist das genau für ein Gegenstand?

Wo steht der? Genau, das ist ein...

Kleines Häuschen und das ist jetzt wirklich symbolisch für mein Haus,

das ich mir damals eben gekauft habe, zwei Jahre lang renoviert habe und dann

eine Black Forest Lodge eröffnet habe.

Ich habe das auch so genannt Unterkunft für Naturliebhaber, Ruhesuchende und

Sportler. Also Leute kommen aus sehr vielen Mehrgründen in eine Pension.

Unglaublich spannend, aber das schneide ich jetzt gar nicht an, das Thema.

Genau, aber es ist symbolisch für meine Black Forest Lodge.

Und dieses Häuschen, was wir da sehen, dieses kleine weiße Keramikhäuschen mit

dem Banner drumherum Black Forest Lodge, das hat mir ein Stammgast mal geschenkt.

Das ist eine Kunstlehrerin.

Und die hat, so wie sie das geschrieben hat, hat sie mir auch so ein Schild

für den Eingang so gemalt, wo dann steht, dass da der Eingang ist bei der Tür.

Und das ist auch so einfach so ein Gast von vielen, die zu mir kommen und auch

manche eben regelmäßig zu mir kommen, wo ich denke, was für tolle Leute,

was für ein Geschenk ist es, so Gastgeber zu sein.

Und wie spannend und bereichernd ist es so, dass Leute kommen und auch viele

so tolle Leute einfach kommen.

Und ich habe ja die Black Forest Lodge auch gegründet, so mit dem Gedanken,

das soll auch so ein Ort des Austausches und der Inspiration sein und so eine

Plattform, wo auch mal Veranstaltungen stattfinden und einfach auch schon so ein Miteinander.

Ich koche ja auch ab und zu für alle meine Gäste und lade die zum Abendessen ein.

Und also das ist schon auch so ein wichtiger Gedanke und von diesem Konzept

von meiner Lodge irgendwie auch dieser Austausch.

Und ja, ich finde es einfach faszinierend, was für tolle Leute da gekommen sind.

Und deswegen habe ich diesen Gegenstand ausgewählt, weil ich dachte auch,

das ist ein super Symbol für den Ort, den ich da geschaffen habe.

Also nochmal zurück zu Zürich.

Das ist ja, wie wir schon besprochen haben, stressiger, aber wahrscheinlich

jetzt auch sehr viel dankbarer oder glückseliger als früher.

Und das ist total interessant, weil das wurde jetzt auch in der Community gefragt.

Was opfert man, wenn man einen sicheren Job verlässt?

Was gewinnt man? Also wie wir ja schon so ein bisschen gesagt hatten,

für mich war das so einfach, weil ich halt wirklich damals, als ich noch diesen

Job in Zürich hatte, nach dieser Sache, so völlig klar war so, es geht so nicht weiter.

Klar hätte ich ein bisschen weniger radikal das alles machen können und aber

für mich war es wirklich so klar, es muss was anderes sein. Manche Leute,

die haben ja vielleicht auch noch einen Job, wo sie sagen, so schlimm ist es nicht.

Oder bei mir war es ja auch nicht schlimm, aber halt dieses,

was mich angetrieben hat, war komplett weg und ich mit meiner Persönlichkeit

konnte so nicht weitermachen.

Und ich kann mir schon vorstellen, dass es bei anderen ein bisschen anders ist,

dass sie sagen, ja, ist schon okay.

Oder auch, dass man eben sagt, ich habe jetzt Familie und kann ja auch nicht

einfach alle Zelte abbrechen oder man braucht irgendwie auch das Einkommen.

Und dann muss man sich vielleicht schon noch ein bisschen besser so überlegen.

Aber bei mir war es eben total klar, die Entscheidung.

Und ich muss schon sagen, ich fand es halt total toll. Also ich hatte damals dann gekündigt.

Ich hatte mir Häuser angeschaut, auch das im Schwarzwald und habe mich erst

mal nicht getraut, das zu kaufen. Dann war ich auf dem Jakobsweg.

Es wäre währenddessen fast verkauft worden.

Das erzähle ich jetzt nicht alles, kann man auch im Buch nachlesen.

Und dann habe ich es mir erst gekauft. Also ich habe schon auch so ein bisschen

gezögert, das war jetzt auch nicht total klar, aber dann habe ich es mir einfach

gekauft und dann ist von mir auch so viel abgefallen und eben,

ich war schon unglaublich glücklich in dieser Zeit.

Zwei Jahre lang habe ich das renoviert, wo ich auch noch keine Gäste hatte und

mich da so eingelebt habe, aber schon auch, also mich einfach voll in dieses

Projekt reingehängt habe.

Es gab ja viel zu renovieren und aber auch, da ich so viele Leute hatte, die mir geholfen haben.

Also Wahnsinn, ich dachte das gar nicht unbedingt, aber mir haben echt viele

Freunde geholfen, Familie auch und es war so schön.

Ich bin auch meiner Familie näher gekommen, also meinen Eltern sowieso.

Da hatten wir es auch mega harmonisch. Die haben auch super, super viel geholfen.

Also und anfangs echt nicht so freiwillig, aber haben dann auch schnell gemerkt,

so irgendwie läuft es und wir hatten so eine schöne Zeit, wenn sie da waren immer.

Aber auch die weitere Familie, die kam dann auch und ich habe die auch ganz

neu kennengelernt und die Leute aus dem Ort haben mir geholfen und die haben

sich halt von Anfang an so gefreut, dass dieses Haus im Ortszentrum nicht von

sich hin zerfällt, sondern dass das renoviert wird.

Und dann habe ich schon so schnell gemerkt, dieses Mutigsein wird irgendwie

auch belohnt und wenn man was macht, was nicht alle wollen und bei mir war so klar so, hey,

ich brauche jetzt nicht irgendwie in der Großstadt leben und mich mit den Leuten

da um Jobs und Wohnungen irgendwie schlagen. Eigentlich will ich lieber aufs Land.

Da war auch das Laufen dafür verantwortlich, dass ich gesagt habe,

ich möchte gerne naturnäher wohnen und ich kenne mich so gut,

dass ich die Stadt nicht brauche, dass mir das Land wichtiger ist.

Ich habe so viel gelernt, auch handwerklich. Ich habe davor handwerklich keine

Ahnung von gar nichts gehabt und ich bin da jetzt immer noch nicht besonders begabt.

Also ich glaube, meine Talente liegen nicht unbedingt im Praktischen,

aber ein bisschen was Das kann ich halt trotzdem.

Ich kann halt trotzdem tapezieren und streichen und so und auch einfach mal

so zupacken, so ein bisschen besser als davor.

Und allein schon deswegen dachte ich immer so, boah, es hat sich so gelohnt,

dass ich auch nie gedacht habe, ich möchte zurück nach Zürich oder so und hätte

ich es bloß nicht gemacht. Also das habe ich auch nie gedacht.

Also der erste Punkt, der ein bisschen so Reue war dann während des ersten Corona-Lockdowns.

Aber erst da saß ich zum ersten Mal da und dachte so, irgendwie bereue ich das

ein bisschen. Und davor während dieser ganzen Renovierung oder so und auch mit

den Gästen am Anfang so stressig, wie es war. Ich habe nie gedacht...

Ich bereue das. Also da musste wirklich sowas von außen kommen wie dieser Lockdown,

dass ich erst mal so da saß, so ein bisschen, okay, jetzt ist gerade ein bisschen

komisch und ich weiß nicht so genau.

Und ja, das spricht ja wirklich alles dafür, dass es sich so gelohnt hat und

dass ich auch immer gesagt habe, ich möchte das nicht missen und nie gedacht

habe, ich habe falsch entschieden, indem ich da mein Leben so geändert habe

und was anderes gemacht habe. Und ich glaube auch wirklich, dass man einfach immer so belohnt wird.

Und dass auch andere Leute merken, wenn man was mit Leidenschaft macht.

Und wenn man sich dann wieder mit anderen vernetzt, die auch was mit Leidenschaft machen.

Dass du halt so coole Gespräche führst und so viel schneller,

als wenn du so einen anderen Job hast. Und du lernst dich dann im Job kennen.

Das geht dann auch und so. Und man kann ja auch als Hobby was mit Leidenschaft machen.

Aber bei mir ist es halt so offensichtlich, dadurch, dass ich halt wirklich

das so komplett lebe mit dieser Lodge und das dann auch immer erzählen kann.

Dann geht es so viel schneller, dass man so tolle Erfahrungen auch macht.

Ich finde es auch krass, weil du bist ja auch Quereinsteigerin,

also du hattest davor nichts mit der Gastronomie zu tun oder also mit der Hotellerie

oder so und hast dann einfach so, ja ohne, ich weiß nicht, hast du irgendwo

mal gekellnert oder hast du irgendwelche Berührungspunkte hattest du so zum, also du kochst gerne?

Aber hast du irgendwelche Erfahrungen gehabt, auf die du so zurückgreifen konntest,

was dir jetzt in der Pension, also in der Gastro irgendwie hilft oder war das

komplett einfach, ich probiere es jetzt einfach mal.

Ja, also ich habe in meinem Studium mal gekellnert, aber nur ganz kurz und das

war eine totale Horror-Erfahrung.

Also das war jetzt eigentlich gar nichts, was mir da so geholfen hat.

Ich glaube eher so, also für Unternehmertum habe ich so gebrannt und diese ganzen

Sachen im Hintergrund, dass ich mir gerne eine Website gemacht habe und gerne

auch so das Administrative,

dass ich auch mit diesen ganzen Sachen eher so, das ist ja eher so meine Welt

und dann auch Marketing machen dafür.

Also das hilft schon auch, glaube ich. Das war mir jetzt nicht fremd.

Eher davon habe ich dann profitiert.

Und das mit den Gästen und mit der Gastroerfahrung hatte ich jetzt gar nicht.

Das Gute ist ja schon, ich habe da so mein Konzept mit der Lodge und das ist

ja auch kein Hotel mit Sternen.

Ich halte auch nichts von Sternen oder so und habe das ja auch nicht so eine

Klassifizierung, sondern das ist schon meine Lodge und ich darf da meins machen irgendwie.

Also das hilft dann schon mit den Gästen, die wollen eigentlich so eine freundliche

Gastgeberin und das Persönliche. Und das ist ja was, was man dann auch so jetzt,

also was ich jetzt nicht habe lernen brauchen, was dann so fürs eigene auch

so voll automatisch so da war.

Da musst du ja nicht irgendwelche Unternehmenswerte lernen, sondern ich war

halt schon ich mit meinem Konzept.

Und das ist ja gerade in dieser Branche, wo die Leute auch einfach eine schöne

Zeit haben wollen oft, also ganz, ganz, ganz zentral.

Ich hatte auch eine Dame angestellt, bis im letzten Jahr auf 450-Euro-Basis,

die mir auch von Anfang an so mit den Zimmern geholfen hatte.

Und das war auch voll praktisch.

Und als sie aber im letzten Jahr gekündigt hat, dachte ich so,

das ist unglaublich bürokratisch, auch nur einen 450-Euro-Job zu kündigen und jemanden anzustellen.

Und du hast dann Kontrollen. Und dachte ich mir so, nee, ich versuche es jetzt lieber mal selber.

Und jetzt mache ich gerade auch alles selber mit den Zimmern.

Und habe halt auch gemerkt, ein bisschen was konnte ich von ihr noch so mitnehmen,

weil sie aus der Gastrobranche kam.

Und da bin ich dann auch so im Laufe der Zeit einfach reingewachsen.

Und wie ich mein Haus manage, dass es nicht zu voll wird.

Am Anfang, da war auch so viel los. Aber es ging alles gut, weil irgendwie,

ja, ich glaube halt, ich alles gegeben habe und das merken halt die Gäste.

Ist auch irgendwas schief gelaufen. Du meintest jetzt, es hat eigentlich ganz

gut geklappt als Glibssträhne oder auch, du würdest eigentlich nichts bereuen.

Aber hast du trotzdem irgendwelche Tipps?

Was würdest du heute vielleicht anders machen oder wenn jetzt jemand sich,

also es muss ja keine Pension sein, aber wenn man sich jetzt überlegt,

ich bin in meinem Job nicht glücklich, ich will auch in die Selbstständigkeit,

was würdest du vor allem Frauen auf den Weg geben?

Ich finde das ganz schwer und wahrscheinlich ist es so ein Tipp,

den ich mir selber die ganze Zeit noch sagen muss.

Gelassenheit lernen, Resilienz, das sind wirklich die Sachen,

wo ich selber auch merke, ich bekomme nach und nach ein dickeres Fell.

Also da, ich glaube, die schwierigste Hürde ist wirklich dieses ganze Bürokratische

und da, ich bin überhaupt nicht gut zu sprechen auf den Staat,

auf sämtliche Institutionen und Behörden und alles, was es so gibt.

Also da ist wirklich, ja, und unser Land ist auch nicht unternehmerfreundlich

und auch überhaupt nicht eingestellt auf Unternehmer.

Also wir haben es gemerkt, als wir Elterngeld beantragt haben,

mein Mann und ich als Selbstständige, da ist einfach so, du bist irgendwie so eine Lücke.

Die haben halt alle am liebsten jemand, am besten noch einen Beamten,

auch wenn du zur Bank gehst und einen Kredit beantragst, wo man so voll mit

planen kann und so. Und es ist halt einfach kein Unternehmerland Deutschland oder nur sehr wenig.

Und ich finde es schon alles, es ist einerseits sehr deprimierend für mich,

auch so, dass ich ab und zu so denke, hey, nicht im Ernst.

Und auch schon das auch ab und zu in Frage stelle, was ich mache,

einfach durch diese ganzen Sachen, die dann kommen und Regularien und Gebühren

und so. Also ich denke, da muss man sich schon darauf einstellen,

dass das vielleicht nicht so leicht ist und dass man auch zum Teil ausgeliefert ist.

Das schon, aber wenn man es wirklich machen will, würde ich sagen,

einfach wirklich machen und anpacken, dafür brennen.

Also ich glaube, dass man dafür brennt und es wirklich will,

ist das Wichtigste, weil dann kann man alle Erfahrungen, die man macht,

auch wirklich aus Erfahrung verbuchen.

Und ich glaube, man lernt persönlich so viel, wenn man dann den Weg geht und

ich würde sagen, einfach machen und voll dahinterstehen und es wirklich versuchen zu machen.

Scheitern und Erfolg für sich selbst zu definieren, zu sagen,

ja, versuchen ist immer gut und ja, ich definiere scheitern als nicht versuchen oder so.

Also einfach auch dieses, was so in Deutschland, dieses, dass wenn du dann ein

Unternehmen hast und es nicht klappt oder so, dass du danach gescheitert bist,

da weigere ich mich komplett. Wo ich sage, hey, einfach dann,

dann darf man doch was anderes versuchen.

Also lest Unternehmensratgeber, die euch motivieren. Ich habe einen Unternehmensratgeber

nach dem anderen gelesen damals und bin dann schon auch so reingekommen und

ich dachte, oh cool und es gibt auch so diese anderen Einstellungen.

Und also da glaube ich, sich durch sowas einfach motivieren auch und indem man

mit anderen spricht und dann aber wirklich, wenn man merkt, man hat Lust drauf,

auf jeden Fall unbedingt machen wollen.

Und dann halt alles irgendwie möglichst freundlich, kooperativ mit Leuten versuchen zu lösen.

Und wenn halt mal was nicht so läuft oder so, einfach so möglichst gelassen

bleiben und überlegen und wie man es lösen kann, die Sachen.

Aber das mit dieser Gelassenheit ist wirklich auch mein Punkt,

wo ich so denke, ja, kann ich immer noch sehr viel daran arbeiten,

dass ich einfach sage, so ist es, ich kann es jetzt nicht ändern.

Dann muss ich das jetzt machen, wenn es irgendeine Auflage ist oder irgendeine

Gebühr, die man zahlen muss.

Ich mache es jetzt und versuche mich nicht zu ärgern. Ja, aber ich glaube,

das kommt im Buch auch echt gut raus, also dass du an vielen Stellen einfach

Entscheidungen triffst, wo andere oder ich zum Beispiel sich eher verkopfen

würden, also welches Geschirr, welches Logo, du machst einfach und dann geht's weiter.

Und ich glaube, das ist auch ein großer Teil des Erfolgs, dass man einfach nicht

stehen bleibt und sich die ganze Zeit im Kreis dreht, sondern dass man einfach

Entscheidungen trifft und immer weitergeht.

Ja, ich glaube auch, also ich habe es da wieder leicht, weil ich bin halt keine

Perfektionistin und war schon immer relativ gut bei Entscheidungen auch zu sagen,

auch gerade wenn sie nicht so wichtig waren, ich mache es jetzt einfach so.

Und ja stimmt, das könnte noch ein ganz guter Tipp sein, dass man immer,

gerade wenn man sich mit Entscheidungen schwer tut, dass man wirklich überlegt,

ist das jetzt ganz wichtig oder ist es vielleicht eher nebensächlich und wenn

es eher nebensächlich ist, dann auch möglichst schnell entscheidet.

Oder halt nicht gehetzt oder so, aber jetzt nicht sagt, ich brauche drei Tage,

bis ich eine Mini-Entscheidung getroffen habe und bin danach so fertig,

wenn meine ganze Energie darauf verbraucht wurde.

Das ist voll der gute Tipp, also vor allem für mich.

Ich fand es auch in dem Buch wirklich sehr rührend, wie viel Platz auch deine

Eltern eingenommen haben, also dass die wirklich jedes Wochenende fast da waren und geholfen haben.

Und was ihr auch alles machen konntet, also welche Geräte ihr bedient habt und

also vieles davon wahrscheinlich auch ist einfach beigebracht.

Learning by doing und das fand ich wirklich.

Echt schön und wo du auch darüber schreibst, wie sich dann die Beziehung zu

deinem Vater intensiviert hat oder wie es nochmal ganz neu entwickelt hat.

Das hat mich sehr berührt und in der Community kam auch durch eine andere Folge

die Frage eben nach diesem, ich sag mal Sicherheitsnetz der Eltern.

Also wie ist es, wenn also die Eltern einen unterstützen und natürlich auch

finanziell auffangen können und was für einen Tipp würdest du vielleicht jemandem geben,

der so ein Sicherheitsnetz nicht unbedingt hat oder der auch keinen Kredit bekommt von der Bank,

das ist ja auch so eine Hürde, bei die man dann steigen muss.

Und dann fällt es mir zum Beispiel manchmal schwer zu sagen,

einfach machen, weil ich will

ja die Leute nicht irgendwie in den Ruin treiben mit so einem Ratschlag.

Aber wie würdest du jemandem begegnen, der sagt, ich komme jetzt aus einem vielleicht

familiären Haushalt, wo entweder meine Eltern mich nicht unterstützen können

oder wollen und ich bin auf mich alleine gestellt, aber ich habe trotzdem auch so einen Traum.

Was würdest du der Person dann mitgeben? Ja, also definitiv das, was du sagst.

Mir hat das unglaublich geholfen, dass ich da meine Eltern hatte und auch so.

Ich habe immer gesagt, ich würde es auch ohne euch packen, aber mein Haus wird

nicht so aussehen, wie es aussieht ohne meine Eltern. Und es war eben unglaublich schön.

Und ja, ich bin super dankbar dafür, aber das stimmt wohl, dass es nicht jeder hat.

Ich habe so ein bisschen den Eindruck, dass schon oft Leute,

die dann gerade in der Familie nicht so die Unterstützung haben oder ihre Eltern

vielleicht auch schon gar nicht mehr haben oder so, dass die schon oft auch

sehr gute Freunde haben und so auch.

Also wirklich so Leute, die dem halt einfach nahe kommen und manchmal ist das

ja sogar noch einfacher. Also wenn man dann wirklich so Leute hat,

die einem ganz nahe stehen und

ich denke, man muss dann auch mit denen so beratschlagen, was man macht.

Und ich würde einfach sagen, also je nachdem, was man dann so macht und wie

man investiert, also schon ganz klar auch kalkulieren und überlegen,

welche Risiken gehe ich ein.

Also da nicht irgendwie kopflos, sondern schon so sich ganz genau überlegen,

geht es und auch wie weit gehe ich im Voraus.

Also dass man das schon irgendwie so ein bisschen im Blick behält. Ja.

Das Buch heißt 750 Meter Glück. Was es damit auf sich hat, können die Leute

auf jeden Fall nachlesen.

Das habe ich mich nämlich gefragt, aber ich finde, ich habe die Antwort,

glaube ich, rausgelesen an mehreren Stellen in dem Buch.

Und das Buch verlosen wir auch. Also das hast du nämlich als ein Exemplar mitgebracht,

signiert. Das heißt, wer das Buch vielleicht gewinnen möchte,

der kann sich in unseren Newsletter eintragen von Traum und Tagelohn.

Alle Infos gibt es in den Shownotes und auf der Homepage und alle,

die sich eintragen, sind in dem Verlosungstopf mit drin und bei der nächsten

Ausgabe, wenn der Newsletter erscheint, würde ich dann den Gewinner verkünden.

Also ein Buch von Sarah Tischer, erschienen im Acht-Grad-Verlag,

750 Meter Glück, raus aus dem Finanzleben, nee, raus aus der Finanzwelt und

rein ins Land lebt, so heißt das Buch.

Auf jeden Fall super, dass du uns da ein Exemplar für die Verlosung mitgebracht hast.

Und du hast ja auch jetzt andere Bücher geschrieben, vielleicht schwenken wir

da mal rüber und zwar Krimis und das ist auch richtig cool. Also wie ist das entstanden?

Wann hast du deinen ersten Krimi geschrieben und warum?

Ja, super Frage.

Also das war jetzt wirklich, ich hatte dann, wie ich ja gesagt habe,

meine Geschichte so aufgeschrieben und irgendwann war es auch fertig und ich

habe auch gar nicht sofort einen Palak gefunden dafür.

Und dann lag das erstmal so da und ich habe dann schon aber so gemerkt,

das Schreiben hat mir jetzt total Spaß gemacht und habe dann eher immer so verfolgt,

was gibt es so für Schreibwettbewerbe, wo man teilnehmen kann.

Und da bin ich dann, habe das mal so eher so gemacht, so im Winter und dann

kam wieder der Sommer und ich habe gemerkt, ja, ich habe halt die Lodge und

so viel komme ich nicht dazu.

Und dann war ich irgendwann schwanger und ich weiß wirklich noch,

als ich hochschwanger war, so der letzte Monat, da war es dann auch in der Lodge

wieder so, habe ich es einfach auch so auslaufen lassen, so vor der Geburt.

Und dann hatte ich wieder ein bisschen Zeit und da bin ich nochmal voll ins

Schreiben reingekommen und habe an so ein paar Kurzgeschichtenwettbewerben teilgenommen.

Und einer davon war eben der Freiburger Krimipreis.

Und ja, dann habe ich da meine Kurzgeschichte, meine Krimi-Kurzgeschichte eingereicht

und ich habe dann da nicht gewonnen,

aber ich war dann einer von zehn Texten, mein Text war einer von zehn Texten,

der in dieser Wettbewerbsanthologie mit drin war. Und da habe ich mich dann auch total gefreut.

Und ja, ich war dann eben mit dem kleinen Baby.

Das war dann schon sehr lebensverändernd. Und ich habe da schon im ersten Jahr,

weil ich auch gestellt habe, das mit der Lodge.

Ich habe so ab und zu auch Stammgäste genommen oder wenn jemand ganz lieb angefragt hat.

Aber ich hatte jetzt nicht die Buchungskalender offen, dass da immer einfach

Gäste so am nächsten Tag kommen können. Das habe ich irgendwie nicht gepackt.

Und ich habe dann schon so gemerkt, so nachdem mein Baby dann zwei,

drei Monate alt war, so irgendwie, ich brauche jetzt auch mal wieder was Intellektuelles

irgendwie. Ja, auch wenn ich so müde bin.

Und ich war dann sehr müde und es wurde auch wirklich auch erst mal nicht besser,

bis ich dann abgestillt hatte mit über einem Jahr.

Und hatte dann auch in der Zeit gar nicht so viel Lust, immer Leute zu treffen.

Und auch musste dann gar nicht so unbedingt rausgehen und war gar nicht so unternehmungslustig.

Und dann dachte ich so nach dieser Kurzgeschichte, boah, ich könnte doch auch

einfach einen Krimi schreiben.

Und dann war das so ein bisschen so mein Projekt neben diesem Muttersein,

wo ich dann auch wirklich so schon viele freie Minuten dafür genutzt habe.

Das ist einfach so, das war dann so meine Zeit und mein Ding.

Und dann habe ich da so in anderthalb Jahren einfach nebenbei,

ich habe viele andere Dinge nicht gemacht, aber habe dann wirklich so einen Krimi geschrieben.

Und das war für mich wirklich so total schön, da so noch meins zu haben.

Und dann bin ich auch, als er ein bisschen älter war, der Kleine ab und zu mal

ins Café und das war einmal die Woche und das war so ein bisschen so meine Auszeit

und ja, es hat mir halt voll gut getan.

Und dann hatte ich eben durch diese Krimi-Kurzgeschichte, die ist im Gmeiner Verlag erschienen,

Diesen Kontakt zum Gmeiner Verlag. Und dann dachte ich so und hat auch mein

Mann gesagt, ja, schick es doch einfach mal denen.

Okay, dann mache ich das mal. Ich habe nicht gedacht, dass daraus was wird,

aber die haben dann wirklich gesagt, sie würden diesen Krimi machen,

wenn ich den auf Baden-Baden umschreibe.

Ich hatte das noch in der fiktiven Kurstadt und so, ja klar, Baden-Baden, ja.

Schreibe ich sofort um. Und ja, dann ist wirklich dieser Krimi rausgekommen.

Und das hat mich auch total gefreut, dass ich dann auf einmal auch so Krimi-Autorin war.

Also das war jetzt so auch gar nicht geplant. Fantja, richtig cool.

Ich finde das wirklich...

Stark. Also wie ist es denn daheim? Also ist dein Mann auch in der Pension irgendwie

involviert oder kann er dir da irgendwie den Rücken frei halten oder hat er

einen ganz anderen Job, macht er einfach sein Ding und alle Projekte, die du machst,

sind einfach mit deiner Zeit und deinen Möglichkeiten?

Also mein Mann, der ist jetzt überhaupt nicht, also die Lodge ist jetzt nicht

seins, das war ja auch so mein Projekt und so und er kam auch erst danach,

aber er unterstützt mich schon und also vor allem auch so mit technischen Sachen

oder so, wenn da mal was nicht funktioniert.

Und was halt voll schön ist, als ich noch ganz allein in dem Haus gewohnt habe,

konnte ich ja immer, wenn dann Gäste kamen, einfach nicht aus dem Haus an dem

Tag und so Gäste einchecken oder wenn ich mal nicht da bin oder krank bin,

dass er das Frühstück macht, solche Sachen schon, aber grundsätzlich ist es

schon meins und er hat seins.

Und unser Leben war schon relativ chaotisch, auch in den letzten drei Jahren,

weil eben beide selbstständig, niemand, der mal so aus dem Haus ist und niemand,

der das Gehalt heimbringt.

Und also das war schon alles nicht so ganz strukturiert bei uns.

Und jetzt halt, seit unser Kind

in den Kindergarten geht, ist es alles ein bisschen einfacher geworden.

Und wir atmen wirklich auch beide so ein bisschen auf, weil wir auf einmal ein

bisschen mehr Zeit für uns haben und auch nicht mehr uns immer arrangieren müssen,

wie machen wir es am Vormittag und so.

Also ja, das ist schon sehr viel einfacher geworden. Und ich würde sagen,

also mein Mann unterstützt mich schon bei allem, was ich mache.

Aber letztendlich hängt auch sehr viel mehr von Haushalt und wie wir uns organisieren.

Familienmanagement hängt auch erst mal an mir. Also wir haben da jetzt so unseren

Weg auch gefunden, aber es war auch nicht immer einfach.

Und ja, dass ich die vielen Sachen unter meinen Hut, unter einen Hut bringe. Ja, es ist schon so.

Ich hatte aber halt dann dafür jetzt nicht in dem Sinne Freizeit.

Also ich habe wirklich auch für dieses Schreiben, glaube ich, so gebrannt,

dass ich nicht gesagt habe, so und ich brauche jetzt aber auch noch sechs Wochen

Urlaub im Jahr oder so und ich schreibe freie Tage und brauche mal eine Pause

von allem und ich habe ja auch andere Hobbys dafür aufgegeben,

eben auch nicht so viel Sport und,

Ich habe auch wirklich gar nicht so viele Leute getroffen. Jetzt wird es schon

wieder ein bisschen mehr.

Und als mein Kind dann auch so ein, zwei Jahre alt war, habe ich schon nochmal

mich mit anderen so getroffen und so. Das dann schon wieder ein bisschen mehr.

Aber so ganz am Anfang war das echt gar nicht so viel. Und da war es halt schon

so, also ich habe mich halt so reingehängt und dafür gebrannt,

weil ich das einfach so und auch gemerkt, es gibt mehr Energie.

Also ich finde so Leute treffen, das macht mich voll glücklich und ich brauche

das auch. Deswegen habe ich ja auch diese Pension.

Also ich finde das voll schön und auch inspirierend. Aber ich bin schon auch

ein Mensch, der super gut alleine sein kann.

Also der das gar nicht unbedingt immer braucht. Also ich könnte mich auch irgendwo

allein hin verkriechen und wäre da, glaube ich, schon eine Weile echt auch sehr

zufrieden. Und ich schätze auch meine Zeit sehr.

Und ja, deswegen habe ich so gemerkt, dieses Schreiben und mich da irgendwo

hin verkriechen, auch so alleine sein dürfen.

Das ist was, was mir echt Energie gibt in dieser Phase. Und deswegen habe ich

es halt auch wirklich sehr priorisiert in meiner freien Zeit quasi,

die ich dann so für mich hatte und auch wirklich immer sofort daran weitergemacht

und ja, die einfach so genutzt.

Und dann auch wieder gemerkt, manchmal ist es gar nicht so schlecht,

wenn man nicht ganz so viel Zeit hat.

Das kennt man ja auch so von sich, wenn man so der erste Urlaubstag ist, noch total toll.

Und wenn man sechs Wochen Urlaub hat, dann ist es schon voll normal.

Und wenn man immer frei hat. Und so habe ich halt auch gemerkt,

dadurch, dass ich dann das Kind habe und immer auch nur eine gewisse Anzahl

an Zeit, bis man dann auch wieder fürs Kind da ist, was auch sein soll und auch total schön ist.

Aber ich finde so, beides ist ganz schön, wenn man auch noch was für sich hat.

Und dadurch habe ich dann diese wenige freie Zeit, die ich immer hatte,

halt so was von genutzt und hatte da auch keine Motivationsprobleme.

Also ich habe mich dann halt immer wirklich so sofort an meinen Laptop gesetzt und geschrieben.

Und ich merke es jetzt bei mir auch, wenn ich dann jetzt mal so zwei Tage für

mich habe oder so, wenn mein Mann und mein Sohn mal bei den Großeltern sind

und ich dann wirklich so weiß, eigentlich habe ich heute noch einen ganzen Tag.

Fällt es mir viel schwerer, mich hinzusetzen und zu schreiben.

Ja, das finde ich auch gut.

Und von daher finde ich es eigentlich dann auch, kann man sich auch wirklich

sagen, weniger Zeit ist manchmal auch gut.

Es gibt auch bei mir Tage, wo ich dann merke, ich bin halt so müde,

weil auch schon so viele verschiedene Sachen waren an einem Tag und ich schon

so viele Rollen hatte und auch einfach Sachen, die nicht wie geplant waren und

dann geht es halt manchmal auch nicht mehr.

Und dann mache ich es auch nicht. Also, ja.

Wenn du jetzt nochmal zurückdenkst an die 16-jährige Sarah, die alle Türen offen

stehen hat vor sich und alle Möglichkeiten und viele Interessen.

Welchen Ratschlag würdest du deinem früheren Ich mitgeben?

Ja, voll schön, dass du die Frage noch stellst. Ich muss nämlich sagen,

das war bei mir wirklich so der Ausläufer, dass ich eingehend darüber nachgedacht habe.

So, und ich bin zu folgender Erkenntnis gekommen. Also, wir müssen jetzt mal

damit anfangen, dass mein Studienentschluss damals, Ich habe sogar mit BWL angefangen

und dann VWL oder allgemein dieses Wirtschaftsstudium.

War für mich so ein Kompromiss, dass ich so aus allem so ein bisschen was habe.

Ich dachte so, Sprachen habe ich super gerne, kann ich dann sicher anwenden.

Und ich mag auch Mathe irgendwie, dann habe ich ein bisschen Mathe drin.

Und das Internationale habe ich dann ja auch. Und das ist so ein bisschen von

allem und ich habe alle Möglichkeiten offen.

Und damit habe ich schon irgendwie in den letzten Jahren so ein bisschen gehadert,

dass ich das studiert habe und immer wieder so gedacht, Mensch,

hättest du nicht Medizin gemacht?

Hättest du einen sinnvollen, guten Job gehabt jetzt und so?

Aber irgendwie, ich glaube, in meinem Buch steht es auch, dass man immer nur

die Dinge bereut, die man nicht gemacht hat und nicht die, die man gemacht hat.

Und ich sehe schon, dass es alles auch so seinen Sinn hatte.

Also ich bin auch total dankbar für die Einblicke, die ich dann in die Finanzbranche

bekommen habe durch meinen Job, dadurch, dass ich das gemacht hatte.

Und ich hatte auch eine schöne Studienzeit.

Also das war auch schon voll meins, da so frei zu sein und unabhängig in einer

großen Stadt. Also deswegen bereue ich das irgendwie alles nicht und deswegen

würde ich mir glaube ich nicht den Tipp geben, so studiere was anderes und das

macht irgendwie keinen Sinn, weil das Leben läuft so wie es läuft.

Aber so, ich glaube, ich würde mir den Tipp geben, wirklich so auch auf meine

Leidenschaften zu gucken, also zu sagen,

guck, für was du gerade wirklich brennst und mach auch das und guck ein bisschen

weniger auf andere oder so, sondern wirklich häng dich gerne in die Sachen rein,

die dir wirklich, wirklich Spaß machen und schau, wo Leidenschaft ist, auch bei anderen.

Und dann noch so ein bisschen dieses Wissen.

Es ist schon immer gut, auf Leute zu hören und ich glaube, man braucht auch

Rat, aber dass ich mir selber sagen würde, schau ein bisschen besser bei den

Leuten, die dir Ratschläge geben oder bei allen Leuten, was treibt die wirklich an? Wie ticken die?

Dass man sich auch genau überlegt, von wem will ich auch ein Rat annehmen?

Und also einfach ein bisschen genauer zu gucken, was das für Leute sind und

was die motiviert und ein bisschen genauer, mit wem umgebe ich mich und was

treibt den an und kann mich das vielleicht weiterbringen, beziehungsweise ist

es so meine Wellenlänge, dass es mir was bringt.

Das finde ich noch eine Erkenntnis, auf die ich gekommen bin.

Das ist ein super wichtiger Ratschlag, weil man dann auch immer gucken muss,

haben die das Leben, was ich haben möchte?

Genau, und da habe ich irgendwie, glaube ich, viel zu wenig auch drauf geguckt.

Und ich habe da damals auch bis zu meinem Studium dann auch nie so einen Mentor

oder jemand, wo ich gesagt habe, also da, ja, auf den höre ich jetzt und das ist es.

Und ich war eben auch gegenüber meinen Eltern noch in der Schulzeit sehr kritisch

und wir haben uns dann eben mit dem Haus wieder so angenähert.

Und ja, das war so dieses, wo ich dachte, boah, ich habe dann,

also einfach genauer die Leute ein bisschen anschauen.

Du bist auf jeden Fall auch aus meiner Sicht ein Vorbild für viele junge Frauen.

Danke. Und ich finde es toll, dass die Black Forest Lodge einfach mehr ist als nur eine Pension.

Also das ist ein Begegnungsort, ein Veranstaltungsort.

Und in deinem Buch ist ein Zitat von einem Freund, Sarah mit dem Kopf durch

die Wand und die Wand kippt nach. Ja, genau.

Und ich finde, das trifft es wirklich auf den Punkt, wie ich dich jetzt erlebe.

Und es ist ein sehr, sehr schönes, ja, vielleicht Schlusswort oder möchtest du noch was sagen?

Weil ich finde, das ist ein sehr guter Satz, der dich beschreibt.

Mit dem Kopf durch die Wand und die Wand gibt nach.

Nee, dem will ich jetzt gar nichts mehr hinzufügen. Wie schön.

Sarah, vielen, vielen Dank, dass du da warst.

Es war echt schön, mit dir zu sprechen. Danke, dass ich da sein durfte.

So, liebe Leute, das war Sarah Tischer. Alle Infos zu ihr, ihren Büchern und

der Black Forest Lodge findet ihr wie immer in den Shownotes.

Wenn euch die Folge gefallen hat, dann schickt sie gerne an eine Person,

die entweder was mit Büchern zu tun hat oder Unternehmertum oder auch Sport.

Denn der Podcast lebt davon, kreative Frauen sichtbar zu machen,

ihre individuellen Geschichten zu erzählen und gerade im ländlichen Raum ist das super wichtig.

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Ich bin euer Host Elena und ich freue mich schon riesig auf die nächste Folge von Traum und Tagelohn.

Seid gespannt und bis dahin nicht vergessen, immer fleißig.